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raschwerin
raschwerin, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 17085
Erfahrung:  Rechtsanwalt
27582713
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raschwerin ist jetzt online.

Wir haben einen anerkannten Wasserschaden, die Festen Kosten

Kundenfrage

Wir haben einen anerkannten Wasserschaden, die Festen Kosten wurden von der Hausratversicherung und Gebäudeversicherung übernommen (Trocknen, Streichen,Parkett). Jetzt geht es um den Nutzungsausfall und Eigenleistung (4 Wochen waren wir in einer Pension - die Kosten wurden von der Hausratversicherung bezahlt. Wir schlafen aber seit weiteren 6 Wochen auf Luftmatratzen bekommen wir hier auch noch etwas ersetzt.
Unsere Wohnung ist zu 80% unwohnbar sie ist 110qm groß. Was kann mann an Eigenleistung ansetzten wir haben weit über 100 Stunden schon gearbeitet.

mfg
Karin Caspers
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 4 Jahren.

raschwerin :

Sehr geehrter Fragesteller, vielen Dank für die Nutzung von Justanswer. Gern beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

raschwerin :

Sind Sie Mieter?

JACUSTOMER-5so6cths- :

eigentümer

raschwerin :

Ok, danke.

raschwerin :

Wie ist der Schaden entstanden? Kann man jemanden dafür verantwortlich machen?

JACUSTOMER-5so6cths- :

Nein, Schlauch geplatzt

raschwerin :

Und warum ist das passiert? Konnte man das ermitteln?

JACUSTOMER-5so6cths- :

Der SChaden wurde vom Versicherungssachverständigen begutachtet und als Schaden akzeptiert. Nach dem warum wurde nicht gefragt.

raschwerin :

Ok, danke.

raschwerin :

Dann muss die Versicherung ja auch alle Schäden ersetzen.

raschwerin :

Es kann für das Schlafen auf den Luftmatratzen aber allenfalls ein fiktiver Schaden als Schmerzensgeld geltend gemacht werden.

JACUSTOMER-5so6cths- :

Bekommt man keinen Nutzungsausfall und für die Eigenleistungen kein Geld - dann ist man ja blööd wenn man nicht von Handwerker machen läßt, dass kann doch nicht wahr sein _ man spart der Versicherung doch eine Menge Geld. Wir hätten doch auch die ganze Zeit im Hotel schlafen können.

raschwerin :

Was meinen Sie mit dem Nutzungsausfall?

JACUSTOMER-5so6cths- :

Für die Unbewohnbarkeit unserer Wohnung

raschwerin :

Ja, klar, aber das lässt sich schwer bemessen. Hier muss man auf Pauschalsätze zurückgreifen. Klar ist aber, dass die Versicherung das zahlen muss. Nur die Höhe ist dann letztlich noch zu klären.

JACUSTOMER-5so6cths- :

Das ist doch meine Frage welche Pauschalsätze, was kann ich fordern

raschwerin :

Das Problemfeld des Schadensersatzes wegen der Einbuße von Gebrauchsvorteilen eigener Sachen ist juristisch stark umstritten, was sich leider auch in einer stark unterschiedlichen Entscheidungspraxis der Instanzgerichte widerspiegelt. Selbst die BGH-Rspr. ist hier uneinheitlich. Zunächst vertrat der BGH die Auffassung, dass es sich bei der fehlenden Gebrauchsmöglichkeit eines Hauses um eine ersatzfähige Schadensposition handele (BGH NJW 67, 1803). Später vertrat er die Auffassung, dass dies sowohl bei Häusern als auch bei Eigentumswohnungen nicht der Fall sei (BGH NJW 76, 1630). In der Folgezeit hat die Rspr. des V. Senats des BGH einen Weg des Kompromisses eingeschlagen. Demnach sei eine schadensersatzfähige Position gegeben, wenn es sich um die fehlende Gebrauchsmöglichkeit von solchen handelt, auf deren ständige Verfügbarkeit der Berechtigte für die eigenwirtschaftliche Lebenshaltung typischerweise angewiesen ist (BGH NJW 86, 2037). Demnach wäre dies für ein von der gesamten Familie bewohntes Haus sicherlich überwiegend der Fall, aber nciht vollständig. So wäre demnach die fehlende Gebrauchsmöglichkeit eines nur gelegentlich genutzten Gästezimmers ebensowenig ersatzfähig wie ein nicht für die tägliche Lebensführung benötigter Hobbykeller.

So wäre also zunächst zu ermitteln, für welche fehlenden Gebrauchsmöglichkeiten konkret Schadensersatz beansprucht werden könnte. Hier einfach das gesamte Haus oder Grundstück anzusetzen wäre also zu pauschal.

Im nächsten Schritt ist dann der Schadensersatz von Ihnen zu beziffern. Hinsichtlich der entgangenen ersatzfähigen Gebrauchsvorteilen ist hier auf den Wert abzustellen, dem der Gebrauch der Sache im Wirtschaftsverkehr entspricht. Bei Wohnraum ist hier also auf die ortsübliche Vergleichsmiete abzustellen. Zu beachten ist hierbei, dass die Rspr. diese Vergleichsmiete um den kürzt, und zwar zum einen um die in der Miete rgelmäßig enthaltene Gewinnspanne des Vermieters und um die bei privater Nutzung regelmäßig nicht anfallenden Kosten. Daher sollte von 40 % der üblichen Miete ausgegangen werden (Palandt/Heinrichs, Vorb. § 249 Rn. 26).

Im Ergebnis sollten Sie also einen Betrag geltend machen, der 40 % der ortsüblichen Miete entspricht, falls Sie die zur täglichen Lebensführung erforderlichen Räumlichkeiten vermieten würden. Welchen Betrag Sie bei Vergleichsverhandlungen nicht unterschreiten sollten, kann nicht allgemein beantwortet werden. Dies hängt zum einen von Ihrem Verhandlungsgeschick ab und zum anderen davon, ob Sie überhaupt bereit wären, einen Prozess zu führen. Da Sie in diesem Prozess die Beweislast der anspruchsbegründenden Voraussetzungen tragen müssten und die Rechtslage bei diesem Problemfeld keineswegs eindeutig ist, sollten Sie es nicht vorschnell auf einen Prozess ankommen lassen.

JACUSTOMER-5so6cths- :

Danke

und was kann ich für Eigenleistung ansetzten?

raschwerin :

Hier muss man vergleichbare Sätze von Handwerkern nehmen und davon 50 % abziehen.

JACUSTOMER-5so6cths- :

danke

JACUSTOMER-5so6cths- :

Sie meinen also, daß ich keinen weiteren Anspruch auf Entschädigung habe für das Schlafen auf der Luftmatratze

raschwerin :

Dafür nicht, aber für den Nutzungsausfall insgesamt schon.

JACUSTOMER-5so6cths- :

ok danke das wars.

raschwerin :

Gern.