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S. Grass
S. Grass, Rechtsanwältin
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 5903
Erfahrung:  Mehrjährige Berufserfahrung
52374836
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S. Grass ist jetzt online.

Hallo, ich habe folgendes Problem. Ich wurde in der Nacht

Kundenfrage

Hallo, ich habe folgendes Problem.

Ich wurde in der Nacht vom Freitag auf Samstag von der Polizei aufgehalten und hatte Alkohol getrunken.
Meine BAK lag beim Test der Polizei bei 1,34 Promille. Das an sich ist ja schon schlimm genug und würde meines Wissens schon eine Strafe von min. 9-12 Monate Führerscheinentzug (oder mehr) sowie 40 – 60 Tagessätze Geldstrafe hinter sich herziehen. Wenn das reicht denn mir wurde im Jahr 2000 schon einmal der Führerschein wegen Trunkenheit für 14 Monate entzogen. Damals mit einer BAK von 2,1 Promille. Daraufhin musste ich eine MPU absolvieren die ich auch gemacht habe und geschafft habe.

Aber damit nicht genug ich habe auch noch eine laufende Bewährungsstrafe bis Oktober. Diese Stammt aus einem Urteil vom Oktober 2011. Da ging es um einer Falschaussage an Eidesstatt bei der ich zu 2000,- Euro Geldstrafe + 3 Jahre auf Bewährung verurteilt wurde. Auch hatte ich im Jahr 2008 eine Bewährungsstrafe wegen Pfandsiegelbruch bei der ich ebenfalls zu einer Geldstrafe und 3 Jahre auf Bewährung verurteilt wurde.

Sie sehen ich habe eine nicht ganz unproblematische Vergangenheit. Das genau ist mein Problem und meine Größte Sorge.

Ich habe nun Angst und die Befürchtung dass, ich wegen diesem Blödsinn meine Bewährung verspiele und in den Bau wandere. Wenn es dabei nur um mich ginge wäre es schon schlimm genug. Tut es aber nicht. Ich bin alleinerziehender Vater. Meine Tochter (15) lebt seit 2010 bei mir. Seit 2012 lebe ich mit meiner Lebensgefährtin und meiner Tochter zusammen in einem Haushalt. Seit letztes Jahr im November, arbeite ich im Geschäft meiner Lebensgefährtin als IT-Techniker. Derzeit da im Aufbau befindlich mit einem monatlichen Einkommen von 419,- Euro Netto. Dies ist im Grunde ein zwei Mann Unternehmen. Also meine Lebensgefährtin als Inhaberin und ich als Techniker.
Sie arbeitet auch noch als Verkäuferin im Einzelhandel in einem Angestelltenverhältnis.

Da sich abgezeichnet hat dass, das Geschäft gut läuft und wir uns Wohnraummäßig ein wenig vergrößern mussten steht uns jetzt zu Ende Juni auch noch ein Umzug ins Haus.

Sollte es also nun passieren, das ich wegen der Trunkenheitsfahrt und der noch laufenden Bewährungsstrafe eingesperrt werde sind wir wirtschaftlich am Ende. Die Wohnung könnten wir uns von dem Gehalt meiner Lebensgefährtin nicht leisten auch die Aufträge, da zu 100% Projektarbeit, könnten nicht mehr ausgeführt werden und wir wären auf längere Sicht finanziell ruiniert. Aber das schlimmste ist meine Tochter. Was wird mit Ihr? Von ihrer Mutter ist sie weg gegangen da sie da mit dem neuen Mann und der Schule nicht zurecht gekommen ist. Ihre Leistungen waren extrem schlecht und sie war depressiv da sie nicht mehr in Ihrem Freundeskreis war.

Nun meine Frage habe ich überhaupt eine Chance das ich aus dem ganzen ohne Gefängnisstrafe rauskomme? Der Führerscheinentzug ist zwar für das Geschäft gesehen auch nicht so prickelnd aber lässt sich irgendwie verkraften da die Projekttätigkeiten sicher auch irgendwie mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen sind. Auch die Geldstrafe bekommt man geregelt. Nur eben eine Haftstrafe wäre das Ende und das in jeder Hinsicht. Ich wäre Ihnen dankbar wenn mir jemand eine realistische Einschätzung geben kann wohin sich das gante in etwa entwickelt und welche eventuellen Möglichkeiten ich habe. Denn das ganze belastet im Moment massiv unser Familien und Geschäftsleben. Gant abgesehen vom psychischen Gesundheitszustand von uns dreien.

Danke XXXXX XXXXX für Ihre Antwort

Gruß
Thomas
Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  S. Grass hat geantwortet vor 3 Jahren.

S. Grass :

Sehr geehrter Fragesteller,

S. Grass :

die Situation ist zwar in der Tat sehr kritisch und eine Freiheitsstrafe ohne Bewährung und noch dazu ein Bewährungswiderruf wahrscheinlich, allerdings ist die Möglichkeit, keine Haftsstrafe zu bekommen schon gegeben.

S. Grass :

Entscheidendes Kriterium ist, ob es Tatsachen gibt, die eine erneute Bewährung oder ein Absehen vom Widerruf rechtfertigen. Dies bedeutet je mehr positive Aspekte und Entwicklungen in Ihrem Leben vorhanden sind, desto größer ist die Möglichkeit, keine Haft zu bekommen.

S. Grass :

Ein wichtiger Ansatzpunkt ist, da eine Alkoholfahrt vorliegt, dass Sie ggf. eine entsprechende Therapie beginnen oder zumindest ernsthaft anstreben, um nicht erneut in dieser Form rückfällig zu werden.

JACUSTOMER-ght5ifia- :

was bedeutet das im Detail?

JACUSTOMER-ght5ifia- :

über eine Therapie habe ich auch schon nachgedacht...schon aus eigenem Interersse

S. Grass :

Es ist dringend zu empfehlen, dass Sie sich einen guten Verteidiger nehmen, der insbesondere herausstellt, dass Sie sich zum Positiven verändert haben und welche großen neg. Konsequenzen (Tochter, Existenzverlust usw.) auftreten, wenn eine Haftstrafe vollstreckt wird.,

S. Grass :

Das ist gut, eine Therapie wirkt immer sehr positiv.

JACUSTOMER-ght5ifia- :

Wohin wendet man sich am besten wegen der Therapie?

S. Grass :

In der regel an einen Psychologen. Hier kann Ihnen ggf. auch die Caritas oder Diakonie in Ihrem Ort beim Auffinden behilflich sein.

JACUSTOMER-ght5ifia- :

nur mal so eine Frage am rande...muss diese Sache denn zwangsläufig vor Gericht landen?

S. Grass :

Ja das ist wahrscheinlich.

JACUSTOMER-ght5ifia- :

Weil es die Staatsanwaltschaft anstrebt oder?

JACUSTOMER-ght5ifia- :

ich meine im normalfall würde ja ein Strafbefehl ergehen und wenn man diesem nicht wiederspricht geht es ja im normalfall nicht vor gericht oder?

S. Grass :

Ja, es gibt nur begrenzte Möglichkeiten, ohne Verhandlung. Eine Einstellung ist bei dem Vorleben nicht möglich und eine "Verurteilung" mit Strafbefehl ebenso unwahrscheinlich, eben weil es mit Sicherheit auf eine Freiheitsstrafe - mit oder ohne Bewährung, dies ist das Entscheidende - vermutlich hinauslaufen wird.

S. Grass :

Im Normalfall, wenn also das Vorleben und insbesondere die Bewährung nicht bestehen wurde, wäre eine Strafbefehl sehr wahrscheinlich. Ich möchte allerdings nicht behaupten, dass ein Strafbefehl 100 % ausgeschlossen ist. Ich gehe nach meiner Erfahrung nur davon aus, dass es eher unwahrscheinlich ist.

JACUSTOMER-ght5ifia- :

aber welche realistische Chance habe ich denn ohne eine Gefängnisstrafe davon zu kommen wenn doch die alte Bewährung noch läuft und ich auch vorher schon eine Bewährung hatte :(

S. Grass :

Eine kleine Chance besteht . Bei guter Vorbereitung auf das Verfahren(Therapie usw.) würde ich die Chance im Prozente auf 40 einschätzen.

JACUSTOMER-ght5ifia- :

sollte die Therapie sich auf das Verkehrsverhalten beziehen? denn ich bin an dem Punkt das ich eine Verhaltenstherapie im allgemeinen anstrebe...zum einen weil ich mit der Situation im Moment nicht klar komme und zum anderen weil ich denke das ich diese wirklich brauche um in Zukunft mit mehr Verantwortung durch das Leben gehen zu können

S. Grass :

Ja und wegen Alkohol

JACUSTOMER-ght5ifia- :

ja das auf jeden fall auch

JACUSTOMER-ght5ifia- :

ok gut dann bedanke ich mich schon mal für die Auskünfte....ich weiß was ich zu tun habe...danke

S. Grass :

keine Ursache. Danke auch für die angenehme Kommunikation. Ihnen noch einen schönen Tag. Bitte denken Sie noch an eine Bewertung. Vielen Dank !

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