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Tobias Rösemeier
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 16814
Erfahrung:  seit 1995 als selbständiger Rechsanwalt tätig.
37896974
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Recht & Justiz hier ein
Tobias Rösemeier ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren,meine Mutter schenkte mir kurz

Kundenfrage

Sehr geehrte Damen und Herren,
meine Mutter schenkte mir kurz vor ihrem Tod ein kleines Grundstück mit freistehendem Haus. Kurz danach erfuhr ich, daß es keine Baugenehmigung hat, bestenfalls einen Bestandschutz. Ich nahm trotzdem ein Bauspardarlehen in Höhe von 15000€ auf, teils zum Renovieren, hauptsächlich aber um meinem Bruder einen Pflichtanteil von 5000€ zu gewähren. Meinem Bruder war das zu wenig, habe aber lange nichts mehr von ihm gehört. Nun möchte meine Frau sich von mir trennen und verlangt die Hälfte des Gesamtwerts. Das gesamte Anwesen wurde im Jahr 2004 von einem Gutachter auf 55000€ geschätzt. Meine Fragen: Hat es den Wert überhaupt, spielt die Finanzierung bei der Aufteilung an meine Frau und meinem Bruder eine Rolle und kann ich es überhaupt ruhigen Gewissens verkaufen?
Vielen Dank
Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,


Ihre Frage beantworte ich unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung wie folgt:

Die Schenkung des Hauses an Sie stellt im Falle einer Trennung bzw. Scheidung ein privilegierten Vermögenserwerb dar. Dies bedeutet, dass Ihre Ehefrau hier nicht die Hälfte des Hauses von Ihnen einfordern kann.

Im Rahmen der Scheidung wird der Zugewinnausgleich vorgenommen. Unter Zugewinnausgleich versteht man den Vermögenszuwachs eines Ehegatten während der Ehe.

Hierzu wird das Endvermögen erst einmal ermittelt. Hierunter versteht man das Vermögen, welches zum Zeitpunkt der Scheidung vorhanden ist. Dies ist in Ihrem Fall das Haus. Wenn noch Schulden bestehen, werden von dem Wert des Hauses noch diese Schulden abgezogen.

Ich erkläre Ihnen dies anhand eines Beispiels.

Angenommen das Haus hat einen Wert von 55.000 € und das Schulden betragen noch 10.000 €, dann wäre Ihr Endvermögen 45.000 €.

Vom Endvermögen wird aber das Anfangsvermögen, also das Vermögen, welches zum Zeitpunkt der Eheschließung vorhanden war, in Abzug gebracht. Zum Anfangsvermögen zählen aber auch Schenkungen und Erbschaften, die ein Ehegatte alleine gemacht hat. In Ihrem Fall ist es also so, dass der Wert des Hauses als Schenkung durch Ihre Mutter zum Anfangsvermögen zählt. Somit wird der Wert wieder abgezogen, so dass Sie keinen Zugewinn erzielt haben und somit Ihre Ehefrau auch keine Ausgleichszahlung im Falle der Scheidung erhält.

Ob Ihr Bruder noch Ansprüche Ihnen gegenüber geltend machen kann, hängt davon ab, wann Ihre Mutter verstorben ist. Pflichtteilsansprüche verjähren innerhalb von 3 Jahren.

Der Kredit, den Sie aufgenommen haben, spielt also beim Zugewinn Ihrer Ehefrau eine Rolle. Bei Ihrem Bruder können Sie diesen aber nicht auf den Pflichtteil anrechnen lassen.

Da Sie Alleineigentümer des Hauses aufgrund der Schenkung sind, können Sie das Haus verkaufen, wenn Sie dies denn wollten.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste rechtliche Orientierung verschaffen. Gerne stehe ich für Rückfragen zur Verfügung. Über eine positive Bewertung für meine Antwort würde ich mich sehr freuen.
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,


Ihre Frage beantworte ich unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung wie folgt:

Die Schenkung des Hauses an Sie stellt im Falle einer Trennung bzw. Scheidung ein privilegierten Vermögenserwerb dar. Dies bedeutet, dass Ihre Ehefrau hier nicht die Hälfte des Hauses von Ihnen einfordern kann.

Im Rahmen der Scheidung wird der Zugewinnausgleich vorgenommen. Unter Zugewinnausgleich versteht man den Vermögenszuwachs eines Ehegatten während der Ehe.

Hierzu wird das Endvermögen erst einmal ermittelt. Hierunter versteht man das Vermögen, welches zum Zeitpunkt der Scheidung vorhanden ist. Dies ist in Ihrem Fall das Haus. Wenn noch Schulden bestehen, werden von dem Wert des Hauses noch diese Schulden abgezogen.

Ich erkläre Ihnen dies anhand eines Beispiels.

Angenommen das Haus hat einen Wert von 55.000 € und das Schulden betragen noch 10.000 €, dann wäre Ihr Endvermögen 45.000 €.

Vom Endvermögen wird aber das Anfangsvermögen, also das Vermögen, welches zum Zeitpunkt der Eheschließung vorhanden war, in Abzug gebracht. Zum Anfangsvermögen zählen aber auch Schenkungen und Erbschaften, die ein Ehegatte alleine gemacht hat. In Ihrem Fall ist es also so, dass der Wert des Hauses als Schenkung durch Ihre Mutter zum Anfangsvermögen zählt. Somit wird der Wert wieder abgezogen, so dass Sie keinen Zugewinn erzielt haben und somit Ihre Ehefrau auch keine Ausgleichszahlung im Falle der Scheidung erhält.

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Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste rechtliche Orientierung verschaffen. Gerne stehe ich für Rückfragen zur Verfügung. Über eine positive Bewertung für meine Antwort würde ich mich sehr freuen.

Bekannt aus:

 
 
 
„[...]mehr als Zehntausend Experten weltweit; 1500 davon in Deutschland. Acht Jahre nach dem Start ist das [...] Online-Unternehmen mit seinen 90 Mitarbeitern die größte Web-Seite für das Vermitteln von Experten von Anwälten über Ärzte bis hin zu Universitätsprofessoren.“
„Wer eine fachmänische Lösung für ein medizinisches, rechtliches oder technisches Problem sucht, kann das jetzt auch im Internet tun. Lebenshilfe auf die schnelle, unkomplizierte und vor allem erschwingliche Art bietet die Seite www.justanswer.de. Etwa 1500 Experten stehen per Mail für Fragen zu ca. 200 Fachgebieten rund um die Uhr zur Verfügung."
„Rat gewünscht? Rechtliche, medizinische oder allgemeine Fragen beantworten Experten unter www.justanswer.de."
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