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raschwerin
raschwerin, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 17095
Erfahrung:  Rechtsanwalt
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Sehr geehrte Rechtsberater, ich habe folgende Frage: Meine

Kundenfrage

Sehr geehrte Rechtsberater,

ich habe folgende Frage:

Meine GmbH betreibt eine Gastronomie. Dort fand vor 2 Jahren eine Hochzeitsfeier mit ca 50 Gästen statt. Derzeit ist ein Rechtsstreit anhängig, in dem meine GmbH auf Zahlung der Rechnung klagt. Eine erster Gerichtetermin fand statt; im Raum steht ein Vergleichsvorschlag, es gibt noch kein Urteil.

Das Hochzeitspaar bestreitet die Höhe der seinerzeitigen Getränkerechnung, genauer: bestritten wird die Menge der konsumierten Getränke. Die Beklagten bestreiten die Mengen pauschal, d.h. sie bestreiten nicht - Punkt für Punkt - einzelne Positionen der Rechnung, was sie u.E. im Sinne eines substantiierten Bestreitens tun müßten.

Eine Hochzeit ohne Getränke sei nicht wahrscheinlich, gab der Richter im ersten Termin zu bedenken. Gleichwohl bestehen die Beklagten darauf, dass die Klägerin im einzelnen nachzuweisen habe, welche Mengen damals (vor 2 Jahren !) von den Gästen bestellt und konsumiert wurden. Der Richter sieht das offenbar ähnlich; d.h. er sieht die Klägerin in der Pflicht, genaue Einzelnachweise über die im einzelnen konsumierten Mengen zu liefern. Das ist das Problem, denn ein solcher Nachweis ist 2 Jahre nach der Feier kaum noch möglich. M.E. geht das Gericht zu weit in seinem Verlangen nach weiteren Beweisen. Die Vorlage der Kassenbons reicht ihm nicht.

Auch der als Zeuge geladene Restaurantleiter konngte sich an Einzelheiten der bestellten Mengen nicht mehr erinnern. Der Richter erwartete, dass sich der Zeuge genau an Einzelheiten jeder Bestellung erinnert, was er - verständlicherweise bei 50 Gästen - nicht mehr konnte. Der Zeuge räumte also ein, dass er nicht mit letzter Bestimmtheit sagen könne, ob die Menge der ausgetrunkenen Flaschen Wein/Sekt/Spirituosen/Soft Drinks/Kaffees ect. exakt stimmt und der Kassenabschluß korrekt eingebucht wurde.

Der Richter ließ durchblicken, dass die Klägerin aufgrund dieser Zeugenaussage leider keinen hinreichenden Nachweis erbringe und er der Klage nach derzeitigem Stand nicht stattgeben könne.

Der Restaurantleiter (als Zeuge) konnte sich aber erinnern, dass dem Hochzeitspaar am Ende der Feier die Sammlung aller leeren Flachen mit der Aufforderung gezeigt wurde, die Mengen zu überprüfen. Das Hochzeitspaar habe aber am späten Abend auf die Prüfung verzichtet. Dass ihnen diese Möglichiet der Überprüfung angeboten worden war, wird von den Beklagten auch gar nicht bestritten. Die Klägerin argumentiert daraufhin vor Gericht, dass die Beklagten mit ihrem Verzicht die Menge der Getränke akzeptiert hätten.

Als weiterer Punkt kommt hinzu, dass die Klägerin vorprozessual das Gespräch mit den Beklagten gesucht und mit den Beklagten einen mündlichen Vergleich geschlossen hatte: In diesem Vergleich wurde mit den Beklagten ein Nachlaß von 25 % der Getränkerechnung vereinbart, um die Angelegenheit - aus Gründen der Kulanz - schnell vom Tisch zu bekommen. Für das Zustandekommen des Vergleichs wurde klägerseitig die Marketingleiterin, die den Vergleich ausgehandelt hatte, als Zeugin benannt. Diese Zeugin wurde allerdings bis heute nicht vom Amtsgericht geladen.

Die geänderte Rechnung haben die Beklagten - trotz des Vergleichs - nicht bezahlt. Vielmehr ließen sie es auf einen Rechtsstreit ankommen. Sie sind jetzt maximal bereit, 50 % der Getränkerechnung zu bezahlen. Dieses "Angebot" griff der Richter auf und schlug einen entsprechenden Vergleich vor.

Die Klägerin neigt dazu, einen solchen zweiten Vergleich abzulehnen und auf einem Urteil zu bestehen und ggf. in die Berufung zu gehen.
Wie sind die Aussichten ?

Mit freundlichen Grüßen

Kava
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für die Nutzung von Justanswer.

Gern beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Die Gäste müssen ja mindestens 75 % der Rechnung zahlen.

Schließlich haben sie dies außergerichtlich schon anerkannt, als sie einen Rabatt von 25 % vereinbarten.

Insoweit sollte der 50 % Vergleich nicht angenommen werden.