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S. Grass
S. Grass, Rechtsanwältin
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 5913
Erfahrung:  Mehrjährige Berufserfahrung
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S. Grass ist jetzt online.

Guten Tag! Ich befand mich bis vor einiger Zeit in Ausbildung

Kundenfrage

Guten Tag!

Ich befand mich bis vor einiger Zeit in Ausbildung in einem Berufsbildungswerk mit angeschlossenem Wohnkomplex, einer Einrichtung, welche ein ganzheitliches pädagogisches Konzept verfolgt und Menschen mit verschiedensten Defiziten die Chance bieten will, eine Berufsausbildnug erfolgreich zu absolvieren. Im Rahmen des dort angebotenen Freizeitsports (Hallenfußball) wurde ich durch einen Mitschüler, welcher bereits mehrfach durch seine hohe Aggressivität aufgefallen ist, durch eine gezielte Attacke verletzt (Absplitterungen an der Kniescheibe sowie Beschädigung von Gelenkknorpel, operativer Eingriff erfolgt, dauerhafte Bewegungseinschränkungen und Schmerzen sind wahrscheinlich). Leider war ich ob meiner psychischen Belastung längere Zeit nicht dazu in der Lage, darauf zu reagieren. Durch den Träger des Berufsbildungswerkes wird bestritten, dass es sich um eine absichtliche Körperverletzung handelt, im angefertigten Unfallbericht wird kein Verursacher namentlich genannt. Es gibt jedoch einen Zeugen, der bestätigen kann, dass die Körperverletzung vorsätzlich herbeigeführt wurde und zudem auch zuvor durch den Täter angekündigt wurde. Einen Strafantrag wegen Körperverletzung habe ich gestellt, allerdings erst deutlich nach Ablauf der 3-monatigen Frist, so dass ich leider davon ausgehen muss, dass alleine wegen Fristversäumnis eine Verurteilung wegen Körperverletzung nicht in Frage kommt. Meine Frage wäre nun, ob es sinnvoll wäre, einerseits den Täter und andererseits auch das Berufsbildungswerk auf Schmerzensgeld zu verklagen. Letzterem werfe ich dabei vor, dass es auf Grund der von ihm übernommenen pädagogischen Verantwortung für alle dort untergebrachten Menschen mit psychischen oder sozialen Problemen meine Gesundheit dadurch hätte schützen müssen, dass es einem bekanntermaßen aggressiven Schüler spätestens nach der Ankündigung einer Körperverletzung die weitere Teilnahme am Sportangebot hätte untersagen müssen. Dies ist jedoch nicht geschehen.
Vielen Dank XXXXX XXXXX Antwort!
Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  S. Grass hat geantwortet vor 3 Jahren.

S. Grass :

Sehr geehrter Fragesteller,

S. Grass :

leider ist es zutreffend, dass eine strafrechtliche Verfolgung wegen des Versäumens der Antragsfrist nicht mehr in Betracht kommen wird. Hiervon zu unterscheiden sind aber die zivilrechtlichen (Schmerzensgeld-)Ansprüche. Diese verjähren erst in 3 Jahren.

S. Grass :

Allerdings werden Sie nur einen Anspruch gegen den Schäidiger haben. Dies wäre nur dann abders, wenn der Einrichtung vorgeworfen werden kann, dass aufgrund der bekannten Agressivität des Täters dieser entweder vom Sport hätte ausgegrenzt werden oder zumindest engmaschig beobachtet werden müssen.

S. Grass :

Dies bedeutet, dass der Einrichtung eine Pflichtverletzung vorzuwerfen sein muss. Nicht ausreichend hingegen ist der Umstand, dass man den Täter trotz des Vorfalls weiterhin an solchen Aktivitäten teilhaben lässt.

JACUSTOMER-qv5k54a4- :

Was wäre zum Beispiel eine solche Pflichtverletzung?

S. Grass :

Wie gesagt, das Erkennen der Gefahr und das bewusste in Kauf nehmen durch die Teilnahme oder das Wegsehen trotz erforderlicher Kontrolle.

JACUSTOMER-qv5k54a4- :

Das wird wohl kaum nachzuweisen sein...

S. Grass :

Das ist genau das Problem, daher werden Sie Ansprüche nur gegen den Täter geltend machen können.

JACUSTOMER-qv5k54a4- :

Bestehen da Erfolgschancen auch ohne strafrechtliche Verurteilung?

S. Grass :

Natürlich. Das Strafrecht und das Zivilrecht gehen häufig andere Wege. Für den Erfolg einer Klage ist im Grunde nur der Nachweis erforderlich, dass es sich nicht um eine "typische Sprortverletzung" handelt, die man sich also beim Sport nunmal zuziehen kann, sondern dass ein bewusstes Handeln vorlag, um gezielt zu verletzen.

JACUSTOMER-qv5k54a4- :

Angenommen, ein Gericht folgt dieser Ansicht nicht und geht von Fahrlässigkeit aus, ist dann ein Schmerzensgeldanspruch nicht gegeben?

S. Grass :

Das kommt darauf an.

S. Grass :

Fußball gilt allgemein als Kampfsportart, bei der Verletzungen der Gliedmaßen nicht immer auszuschließen sind. Wer Fußball spielt, dem wird unterstellt, dass er sich bewusst auf die diesem Sport anhaftende potentielle Gefahr einlässt.

S. Grass :

Das heißt aber nicht, dass man jeder unfaire Verhalten akzeptieren muss.

S. Grass :

Spielt ein Spieler außerhalb der geltenden Regeln roh und gewalttätig und verletzt den Gegner im Kampf um den Ball rücksichtslos oder absichtlich, macht er sich schadensersatzpflichtig.



S. Grass :

vergleiche: Oberlandesgericht Hamm Urteil vom 22.10.2012, AZ:I-6 U 241/11

JACUSTOMER-qv5k54a4- :

Ich werde wohl nicht umhinkommen, mir für die Zivilklage einen Anwalt zu nehmen? Sind Sie in diesem Rahmen berechtigt und in der Lage, mir jemanden zu empfehlen?

S. Grass :

Ist sicher insofern besser, weil dieser natürlich die Rechtslage kennt und ggf. auch besser argumentieren kann. Wenn Sie mir mitteilen, in welcher Stadt Sie leben, kann ich Ihnen eine Empfehlung ggf. aussprechen.

JACUSTOMER-qv5k54a4- :

Ich lebe in Hamburg, der Beklagte wohnt allerdings in Gera (Ostthüringen), dort ist auch der Vorfall passiert. Ich gehe davon aus, dass deswegen auch das Gericht in Gera zuständig ist, oder?

S. Grass :

Das ist richtig. Wo soll der RA sein? In Hamburg oder Gera?

JACUSTOMER-qv5k54a4- :

Besser wäre in Gera.

S. Grass :

Die Kanzlei Roland Grabe, Humboldtstr. 5, in Gera ist u.a. auf die Geltendmachung von Schmerzensgeld spezialisiert.

JACUSTOMER-qv5k54a4- :

Gut, vielen Dank. Positive Bewertung folgt!

S. Grass :

Danke Ihnen ! Ich wünsche noch einen schönen Tag !

S. Grass :

Sie hatten freundlicherweise eine Bewertung angekündigt, diese aber noch nicht vorgenommen. Gibt es Probleme ? Bitte teilen Sie diese mit oder nehmen die Bewertung vor. Vielen Dank !

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