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RASchiessl
RASchiessl, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 26381
Erfahrung:  Vertragsanwalt des Bayerischen Wohnungs- und Grundeigentümerverbandes Regensburg
32916861
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RASchiessl ist jetzt online.

Guten Tag, ich habe folgende Frage: Meine Eigentumswohnung

Kundenfrage

Guten Tag, ich habe folgende Frage: Meine Eigentumswohnung hat eine genehmigte Dachterrasse auf einem zum Haus gehörenden Anbau. Diese Terrasse ist ca. 20 qm groß. Der Anbau ist jedoch viel größer, so dass auch die Terrasse viel größer sein könnte, wenn man die Zustimmung des Nachbars bekommen würde. Habe ich aber nicht. Das heißt, ich muss den genehmigten Teil des Daches von dem nichtgenehmigten Teil abgrenzen. Wo finde ich hierzu Vorschriften, wie diese Abgrenzung erfolgen muss? Können es auch massive Blumenkübel sein? Wie hoch muss so eine Abgrenzung sein? Im Übrigen schließt sich an die andere Seite der Terrasse, also hinter meiner nicht genehmigten Terrasse eine Dachterrasse des Nachbarn an, die er ohne meine Zustimmung und ohne Einhalten der Abstandsfläche gebaut hat. Wie geht man denn nun am besten vor. Mit ihm reden macht gar keinen Sinn. Vielen lieben Dank für eine Antwort.
Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Darf ich Sie höflich fragen:

Wo soll denn Ihre Abgrenzung stehen? Auf Ihrer Terrasse?

Sie sagen die Terrasse des Nachbarn ist nicht genehmigt. Was sagt denn die Hausverwaltung dazu? Wird denn Ihr Nachbar nicht aufgefordert die Terrasse wieder zu beseitigen?





Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 3 Jahren.
Hallo, Danke fürs schnelle Antworten. Der Nachbar ist selbst Eigentümer. Ich habe gerade da gekauft. An das Haus ist ein Anbau ca. 50 qm gekommen, auf dem nun ein Teil meiner Terrasse ist. Den anderen Teil, darf ich nicht nutzen, wegen der Abstandsflächen. Nun will dieser Nachbar, dass auf meiner Terrasse eine Mauer oder ein hohes Geländer hinkommt, so dass man wirklich nicht mehr auf den Rest der Terrasse kommen würde, so dass er in Ruhe auf seiner illegalen Terrasse machen kann was er will. Was soll ich denn nun tun?
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

haben Sie vielen Dank für Ihre freundliche Ergänzung.

Die für Sie einschlägige Norm ist § 22 WEG. Danach dürfen Sie Ihre Terrasse sogenannte Bauliche Veränderungen nur dann vornehmen, wenn die Wohnungseigentümergemeinschaft dies genehmigt.

Was eine bauliche Anlage ist, ist nun im Gesetz nicht definiert. Die wurde von der Rechtsprechung herausgearbeit.

Ein Zaun oder eine Mauer ist eine bauliche Anlage (KG NJW-RR 1994, 526; OLG Frankfurt a. M. MietRB 2010, 332.). Die Errichtung darf nur dann erfolgen, wenn die Eigentümergemeinschaft dies so beschließt.

Ebenso verhält es sich bei einem Zaun.

Bei Blumenkübeln müssen Sie unterscheiden ob diese mit dem Boden fest verbunden sind oder nicht. Sind die Blumenkübel nicht mit der Terrasse verbunden sondern nur aufgestellt, so dürfen Sie diese ohne Zustimmung der Eigentümergemeinschaft aufstellen.

Unabhängig davon sind Sie als Eigentümerin der falsche Ansprechpartner für die "Wünsche" des Nachbarn.

Sie haben an der Terrasse ein Sondernutzungsrecht. Das bedeutet dass die Terrasse im Gemeinschaftseigentum der WEG steht. Die WEG ist also für Fragen der Abgrenzung (Zaun. Mauer) verantwortlich. Die WEG muss dabei Ihr Sondernutzungsrecht beachten.

Das bedeutet natürlich dass wenn ein Zaun oder eine Mauer errichtet werden soll, dass dies nicht auf Ihrer Terrasse erfolgen darf sondern auf dem nicht genehmigten Teil. Die Kosten muss in dem Fall auch die WEG tragen.

Wenn nun Ihr Nachbar ebenso Teil der WEG ist (wenn das nicht so sein sollte dann bitte melden) dann gilt für diesen ebenso § 22 I WEG.

Die Terrasse ist ebenso eine bauliche Anlage die von der Eigentümergemeinschaft (also auch von Ihnen) genehmigt werden muss.

Liegt eine solche Genehmigung nun nicht vor, so hat die Eigtümergemeinschaft gegen den Miteigentümer einen Anspruch auf Beseitigung der Terrasse (§ 1004 BGB).

Wenn Sie weitere Fragen haben, dann fragen Sie gerne nach.

Ansonsten bitte ich Sie höflich meine Antwort positiv zu bewerten und damit das ausgelobte Honorar freizugeben.




Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt

Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

habe ich Ihre Fragen beantwortet?

Wenn ja, dann würde ich mich über eine positive Bewertung sehr freuen.


Ansonsten fragen Sie gerne nach!



Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt

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