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RAKRoth
RAKRoth, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 3521
Erfahrung:  Schwerpunkte: Vertragsrecht, Erbrecht, Internetrecht, Mietrecht, Wettbewerbsrecht
35468264
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RAKRoth ist jetzt online.

Guten Tag,Die Sache ist etwas kompliziert.Mein Onkel ist

Kundenfrage

Guten Tag,

Die Sache ist etwas kompliziert.

Mein Onkel ist vor 5 Jahren verstorben. Er war Eigentümer einer Landwirtschaft in Tirol. Da er kein Testament hinterließ, wurden seine 4 Geschwister zu je 1/4 die neuen Eigentümer.

Meine Mutter wollte die Landwirtschaft als Ganzes übernnehmen, doch eine Schwester wollte nicht verkaufen.

Mittlerweile wurden 2/4 der Landwirtschaft, an einen Nachbarslandwirt verkauft, der die Landwirtschaft ohne Pachtvertrag bewirtschaftet und auch Förderungen darür bekommt.

1/4 gehört noch einer mittlerweile besachwalterten Tante und das letzte Viertel hat meine Mutter auf mich übertragen.

Der Nachbarslandwirt, der die Böden nutzt, möchte keinen Pacht zahlen.

Ist es sinnvoll, wenn ich versuche, das Viertel von meiner besachwalterten Tante zu kaufen, sodass auch ich im 50% Eigentum der Landwirtschaft bin. Ist eine Realteilung dadurch einfacher?

Der Notar teilte damals, mit dass eine Realteilung eines landwirtschaftlichen Hofes in Tirol nicht möglich sei.

Die Hofstelle ist jedoch desolat und abbruchreif.

Der Nachbar und jetztige Miteigentümer, hat ja eine eigene Hofstelle.

Für mich erstrebenswert wäre eine Realteilung.

Welche Möglichkeiten sehen Sie?
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  RAKRoth hat geantwortet vor 4 Jahren.

RAKRoth :

Sehr geehrter Ratsuchender,

RAKRoth :

vielen Dank für Ihre Anfrage.

RAKRoth :

In der Sache geht es offenbar um das in Österreich geltende bäuerliche Sondererbrecht (Anerbenrecht), das von der gesetzlichen Erbfolge abweicht.

RAKRoth :

Die Auffassung des Notars zur Realteilung ist jedenfalls richtig.

RAKRoth :

Die Einzelheiten - insbesondere im Hinblick auf das Tiroler Höfegesetz - müssten geprüft werden. Hierzu müssten Sie einen Kollegen beauftragen.

RAKRoth :

§ 15 Tirloler Höfegesetz bestimmt jedenfalls :Sind zur gesetzlichen Erbfolge nach dem Alleineigentümer eines geschlossenen Hofes mehrere Miterben berufen, so kann der Hof samt Zugehör (§ 20 Abs. 4) nur einem von ihnen, dem Anerben (Übernehmer), zufallen. Können sich die Miterben nicht einigen, wer von ihnen Anerbe werden soll, so hat diesen das Verlassenschaftsgericht nach folgenden Regeln zu bestimmen:






















1.



Nachkommen des Erblassers, die auf dem Hof aufwachsen oder aufgewachsen sind, gehen dem überlebenden Ehegatten vor; dieser reiht vor den übrigen Verwandten. Stammt der Hof jedoch ganz oder zum größten Teil von der Seite des überlebenden Ehegatten, so steht diesem und den Nachkommen des Erblassers aus der Ehe mit diesem der Vorrang vor anderen Nachkommen zu.



2.



Stammt der Hof ganz oder zum größten Teil von der Seite eines früheren Ehegatten des Erblassers, so gehen die Nachkommen des Erblassers aus der Ehe mit diesem Ehegatten anderen Miterben vor.



3.



Hat ein zur Hofnachfolge berufener vorverstorbener Nachkomme des Erblassers Nachkommen hinterlassen, die auf dem Hof aufwachsen, so gehen diese anderen Miterben vor.



4.



Hat der Erblasser weder Nachkommen noch einen Ehegatten hinterlassen und stammt der Hof ganz oder zum größten Teil von der Seite eines Elternteils, so gehen die Miterben von dieser Seite vor.