So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten.
    Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an Rechtsanwalt Ch...
Rechtsanwalt Christian Joachim
Rechtsanwalt Christian Joachim, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 3088
Erfahrung:  Staatsexamen, Zulassung als Rechtsanwalt, Mediator
30639152
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Recht & Justiz hier ein
Rechtsanwalt Christian Joachim ist jetzt online.

Hallo, meine Frage(n) bezieht sich auf eine Teilversteigerung.

Kundenfrage

Hallo,

meine Frage(n) bezieht sich auf eine Teilversteigerung. Um die ganze Geschichte kurz zu erklären...
Mein Lebensgefährte ist seit Feb/2012 nach 14 Jahre Ehe geschieden. Er und seine Ex-Frau besitzen jeweils hälftig 2 Gartengrundstücke und 2 kleine Reihenhäuser. Die Ex-Frau hat jetzt die Teilungsversteigerung beantragt, welche auch in 4 gesonderten Verfahren ins Haus geflattert sind.
Zur Scheidung und Gütertrennung wurde mein Lebensgefährte regelrecht über den Tisch gezogen. Er hat sämtliche Kosten für die Objekte (Grundsteuern, Restschulden etc) aufgebrummt bekommen und darf auch noch die in der Ehe entstandenen Schulden ALLEIN abzahlen. (unter anderem Stromschulden) Seine Ex-Frau hat bei mehreren Telefonanbietern Verträge auf seinen Namen abgeschlossen und Rechnungen verursacht die sich in die Tausende belaufen. (laut Einzelverbindungsnachweisen kann mein Lebensgefährte diese nicht verursacht haben, er fuhr zu diesen Tageszeiten im Nah- und Fernverkehr LKW)
Nach der Trennung hat seine Ex-Frau ihn wegen "angeblicher Vergewaltigung" angezeigt, es kam zur Verhandlung wo seine Ex-Frau der Lüge überführt wurde und meinem Lebensgefährten die Unschuld bewiesen wurde.
Summa Summarum: sie will ihm schaden wo es nur geht !
Leider Gottes hat sie eine sehr gute Anwältin, die alles durchdrückt was ihre Mandantin sich auch einfallen lässt.
Ok, bevor ich abschweife... die Teilungsversteigerung:
Es gab im Vorfeld vom Gericht abgesegnet einen Vergleich. Mein Lebensgefährte sollte 4.500 € (in monatichen Raten von 150 €) an seine Ex-Frau für die Häuser und die Gartengrundstücke abdrücken und gleichzeitig noch die Notarkosten für die Umschreibungen in den Grundbüchern zahlen. Dies ist aber leider so ziemlich gar nicht möglich, da er ja monatlich schon 200 € in die Schuldentilgung steckt. Dabei hat er nur einen Verdienst von noch nicht mal 800 € mtl.
Ich verstehe nicht, dass seine Ex-Frau für überhaupt nichts aufkommen muss und er sämtliche Kosten tragen soll.
Wir hatten in der Zwischenzeit schon einen RA konsultiert, aber ich brauche nun doch noch einmal eine zweite Meinung.
Es sind wie gesagt 4 Teilungsversteigerungsverfahren draus gemacht worden...
Die beiden Gartengrundstücke und das kleine Haus können dort gern unter den Hammer kommen. Aber das größere Haus möchten wir gern retten. (es leben dort 3 Generationen- die Mutter meines Lebensgefährten, mein Lebensgefährte, ich bin mit meinem 13 jährigen Sohn im August erst dazu gezogen und seit Oktober lebt auch der Sohn meines Lebensgefährten [aus der Ehe mit seiner Ex-Frau stammend] bei uns)
Unser Anwalt hatte nun Beschwerde eingereicht, und auf eine Kindeswohlgefährdung plädiert, doch nun kam vor zwei Tagen der Beschluss vom Amtsgericht dass die Beschwerde abgelehnt wurde...
Die Gegenseite lässt sich absolut nicht auf ein Gespräch ein und ist auch zu keinerlei Vergleichen mehr bereit.
Was haben wir nun überhaupt noch für Möglichkeiten um unser zu Hause zu retten?

mit freundlichen Grüßen
S. E.
Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Rechtsanwalt Christian Joachim hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

ohne Weiteres ist die Lage problematisch.

Die Teilungsversteigerung ist zur Auflösung der Miteigentümergemeinschaft gedacht.

Grundsätzlich können Sie diese nur dann verhindern, wenn dringende Gründe dagegen sprechen, wie zum Beispiel wenn ein Auszug der dort wohnen Person nicht möglich ist. Dies hat wohl der Kollege bereits vergeblich versucht.

Insofern auch keine Einigung außergerichtlich möglich ist, bleibt Ihnen nur die Immobilie selbst zu steigern insofern den hälftigen Miteigentumsanteil in das eigene Eigentum zu überführen.

Hilfreich kann es sein, wenn Wohnrecht oder andere Dienstbarkeiten auf dem Grundstück liegen, was potentielle Versteigerer meistens abschreckt. Sie können der Gegenseite ansonsten auch ein Kaufpreisangebot machen, zum Beispiel, dass alle anderen 3 Grundstücke übertragen werden im Gegenzug aber der Miteigentumsanteil an diesem Haus an ihren Lebensgefährten oder die Familie übertragen wird.

Bezüglich der oben genannten weiteren Vorwürfe bestehen möglicherweise auch Aufrechnungsansprüche, die Sie im Rahmen des Teilungsversteigerung Verfahrens hinsichtlich des Erlöses für die Gegenseite geltend machen können. Hier müssten allerdings parallel zivilrechtliche Klagen zum Beispiel bezüglich der Telefonrechnung et cetera eingereicht werden. Dies wäre zum Beispiel weiteres Druckmittel dazu, dass die Gegenseite ein lenkt und hier auf die Teilungsversteigerung verzichtet bzw. den Miteigentumsanteil an Sie überträgt.

Die Einigung ist somit die beste Möglichkeit, um die Versteigerung zu verhindern.

Ansonsten können Sie diese nur verzögern:

nach § 180 Abs. 2 ZVG kann bei Vergleichsverhandlungen für die Dauer von 6 Monaten beantragt werden, die Versteigerung einzustellen. Dieser Antrag kann auch wiederholt werden.

Aus taktischen Gründen kann auch ein Antrag nach §§ 869 765a ZP0 auf Einstellung der Versteigerung wegen gröbster Unbilligkeit gestellt werden, auch wenn die h.M. die Vorschrift im Verfahren der Teilungsversteigerung nicht für anwendbar hält (vgl. OLG Koblenz NJW 60, 828). Durch die sofortige Beschwerde nach § 793 ZPO kann diese Ansicht sodann überprüft werden.

Sofern die Ermittlung des Verkehrswertes durch ein Sachverständigengutachten erfolgt, kann gegen die Festsetzung des Verkehrswertes sofortige Beschwerde erhoben werden.

Im Versteigerungstermin wird eine Sicherheitsleistung verlangt, § 67 ZVG. Bleibt das Meistgebot unter 7/10 des festgesetzten Verkehrswerts, wird Versagung des Zuschlags beantragt, § 74a Abs. 1 ZVG.

Wird beim nächsten Termin der 5/10 Wert nicht erreicht, wird der Zuschlag von Amts wegen versagt, § 85a ZVG.

Konnte ich Ihnen zunächst hilfreich antworten?

Gerne können Sie sich weiter an mich wenden.

Über ihre positive Bewertung freue ich mich.

Viele Grüße



Experte:  Rechtsanwalt Christian Joachim hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

bitte bewerten Sie meine Antwort positiv (Frage beantwortet – informativ und hilfreich – toller Service) damit die von Ihnen ausgelobte Vergütung gem. den Nutzungsbedingungen freigegeben wird. Da Sie keine weiteren Nachfragen gestellt haben, gehe ich davon aus, dass ich Ihre Frage hilfreich beantwortet habe.

Sollten Sie noch Nachfragen haben oder weitere Informationen benötigen, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Viele Grüße

Ähnliche Fragen in der Kategorie Recht & Justiz