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ra-huettemann
ra-huettemann, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 22870
Erfahrung:  Staatsexamen Zulassung als Rechtsanwalt
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ra-huettemann ist jetzt online.

ich bin Eigentümer eines

Kundenfrage

ich bin Eigentümer eines Garagengrundstücks mit 7 Garagen. Ein Pkw beschädigte mir beim Rückwärtssetzen ein Garagentor so schwer, daß es ausgetauscht werden mußte und zwar gegen EIN FUNBKTIONS UND ARTGLEICHES. Die Kosten der Demontage und Montage betragen Euro 2157,47. Die Kfz Haftpfl.Versicherung will aber hin sichtlich eines (geschätzten)Alters der Garagen nur einen Pauschalbetrag von Euro 1300,-zahlen. Wenn ich an einem älteren Kfz einen Schaden verursache so hat der Halter Anspruch auf Ersatz und zwar ohne, daß eine entsprechende Wertminderung wegen des Alters des Wagens in Abrechnung gebracht wird. Das was die Versicherung hier argumentiert kanns ja wohl nicht sein. Ich bitte um Ihre Rechtsauffassung und Begründung ***

Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der ich gern wie folgt Stellung nehme.

Die Haftpflichtversicherungen regulieren bei Sachschäden - wie hier - in der Tat lediglich den Zeitwert, nicht aber den Neuwert. Der Zeitwert beschreibt den aktuellen Wert einer Sache und ist demnach der Neuwert abzüglich des Wertverlustes (Wertminderung durch Gebrauch und den Faktor Zeit).

In Schadensfällen hat der Geschädigte daher gegenüber der Versicherung keinen Anspruch auf eine neue Sache, bzw. keinen Anspruch auf die Zahlungen der für die Beschaffung einer neuen Sache erforderlichen Kosten. Es ist der Wiederbeschaffungswert abzüglich Restwert zum Zeitpunkt des Schadeneintritts zu regulieren.

Der Wiederbeschaffungswert ergibt sich aus den Kosten der Beschaffung einer wirtschaftlich gleichwertigen Ersatzsache. Hierbei werden das Alter, die Abnutzung sowie die Vorschäden der Sache berücksichtigt. Es besteht auf der Grundlage der Versicherungsbedingungen ein so genanntes Bereicherungsverbot. Der Geschädigte soll also nicht mehr erhalten, als die geschädigte Sache ohnehin nur noch wert war.

Hier gilt aber dennoch Abweichndes: Der Geschädigte hat nämlich nach dem in § 249 BGB niedergelegten Grundsatz der Naturalrestitution gurndsätzlich einen Anspruch darauf, dass der Zustand wiederhergestellt wird, der vor Eintritt des Schadens bestand.

Ist es nun aber so, dass die Kosten für die Demontage und Montage 2157,47 Euro betragen - und zwar bei Montage eines GLEICHWERTIGEN Garagentores -, so hat die Versicherung Ihnen diesen Betrag auch zu erstatten und kann Sie nicht auf das Pauchalentschädigungsangebot in Höhe von 1.300 Euro verweisen. Denn unter diesen Umständen wäre auch nur so die von dem Gesetz geforderte Naturalrestitution zu erbringen!

Sie können daher von der Versicherung unter Berufung auf diese Rechtslage auch die Erstattung der 2157,47 Euro einfordern.

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Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt