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RAKRoth
RAKRoth, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 3523
Erfahrung:  Schwerpunkte: Vertragsrecht, Erbrecht, Internetrecht, Mietrecht, Wettbewerbsrecht
35468264
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Guten Tag! Hätte ein paar Fragen zu einer Adoption. Können

Kundenfrage

Guten Tag! Hätte ein paar Fragen zu einer Adoption. Können Sie mir da weiterhelfen?
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  RAKRoth hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

bitte stellen Sie Ihre Fragen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Also meine Schwester hat am 28.02.2012 einen Jungen zur Welt gebracht hat ihn dann zur Adoption freigegeben. Die baldigen Adoptiveltern haben Ihn auch noch aus dem Krankenhaus abgeholt und mit zu sich genommen. Meine Schwester hat dann nach 8 Wochen bei einem Notar eine Einwilligung einer Adoption unterschrieben die wie es drauf steht unwiederruflich ist. Sie leidet schon seid Monaten darunter und würde alles tun den Jungen zurück zu bekommen. Die Caritas sagt das das nicht mehr möglich ist. Die Dame der Caritas erklärte das wenn ein Jahr um ist die "Adoptiveltern" einen Adoptivantrag stellen müssen. Meine Frage ist jetzt da die Adoption ja noch nicht ganz durch ist sprich ja auch noch kein Adoptivantrag gestellt werden kann es für meine Schwester irgendwie möglich ist Ihren Jungen wieder zubekommen? Dazu muss ich noch sagen das sie schon 2 Kinder hat und sie es ohne Ihr 3. Kind nicht aushält. Dazu kommt das sie angegeben hat das der Vater unbekannt ist allerdings muss ich dazu sagen das sie zum Zeugungsdatum mit 2 Männer Geschlechtsverkehr hatte einen jungen Mann der zur zeit nicht erreichbar ist und der andere ist Ihr Partner der ebenfalls Vater sein könnte der auch davon ausgeht und auch laut seiner Aussage seinen Sohn wiederhaben möchte. Falls sie noch Fragen haben stehe ich Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügug. Meine Frage ist also haben sie eine chance und was sollen sie jetzt tun?


 


MfG

Experte:  RAKRoth hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihren Nachtrag.

Eine Adoption ist nur unter eng festgelegten Voraussetzungen aufhebbar.

Die einschlägigen gesetzlichen Vorschriften sind §§ 1760 und 1763 BGB, deren Wortlaut nachfolgend abgedruckt sind:

§ 1760 - Aufhebung wegen fehlender Erklärungen

(1) Das Annahmeverhältnis kann auf Antrag vom Familiengericht aufgehoben werden, wenn es ohne Antrag des Annehmenden, ohne die Einwilligung des Kindes oder ohne die erforderliche Einwilligung eines Elternteils begründet worden ist.

(2) Der Antrag oder eine Einwilligung ist nur dann unwirksam, wenn der Erklärende

a) zur Zeit der Erklärung sich im Zustand der Bewusstlosigkeit oder vorübergehenden Störung der Geistestätigkeit befand, wenn der Antragsteller geschäftsunfähig war oder das geschäftsunfähige oder noch nicht 14 Jahre alte Kind die Einwilligung selbst erteilt hat,
b) nicht gewusst hat, dass es sich um eine Annahme als Kind handelt, oder wenn er dies zwar gewusst hat, aber einen Annahmeantrag nicht hat stellen oder eine Einwilligung zur Annahme nicht hat abgeben wollen oder wenn sich der Annehmende in der Person des anzunehmenden Kindes oder wenn sich das anzunehmende Kind in der Person des Annehmenden geirrt hat,
c) durch arglistige Täuschung über wesentliche Umstände zur Erklärung bestimmt worden ist,
d) widerrechtlich durch Drohung zur Erklärung bestimmt worden ist,
e) die Einwilligung vor Ablauf der in § 1747 Abs. 2 Satz 1 bestimmten Frist erteilt hat.
(3) Die Aufhebung ist ausgeschlossen, wenn der Erklärende nach Wegfall der Geschäftsunfähigkeit, der Bewusstlosigkeit, der Störung der Geistestätigkeit, der durch die Drohung bestimmten Zwangslage, nach der Entdeckung des Irrtums oder nach Ablauf der in § 1747 Abs. 2 Satz 1 bestimmten Frist den Antrag oder die Einwilligung nachgeholt oder sonst zu erkennen gegeben hat, dass das Annahmeverhältnis aufrechterhalten werden soll. Die Vorschriften des § 1746 Abs. 1 Satz 2, 3 und des § 1750 Abs. 3 Satz 1, 2 sind entsprechend anzuwenden.

(4) Die Aufhebung wegen arglistiger Täuschung über wesentliche Umstände ist ferner ausgeschlossen, wenn über Vermögensverhältnisse des Annehmenden oder des Kindes getäuscht worden ist oder wenn die Täuschung ohne Wissen eines Antrags- oder Einwilligungsberechtigten von jemand verübt worden ist, der weder antrags- noch einwilligungsberechtigt noch zur Vermittlung der Annahme befugt war.

(5) Ist beim Ausspruch der Annahme zu Unrecht angenommen worden, dass ein Elternteil zur Abgabe der Erklärung dauernd außerstande oder sein Aufenthalt dauernd unbekannt sei, so ist die Aufhebung ausgeschlossen, wenn der Elternteil die Einwilligung nachgeholt oder sonst zu erkennen gegeben hat, dass das Annahmeverhältnis aufrechterhalten werden soll. Die Vorschrift des § 1750 Abs. 3 Satz 1, 2 ist entsprechend anzuwenden.

Nach Ihrem Sachvortrag liegen die Voraussetzungen nach § 1760 BGB nicht vor.

Während der Minderjährigkeit des Kindes kann das Familiengericht nach § 1763 I BGB das Annahmeverhältnis von Amts wegen aufheben, wenn dies aus schwerwiegenden Gründen zum Wohl des Kindes erforderlich ist.

§ 1763 BGB:

(1) Während der Minderjährigkeit des Kindes kann das Familiengericht das Annahmeverhältnis von Amts wegen aufheben, wenn dies aus schwerwiegenden Gründen zum Wohl des Kindes erforderlich ist.

(2) Ist das Kind von einem Ehepaar angenommen, so kann auch das zwischen dem Kind und einem Ehegatten bestehende Annahmeverhältnis aufgehoben werden.

(3) Das Annahmeverhältnis darf nur aufgehoben werden,

a) wenn in dem Falle des Absatzes 2 der andere Ehegatte oder wenn ein leiblicher Elternteil bereit ist, die Pflege und Erziehung des Kindes zu übernehmen, und wenn die Ausübung der elterlichen Sorge durch ihn dem Wohl des Kindes nicht widersprechen würde oder
b) wenn die Aufhebung eine erneute Annahme des Kindes ermöglichen soll.
Experte:  RAKRoth hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

haben Sie noch Nachfragen. Ich helfe gerne weiter.