So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten. Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an RASchiessl.
RASchiessl
RASchiessl, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 27049
Erfahrung:  Vertragsanwalt des Bayerischen Wohnungs- und Grundeigentümerverbandes Regensburg
32916861
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Recht & Justiz hier ein
RASchiessl ist jetzt online.

Hallo, ich habe vor ca. 1 Monat ein Auto für 18 Tsd. € als

Beantwortete Frage:

Hallo,
ich habe vor ca. 1 Monat ein Auto für 18 Tsd. € als "unfallfrei" gekauft. Gestern beim Spureinstellen hat sich rausgestellt, dass der Sturz nicht mehr einstellbar ist, da die Achse verschoben ist, desweiteren wurde festgestellt, dass die Stoßstange, Kotflügel, Scheinwerfer nicht original sind. Läuft alles auf einen Unfallwagen hinaus.
Habe den Verkäufer damit konfrontiert, er scheint davon nichts gewusst zu haben, hat den Wagen auch als "unfallfrei" gekauft. Der Vorbesitzer meint, es ist alles lange her und für ihn ist die Sache erledigt.
Das Auto ist Baujahr 2010, der ausgetauschte Scheinwerfer ist von 3.2013. Der Zweitbesitzer hat den Wagen im Sept. 2013 gekauft.
Was kann man in dieser Situation tun, an welchen Vorbesitzer die Forderungen stellen? Welche Möglichkeiten und Chancen hab ich?
Vielen Dank ***** ***** für Ihre Antwort.
Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,
vielen Dank ***** ***** Anfrage.
Darf ich Sie fragen:
Haben Sie das Fahrzeug von einem Privatverkäufer gekauft?
Wurde denn im Kaufvertrag mit Ihnen die Gewährleistung ausgeschlossen?
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 3 Jahren.

Hallo,

es war Privatkauf mit einem ADAC-Kaufvertragsvordruck. Da steht:

"Das KfZ wird unter Ausschluss der Sachmängelhaftung verkauft. Dieser Ausschluss gilt nicht für Schadensersatzansprüche aus Sachmängelhaftung, die auf einer grob fahrlässigen oder vorsätzlichen Verletzung von Pflichten des Verkäufers oder seines Erfüllungsgehilfen beruhen sowie bei der Verletzung von Leben, Körper und Gesundheit.

Ggf. noch bestehende Ansprüche ggü Dritten aus Sachmängelhaftung werden an den Käufer abgetreten. "

Der Verkäufer hat angekreuzt: kein Unfallschaden, keine sonstigen Beschädigungen (z.B. Hagel)

Apropos Hagel, Hagelschaden hat der Wagen auch.

Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,
haben Sie vielen Dank ***** ***** freundliche Ergänzung.
Gegenüber dem Verkäufer hätten Sie nur dann Schadensersatzansprüche, wenn Sie dieser nach § 123 BGB arglistig getäuscht hätte.
Das bedeutet, der Verkäufer hätte Ihnen den Unfallschaden verschweigen müssen obwohl er ihn positiv kannte beziehungsweise hätte kennen müssen.
Wenn dies nun nicht der Fall ist, Sie dem Verkäufer zumindest keine Arglist nachweisen können, scheitern Ansprüche gegen Ihren Verkäufer aus.
In diesem Falle können Sie nur gegen den Vorverkäufer Ansprüche geltend machen.
Dies ist möglich, da Ihr Verkäufer Schadensersatzansprüche die ihm zustehen an Sie abgetreten hat.
Da nun aber Ihr Verkäufer gegen seinen Verkäufer Schadensersatzansprüche wegen arglistiger Täuschung hat (ihm hätten die Schäden mitgeteilt werden müssen), können Sie diese Ansprüche gegen den Vorverkäufer geltend machen.
Das bedeutet, Sie können Sich an den Vorverkäufer wenden und von diesem Schadensersatz nach § 280 BGB wegen des Unfall- und Hagelschadens verlangen mit der Begründung dass er diese Schäden Ihrem Verkäufer (ungefragt!!) hätte mitteilen müssen.
Sie können aus diesem Grund vom Vorverkäufer Schadensersatz verlangen.
Wenn Sie weitere Fragen haben, dann fragen Sie gerne nach.
Ansonsten bitte ich Sie höflich meine Antwort positiv zu bewerten und damit das ausgelobte Honorar freizugeben.
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 3 Jahren.

Gilt es auch, wenn es "nur" ein Blechschaden ist?

Wie gut stehen meine Chancen, recht zu bekommen?
Welche Schritte sind als nächstes notwendig? Gutachten erstellen? Anwalt kontaktieren?

Welcher Art, bzw. Höhe ist der Schadensersatz zu erwarten?

Da ich keine Rechtschutzversicherung habe, mit Kosten welcher Höhe muss ich rechnen? Übernimmt der Vorverkäufer diese Kosten im Falle des Erfolges? Wie lange dauert so ein Prozess ungefähr?

Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,
ja auch dann wenn es nur ein Blechschaden war, solange der Schaden über 500 EUR liegt.
Ihre Chancen stehen sehr gut, da Sie Ihren Verkäufer als Zeugen benennen können.
Als nächste Schritte sollten Sie sich von der Werkstatt den Schaden bescheinigen lassen und sich einen Kostenvoranschlag geben lassen. Lassen Sie den Schaden nicht reparieren. Ein Gutachten ist noch nicht erforderlich.
Die Höhe des Schadensersatzes hängt davon ab was Sie wollen:
Wenn Sie das Fahrzeug zurückgeben wollen, so muss Ihnen der erste Verkäufer den Kaufpreis zurückerstatten. Wenn Sie das Fahrzeug behalten wollen, so muss er die Reparaturkosten bezahlen und die Wertminderung durch den Unfallschaden.
Die Kosten für ein Gerichtsverfahren liegen, wenn Sie den Kaufpreis zurück haben wollen bei etwa 2100 EUR (Anwalt+Gerichtskosten).
Wenn Sie den Prozess gewinnen, dann muss der erste Verkäufer die gesamten Kosten tragen.
Sie müssen mit einer Prozessdauer von 6 Monaten rechnen.
Wenn Sie weitere Fragen haben, dann fragen Sie gerne nach.
Ansonsten bitte ich Sie höflich meine Antwort positiv zu bewerten und damit das ausgelobte Honorar freizugeben.
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 3 Jahren.

Der Schaden ist ja eigentlich repariert, Stoßstange lackiert, Kotflügel und Scheinwerfer sind neu. Nur die Achse muss zurück versetzt werden auf die Originalposition.

Heißt es, wir können keine Ansprüche geltend machen, wenn keine weiteren Reparaturkosten von 500€ zu erwarten sind, oder kann man da trotzdem noch die Wertminderung des Wagen verlangen bzw. den Wagen zurückgeben? Ich wollte ja kein Unfallfahrzeug kaufen.

Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,
doch Sie können Ansprüche geltend machen!
es kommt auf die Kosten des reparierten Schaden an (Stoßstange lackiert, Kotflügel und Scheinwerfer,..) wenn die höher als 500 EUR waren (was absolut wahrscheinlich ist) dann hätte der Vorverkäufer dies mitteilen müssen.
Sie können also entweder den Wagen zuückgeben oder die Wertminderung und die Achsvermessungskosten geltend machen.
Wenn Sie weitere Fragen haben, dann fragen Sie gerne nach.
Ansonsten bitte ich Sie höflich meine Antwort positiv zu bewerten und damit das ausgelobte Honorar freizugeben.
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 3 Jahren.

Vielen Dank für die hilfreichen und schnellen Antworten!

Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 3 Jahren.
Bitte sehr gerne!
Über eine positive Bewertung würde ich mich sehr freuen!
RASchiessl und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.