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RARobertWeber
RARobertWeber, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 3316
Erfahrung:  Rechtsanwalt in Berlin
55358529
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RARobertWeber ist jetzt online.

Folgender Sachverhalt: Ich bin Selbstständig mit einer Metallverarbeitung.

Kundenfrage

Folgender Sachverhalt: Ich bin Selbstständig mit einer Metallverarbeitung. Ein Bekannter von mir rief in meinem Büro an, hatte einen Mitarbeiter am Telefon und bat mich über diesen Mitarbeiter, ob ich ihm auf seinem Gewerbehof (ca. 500 mm Luftlinie, durch eine Kreisstrasse gertrennt) eine Baggerschaufel entladen könne, da er im Moment nicht dort anwesend sei. Mein Bekannter hat eine Tiefbaufirma und es bestehen eigentlich keinerlei Geschäftsbeziehungen miteinander. Es war ein reiner Gefallen, den ich ihm geleistet hatte.

Beim Entladen habe ich von dem Liefer-LKW den Tank beschädigt. Der Spediteur möchte nun den Tank erneuert haben. Kosten ca. 2000,- € netto. Ich habe dieses versucht zu klären, da ich lediglich als Erfüllungsgehilfe gehandelt habe und § 278 BGB geltend gemacht. Trotzdem bin ich als Privatperson von Geschädigten verklagt worden, obwohl alle Fracht- und Empfänger-Papiere auf die Firma meines Bekannten lauten. Muss ich jetzt mit einer Schadensersatz-Leistung rechnen ? Bitte um Antwort.
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  RARobertWeber hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

das Problem ist, das § 278 BGB nur in Vertragsbeziehungen anwendbar ist. Der Spediteur hat gegen Sie jedoch auch noch einen Anspruch aus § 823 BGB, also aus Deliktsrecht. Dieser Anspruch läuft unabhängig von den vertraglichen Beziehungen und dementsprechend auch unabhängig von § 278 BGB. Der Spediteur ist daher in der für ihn sehr komfortablen Lage, sich den Anspruchsgegner auszusuchen, da sowohl Ihr Bekannter (wegen Sachbeschädigung bei Vertragserfüllung) als auch Sie (wegen Sachbeschädigung gemäß § 823 BGB) zur Verfügung stehen.

Zwar gibt es auch im Deliktsrecht die Haftung für den Verrichtungsgehilfen (§ 831 BGB), jedoch wirkt der zugunsten des Spediteurs, da er ihm die Möglichkeit gibt, AUCH den Bekannten zu verklagen. Er bringt Sie leider nicht aus der Schußlinie.

Sie müssen daher damit rechnen, dass Sie den Schaden bezahlen müssen.

Ihre beste Chance besteht darin, entweder die Versicherung (die eigene oder die des Bekannten, soweit vorhanden) zur Zahlung zu überreden, oder den Schaden des Spediteurs zu bestreiten, beispielsweise weil der alte Tank keine € 2000 wert war, die Reparatur überteuert war oder der Spediteur mitschuldig war. Jede dieser Strategien ist erfolgsversprechender als § 278 BGB. Allerdings ist aus der Distanz schwer zu sagen, welche Schadensbestreitungsstrategie im Endeffekt wirksamer ist.

In der Güteverhandlung haben Sie dann auch die Möglichkeit, einen Vergleich herauszuhandeln. Dessen Inhalt besteht aus dem, auf das Sie und der Spediteur sich einigen können, es kommt da also auf Ihre Verhandlungskünste an.

Bitte stellen Sie solange Nach- und/oder Verständnisfragen, bis Sie zufrieden sind. Es ist nicht notwendig, die Antwort mit "Habe Rückfragen" zu bewerten, es reicht aus, die Rückfragen einfach zu stellen.

Wenn Sie keine Nach-/Verständnisfragen mehr haben und mit der Antwort zufrieden sind, bitte ich um eine positive Bewertung, um die Bezahlung zu ermöglichen.

Ansonsten verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

Das Zurückhalten relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung radikal verändern. Diese Beurteilung ist lediglich eine erste rechtliche Orientierung.
Experte:  RARobertWeber hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

ich bitte um eine kurze Mitteilung, ob Rück- oder Verständnisfragen existieren. Ansonsten bitte ich entsprechend der Regeln der Plattform um eine Bewertung der Antwort, um die Vergütung zu ermöglichen.

Vielen Dank im Voraus,
mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt