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Tobias Rösemeier
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 16816
Erfahrung:  seit 1995 als selbständiger Rechsanwalt tätig.
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Tobias Rösemeier ist jetzt online.

Guten Tag, an wen kann ich eine Frage - Thema Vertragsrecht

Beantwortete Frage:

Guten Tag,
an wen kann ich eine Frage - Thema Vertragsrecht - richten? Es geht um den Verkauf eines Hundewelpens, der privat über eine Anzeige von uns verkauft worden ist. Die Käufer waren einmal zur "Besichtigung" des Welpen bei uns. Ein 2. Mal waren sie bei uns um die Entscheidung zu treffen, welchen Welpen sie haben wollte. Bei diesem Besuch hatten sie ihre Kaufentscheidung dann doch sofort getroffen und wollten den Welpen auch sofort mitnehmen, obwohl noch kein schriftlicher Kaufvertrag vorlag, da wir darauf nicht eingestellt waren.
Der Käufer wohnt ungefähr 100 km von uns entfernt. Er hatte also schon 2 Mal den Fahrweg in Kauf genommen, um den Welpen von uns zu kaufen. Bei dem letzten Besuch ist der Käufer dann sofort zur Bank gefahren um das Geld abzuheben - Kaufsumme EUR 1.200. Der Welpe wurde bar bezahlt Der Käufer erhielt eine Quittung von uns und dann wurde der Welpe von dem Käufer auch sofort mitgenommen.
Anhand nachweisbarer Korrespondenz über "WhatsApp" war die Familie überaus glücklich mit dem kleinen Welpen insbesondere auch die beiden kleinen Kinder, die bereits Hundebett etc. für den kleinen Hund hergerichtet hatten, was durch zahlreiche Fotos von den Käufern dokumentiert wurde. Bei diesen Gesprächen wurde dem Käufer auch zugesagt, dass wir den Welpen im Urlaub oder sonstigen dringenden Fällen für einen befristeten Zeitraum in Pension nehmen würden.
1 Woche später meldete sich der Käufer, dass es wohl doch etwas überstürzt gewesen war und müsste daheim erstmal für etwas Ruhe sorgen. Verbunden damit war die Bitte, ob wir den Welpen für einen befristeten Zeitraum von 14 Tagen in Pension nehmen würden. Hintergrund war wohl ein sehr merkwürdiges Seminar der Frau, direkt vor dem 2. Besuch mit der Abholung des Welpen bei uns. Die Frau des Käufers hatte uns dann über WhatsApp berichtet, dass sie nach dem Seminar (ein privates Seminar, keine berufliches) völlig durcheinander gewesen wäre. Sie wüsste gar nicht was da mit ihr passiert wäre etc. Um der Familie Beistand zu leisten haben wir dann zugesagt, den Welpen für 14 Tage in Pension zu nehmen, bis sich die Umstände bei dem Käufer wieder beruhigt haben. Am 08.07.14 wurde uns der Welpe dann in Pension gebracht.
Heute (13.07.14) erhielten wir von dem Käufer nun die über WhatsApp folgende Nachricht: „… Ich denke nur, dass die Entscheidung mit dem Hund doch zu früh war. Ich fürchte, Sie müssen sich für den Welpen nach einem neuen Zuhause umschauen.“
Da eine Rückgabe des Welpen zu keinem Zeitpunkt vorgesehen war, sind wir mit der Rückgabe natürlich nicht einverstanden. Der Welpe ist nachweisbar kerngesund, hat keine Mängel und nur weil der Käufer plötzlich meint, sie hätten sich zu früh entschieden, kann es kein Grund sein, von dem Kaufvertrag zurückzutreten. Wir wurden aufgefordert, mit Angabe der Bankverbindung, den Kaufpreis zurück zu überweisen.
Soweit nur grob der Ablauf. Konkret hätte ich die Frage:
Ist mit der Zahlung und Mitnahme des Welpen ein Kaufvertrag zustande gekommen, auch wenn dieser zum Zeitpunkt der Übergabe kein schriftlicher Vertrag vorlag? Es handelt sich um einen rein privaten Verkauf, ohne gewerblichen Hintergrund. Nochmals, der Welpe hat keine Mängel, ist kerngesund und wurde vor dem Kauf sogar 2 Mal von dem Käufer auch entsprechend begutachtet.
Es liegt folgende Quittung von uns vor …“
„Heute wurde der Welpe …………….. (Name) mit EU-Pass (Impfpass) an Fam. …. (Name) gesund übergeben. Der Kaufpreis wurde in bar bezahlt. Ahnentafel und Kaufvertrag werden schnellstens per Post verschickt.“
Vielen Dank ***** *****
Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,
Ihre Frage beantworte ich unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung wie folgt:
Ein Kaufvertrag kommt grundsätzlich durch zwei übereinstimmende Willenserklärungen zustande. Dies bedeutet, dass ein Kaufvertrag auch mündlich geschlossen werden kann und damit dann auch bindend ist.
Hinzu kommt, dass vorliegend auch durch objektive Tatsachen auf einen wirksamen Vertragsschluss geschlossen werden kann, nämlich die Übergabe des Hundes (Eigentumsverschaffung) und die Zahlung des Kaufpreises.
Soweit ein Rücktrittrecht vom Vertrag nicht ausdrücklich vereinbart worden ist, besteht ein solches nicht.
Sie müssen also den Hund nicht zurücknehmen. Hierauf hat der Käufer keinen Anspruch.
Tobias Rösemeier und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.