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Stellen Sie Ihre Frage an S. Grass.

S. Grass
S. Grass, Rechtsanwältin
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 5096
Erfahrung:  Mehrjährige Berufserfahrung
52374836
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Recht & Justiz hier ein
S. Grass ist jetzt online.

Hallo, ich habe eine Frage.

Kundenfrage

Hallo, ich habe eine Frage. Ich war ab dem 01.10.12 bis 31.03.13 in einem Unternhmen befristet. Im Januar wurde ich schwanger. Ich habe meinem Arbeitgeber noch nichts von der Schwangerschaft erzählt, weil mir Ende Januar zugesichert wurde das mein Vertrag am 01.04.13 in ein unbefristetes AV übergehen sollte und ich eine neue Position annehmen werde auch ab 01.04.2013, der Nachtrag zum Arbeitsvertrag wurde auch bereits Ende Januar erstellt, mir allerdings erst am 18.03.2013 ausgehändigt. Nun ist meine Frage, kann/ muss ich meiner Chefin jetzt schon sagen das ich schwanger bin? Der Mutterpass wurde am 21.02.2013 ausgestellt. Kann meine Chefin mich aufgrund das ich es immernoch nicht gesagt habe, kündigen? Kann ich meiner Chefin heute sagen das ich Schwanger bin ohne etwas zu befürchten, oder sollte ich den 01.04.2013 abwarten? Vielen Dank XXXXX XXXXXür Ihre Hilfe. XXX

Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  S. Grass hat geantwortet vor 3 Jahren.

S. Grass :

Sehr geehrte Fragestellerin,

JACUSTOMER-u3dos57m- :

Sehr geehrte Frau Grass

S. Grass :

grundsätzlich ist es unzulässig von Seiten des Arbeitgebers Fragen zu einer Schwangerschaft zu stellen. Genausowenig besteht eine Aufklärungspflicht seitens der potentiellen Arbeitnehmerin über eine bestehende Schwangerschaft aufzuklären.

S. Grass :

Dies bedeutet konkret, dass Sie die Schwangerschaft verschweigen dürfen, ohne dass der AG die Möglichkeit hat, aus dem Verschweigen neg. Konsequenzen zu ziehen, also z.B. den Vertrag zu kündigen oder wegen Täuschung anzufechten.

JACUSTOMER-u3dos57m- :

Auch wenn ich mich bereits in einem AV befinde das zur Zeit befristet ist?

S. Grass :

Sofern der Vertrag von Seiten des Arbeitgebers schon rechtsgültig unterzeichnet wurde, könnten Sie - müssen Sie aber nicht - über die Schwangerschaft aufklären. Ungünstig ist es allerdings vor Vertragsschluss die Schwangerschaft zu erwähnen, da dies möglicherweise zur Konsequenz haben könnte, dass der Vertrag dann nicht geschlossen wird.

JACUSTOMER-u3dos57m- :

Man hat mir gesagt das ich nach ausstellen des Mutterpasses verpflichtet bin, es meinem AG zu melden sonst könnte man mir etwas anhaben..?

S. Grass :

Es kommt nicht darauf an, ob Sie schon bei dem AG beschäftigt sind oder dort neu einsteigen. Er darf nicht fragen und Sie müssen nicht aufklären.

JACUSTOMER-u3dos57m- :

Meine Vertragsänderung wurde bereits von beiden Seiten unterzeichnet, würde aber erst ab 1.4. greifen.

JACUSTOMER-u3dos57m- :

Das heißt ich könnte heute meine Chefin darüber informieren?

S. Grass :

Diese Information ist nicht korrekt. es gibt sogar Urteile, wonach eine Arbeitnehmerin noch nicht einmal dann zur Aufklärung über die Schwangerschaft verpflichtet ist, wenn ein schwangerschaftsbedingtes Beschäftigungsverbot besteht.

S. Grass :

Wenn der Vertrag schon geschlossen wurde, könnten Sie aufklären, müssen aber nicht. Dies auch, wenn der Arbeitsbeginn erst in wenigen Tagen ist.

S. Grass :

Wenn es Ihnen ei sichereres Gefühl gibt, warten Sie lieber noch ein paar Tage, bis Sie die Schwangerschaft erwähnen.

JACUSTOMER-u3dos57m- :

Was würden Sie an meiner Stelle tun? Ich muss es schon so lange verheimlichen.. Und wäre froh wenn ich es endlich sagen könnte, aber ich habe eben Angst das man mich kündigt.

S. Grass :

Da es wirklich audf die paar Tage nicht ankommt würde ich bis nach Ostern warten.

S. Grass :

Sie müssen wirklich kein schlechtes Gewissen haben. Es hat einen guten Grund, warum die deutsche Rechtssprechung und mittlerweile auch die europäische auf Seiten der Schwangeren steht.

S. Grass :

Realistisch betrachtet, hat eine schwangere Frau, wenn dies bekannt ist, kaum die Chance, einen Arbeitsplatz zu bekommen. Das Kind als Hindernis, das soll nicht sein!

JACUSTOMER-u3dos57m- :

Okay, ich dachte nur das ich es ihr heute sagen könnte da ich heute ein MA Gespräch habe und Sie sonst sehr schlecht zu greifen ist.

S. Grass :

Wenn Sie es unbedingt erzählen wollen, könnten Sie dies tun. Ich hatte nur mitgeteilt, was ich an Ihrer Stelle machen würde.

S. Grass :

Rechtslich sind Sie auf der sicheren Seite und zwar völlig egal, wann Sie es sagen. Wichtig ist nur, dass der Vertrag schon geschlossen wurde.

JACUSTOMER-u3dos57m- :

Auch wenn er erst am 1.4. beginnt, ja?

S. Grass :

Ja Vertrag ist Vertrag ! Davon kann man sich nicht so einfach lösen, auch wenn das eigentliche Beschäftigungsverhältnis noch nicht begonnen hat.

S. Grass :

Aber wie gesagt, für das bessere Gefühl warten Sie einfach noch ein paar Tage.

S. Grass :

Im Übrigen möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass Sie diesen Chat wieder aufgreifen könnten, sollten sich z.B. in den nächsten Tagen noch Probleme ergeben.

S. Grass :

Falls aktuell keine Unklarheiten mehr bestehen, möchte ich Sie bitten, eine Bewertung vorzunehmen. Vielen Dank !

JACUSTOMER-u3dos57m- :

Alles klar, ich bedanke mich! Vielen Dank..

S. Grass :

Danke

JACUSTOMER-u3dos57m- :

Sehr gerne

Experte:  S. Grass hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

Sie haben leider bislang vergessen, die Bewertung vorzunehmen. Nutzen Sie hierfür bitte die Smileys.

Sollte einer Bewertung aus Ihrer Sicht etwas entgegenstehen, teilen Sie mir dies bitte mit.

Vielen Dank !

Mit freundlichen Grüßen
RA Grass

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