So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten.
    Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an Rechtsanwalt Kr...
Rechtsanwalt Krüger
Rechtsanwalt Krüger, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 3571
Erfahrung:  Langjährige Praxis als Rechtsanwalt
36252690
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Recht & Justiz hier ein
Rechtsanwalt Krüger ist jetzt online.

Und zwar wurde eine Freundin wegen Betrug angezeigt. Leider

Kundenfrage

Und zwar wurde eine Freundin wegen Betrug angezeigt. Leider ist sie auch wegen Betrug schon auf Bewährung.(1jahr 9monate Bewährung läuft am 5.5. ab) Nun hat sie Post von der Polizei wegen dem neuen Betrug bekommen. Sie hat sich mit dem Unternehmen in Verbindung gesetzt und hat eine Woche Zeit das Gekd zu bezahlen danach wird die Anzeige zurückgezogen. Damit ist die Sache ja nicht erledigt da Betrug ein Offizieldelikt oder wie das heisst ist.Was kann ihr dann noch passieren? Kann die Staatsanwaltschaft das einstellen oder kommt es trotzdem zur Verhandlung?
Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Rechtsanwalt Krüger hat geantwortet vor 3 Jahren.

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r)!

Vielen Dank für Ihre Frage, zu der ich gerne Auskunft gebe wie folgt.

Es wäre auf jedenfall vorteilhaft für Ihre Freundin, wenn das geschädigte Unternehmen die Anzeige zurückzieht.

Zwar wird die Staatsanwaltschaft auch ohne die Anzeige weiter ermitteln. Aber die Wiedergutmachung des Schadens kann zur Einstellung z.B. gegen Zahlung einer Geldstrafe führen.

Überdies dürfte die Schadenswiedergutmachung beim Widerruf der Bewährung von Bedeutung sein.

Das Gericht kann aufgrund der Straftat innerhalb der Bewährungszeit die Strafaussetzung auf der Grundlage des § 56f Absatz 1 Nr. 1 StGB widerrufen.

Das Gericht kann aber auch vom Widerruf absehen und z.B. die Bewährungszeit verlängern. Um das Gericht zu dieser Entscheidung zu bewegen wäre es zweckmäßig, wenn der Schaden des Unternehmens bezahlt wäre.

Bitte fragen Sie nach, wenn weiterer Klärungsbedarf besteht.

Sehr gerne helfe ich weiter.
Kunde: hat geantwortet vor 3 Jahren.

Danke XXXXX XXXXXür die Antwort. Also schaden git gemacht Unternehmen hat das der Staatsanwaltschaft auch mitgeteilt das sich das von ihrer seite her erledigt hat. Was wird due Staatsanwaltschaft jetzr machen? Einstellen? Verhandlung ansetzen u dann widerrufen? Zeit verlängern? Geht das überhaupt wenn es erst verhandelt wird wenn die Bewährungszeit rum ist?

Experte:  Rechtsanwalt Krüger hat geantwortet vor 3 Jahren.

Danke für Ihre Rückmeldung.

Das Gericht kann die Bewährung auch widerrufen, wenn die neue Straftat noch nicht rechtskräftig abgeurteilt ist. Hierzu wird Ihre Freundin anghört werden.

Das Vorgehen der Staatsanwaltschaft bei der neuen Straftat kann ich nicht abschließend beurteilen. Möglicherweise wird es zu einem Strafbefehl kommen mit einer Geldstrafe ohne Hauptverhandlung. Ihre Freundin ist geständig und hat den Schaden wiedergutgemacht. Falls es zu einer weiteren Freiheitsstrafe kommt, so könnte auch diese zur Bewährung ausgesetzt werden.

Aber ich möchte um Ihr Verständnis bitten, dass im Rahmen dieser Online-Beratung seriöserweise nicht vorausgesehen werden kann, wie die Staatsanwaltschaft vorgeht.

Ihre Freundin wird wohl oder übel abwarten müssen, was auf Sie kommt.

Angesichts der im Raum stehenden Haftstrafe möchte ich Ihrer Freundin raten, einen Anwalt zu beauftragen, der Akteneinsicht nehmen und bei der Verteidigung helfen kann.

Bitte fragen Sie nach, wenn weiterer Klärungsbedarf besteht.

Sehr gerne helfe ich weiter.
Kunde: hat geantwortet vor 3 Jahren.

Also wenn es zur Verhandlung kommt wird ihr doch eh ein Pflichtverteidiger zugeteilt oder? Also der Widerruf ist eher sehr unwahrscheinlich?

Experte:  Rechtsanwalt Krüger hat geantwortet vor 3 Jahren.

Danke für Ihre Rückmeldung.

Bei einem Betrug wird Ihrer Freundin kein Pflichtverteidiger beigeordnet, da das Mindestmaß der im Gesetz vorgesehenen Strafe weniger als ein Jahr Freiheitsstrafe beträgt, sodass kein Verbrechen vorliegt. Nur bei Verbrechen wird ein Pflichtverteidiger beigeordnet (§ 140 StPO).

Da der Schaden wieder gut gemacht worden ist, kann dies durchaus dazu führen, dass das Gericht von einem Widerruf der Bewährung absieht.

Bitte fragen Sie nach, wenn weiterer Klärungsbedarf besteht.

Sehr gerne helfe ich weiter.

Kunde: hat geantwortet vor 3 Jahren.

Aha, bei ihren letzten zwei Verurteilungrn wurde ein Pflichtverteidiger beigeordnet.


Erstmal abwarten was kommt. Und einen Beratungsschein wird sie nicht bekommen da es Strafrecht ist

Experte:  Rechtsanwalt Krüger hat geantwortet vor 3 Jahren.

Danke für Ihre Rückmeldung.

Beratungshilfe in Strafsachen gibt es, aber nur im außergerichtlichen Verfahren. Sobald ein Strafbefehl oder eine Anklageschrift vorliegt, ist das Verfahren bei Gericht anhängig und Beratungshilfe damit ausgeschlossen.

Ein Pflichtverteidiger wird, wie gesagt, regelmäßig dann bestellt, wenn ein Verbrechen vorliegt. Es gibt aber auch noch andere Gründe für die Bestellung eines Pflichtverteidigers, die bei den vorherigen Verurteilungen möglicherweise vorgelegen haben und möglicherweise auch jetzt vorliegen, z.B. wenn wegen der Schwere der Tat oder wegen der Schwierigkeit der Sach- oder Rechtslage die Mitwirkung eines Verteidigers geboten erscheint.

In § 140 StPO heißt es:

(1) Die Mitwirkung eines Verteidigers ist notwendig, wenn
1.
die Hauptverhandlung im ersten Rechtszug vor dem Oberlandesgericht oder dem Landgericht stattfindet;
2.
dem Beschuldigten ein Verbrechen zur Last gelegt wird;
3.
das Verfahren zu einem Berufsverbot führen kann;
4.
gegen einen Beschuldigten Untersuchungshaft nach den §§ 112, 112a oder einstweilige Unterbringung nach § 126a oder § 275a Absatz 6 vollstreckt wird;
5.
der Beschuldigte sich mindestens drei Monate auf Grund richterlicher Anordnung oder mit richterlicher Genehmigung in einer Anstalt befunden hat und nicht mindestens zwei Wochen vor Beginn der Hauptverhandlung entlassen wird;
6.
zur Vorbereitung eines Gutachtens über den psychischen Zustand des Beschuldigten seine Unterbringung nach § 81 in Frage kommt;
7.
ein Sicherungsverfahren durchgeführt wird;
8.
der bisherige Verteidiger durch eine Entscheidung von der Mitwirkung in dem Verfahren ausgeschlossen ist;
9.
dem Verletzten nach den §§ 397a und 406g Absatz 3 und 4 ein Rechtsanwalt beigeordnet worden ist.
(2) In anderen Fällen bestellt der Vorsitzende auf Antrag oder von Amts wegen einen Verteidiger, wenn wegen der Schwere der Tat oder wegen der Schwierigkeit der Sach- oder Rechtslage die Mitwirkung eines Verteidigers geboten erscheint oder wenn ersichtlich ist, daß sich der Beschuldigte nicht selbst verteidigen kann. Dem Antrag eines hör- oder sprachbehinderten Beschuldigten ist zu entsprechen.

Bitte fragen Sie nach, wenn weiterer Klärungsbedarf besteht.

Sehr gerne helfe ich weiter.

Ähnliche Fragen in der Kategorie Recht & Justiz