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RA Schröter
RA Schröter, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 7716
Erfahrung:  12 Jahre Erfahrung als Rechtsanwalt
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RA Schröter ist jetzt online.

Wir bauen in Hamburg ein neues Haus. Das Haus entsteht

Kundenfrage

Wir bauen in Hamburg ein neues Haus.

Das Haus entsteht in unmittelbarer Nähe einer sehr ungepflegten aber gesunden Hecke. Die Hecke hat einen Abstand zum Haus von ca. einem Meter und ist ca. 4 Meter hoch.
2 bodentiefe Fenster mit Ausrichtung zur Hecke werden deutlich verschattet. Die Ausrichtung der beiden Fenster ist in Richtung Westen. Weitere Fenster gehen in Richtung Norden, so dass der Hauptwohnraum des Hauses (Wohn- bzw. Esszimmer) merklich dunkel ist. Die Fenster wurden mit Absicht in Richtung Westen ausgerichtet, um hier Abendsonne zu haben.

Wir hatten damit gerechnet, dass es eine eindeutige Sachlage ist und hier eine Genehmigung erteilt wird. Die Ablehnung des Antrages kam mit folgender Begründung lt. §4 der Verordnung zum Schutz des Baumbestandes:

- kein tragfähiger Grund für die Maßnahme erkennbar.
- Hecke wirkt zum jetzigen Zeitpunkt gesund und vital.
- Hecke ist aufgrund ihrer Ortsbild prägenden Wirkung für das Stadtbild von besonderer Bedeutung und erhaltenswert.
- Ein Heckenpflegeschnitt wird genehmigt.

Wir planen nun Wiederspruch einzulegen mit folgender Begründung:

1. Laut Baumschutzverordnung in Verbindung mit dem Hamburgischen Naturschutzgesetzes liegt ein ausnahmefähiger Sachverhalt vor:
Der Hauptwohnraum des Hauses (Wohn- und Essbereich im Untergeschoß) wird durch die Hecke erheblich beeinträchtigt. Durch die extreme Nähe der Hecke sowie ihre Höhe ist keinerlei Lichteinfall aus Westen möglich. Ein fachgerechter Rückschnitt der Hecke kann dieses Problem aufgrund der Nähe zur Hauswand nicht beheben
(ACHTUNG: Hier bin ich mir nicht sicher, wie stark ich eine solche Hecke zurück schneiden dürfte. Bei einem Meter stehen hauptsächlich noch dicke Stämme).

2. Die Bedeutung der Hecke für das Landschaftsbild ist als niedrig einzustufen:
Die Hecke trennt die Wohngrundstücke von der angrenzenden Schule. Eine besondere Wahrnehmung der Hecke ist weder von der Schulseite noch von der Seite meines Grundstückes möglich. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass der unmittelbar angrenzende Bereich der Schule als Lehrerparkplatz genutzt wird, hat nur eine sehr eingeschränkte Öffentlichkeit Zugang zur Hecke.

3. Das bestehende Landschaftsbild wird durch eine angemessene Neubepflanzung im Sinne aller Beteiligten wieder hergestellt:
Durch eine Neupflanzung einer deutlich niedrigeren Hecke mit maximalem Abstand zum Haus wird sichergestellt, dass keine nachhaltige Verschlechterung des Landschaftsbildes eintritt und gleichzeitig die Verschattung des Hauptwohnraumes des Hauses aufgehoben wird.

Was raten Sie mir?
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  RA Schröter hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte/r Ratsuchende/r,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die noch weitere Angaben erforderlich macht.

Sie führen aus, dass die Hecke nur einen Meter Abstand zum Haus hat. Grundsätzlich ist zur Grundstücksgrente ein Abstand von drei Metern einzuhalten. Besteht hier eine Ausnahme oder befindet sich die Hecke auf Ihrem Grundstück?

Was wurde mit dem Bescheid abgelehnt, das Bauvorhaben, die beiden Fenster in Ausrichtung Westen oder der Heckenschnitt?

Für ergänzende Informationen wäre ich dankbar, um besser auf Ihr Anliegen eingehen zu können.

Viele Dank!

Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrter Herr Schröter,


 


das Bauvorhaben ist genehmigt und der Rohbau steht bereits.


Die Hecke befindet sich auf meinem Grundstück. Der Abstand zwischen Haus und Grundstücksgrenze beträgt 2,5 Meter. Der Abstand zwischen Hecke und Hauswand beträgt ca. 1 Meter.


 


Es wurde abgelehnt, die Hecke zu roden.


 


Vielen Dank und beste Grüße
MF

Experte:  RA Schröter hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte/r Ratsuchende/r,

Die Begründung zu dem ablehnenden Bescheid ist sicherlich nicht von der Hand zu weisen. In der Baumschutzordnung wird aber ausdrücklich darauf hingewiesen, dass eine Beschattung durch eine Hecke als Beeinträchtigung hinzunehmen ist. Unabhängig von dem prägenden Charakter der Hecke benötigen Sie eine Zustimmung um die Hecke zu entfernen.

Sie werden voraussichtlich auf Ihren Widerspruch einen ablehenden Widerspruchsbescheid erhalten und können dann mit einer Leistungsklage sich an das Verwaltungsgericht wenden. Aus meiner Sicht steht weniger die Hecke an sich im Fokus der Begründung, sondern die Baumschutzordnung, die in das Eigentum eingreift. Vielversprechender bei einer Begründung ist die mögliche Gefahr, die von einer solch hohen Hecke ausgeht. So ist die Hecke nur einen Meter von dem Haus entfernt. Bei entsprechenden Unwettern ist es denkbar, dass durch die Hecke ein Schaden an dem Haus verursacht, der umso größer ausfällt, je höher die Hecke ist.


Dies rechtfertigt als Begründungsansatz jedenfalls ein deutliches Zurückschneiden der Hecke. Soweit Sie die Hecke, die wohl gesund ist, komplett enternen möchten, werden Sie um eine Klage vor dem Verwaltungsgericht nicht umhin kommen, in der Sie die bestehende Baumschutzordnung dann in Relation zum Eigentum in Frage stellen müßten.

Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen und Ihnen einen ersten Überblick verschaffen.

Ich würde mich freuen, wenn Sie meine Antwort positiv bewerten, wenn Sie mit dieser zufrieden sind. Sollte meine Antwort Ihre Frage noch nicht vollständig beantworten oder Sie noch Fragen haben, fragen Sie nach bevor Sie eine Bewertung abgeben.

Mit besten Grüßen

Marcus Schröter, MBA

Rechtsanwalt & Immobilienökonom

Zertifizierter Zwangsverwalter

Experte:  RA Schröter hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte/r Ratsuchende/r,

soweit noch Nachfragen bestehen, stehe ich hier gerne weiterhin zur Verfügung. Habe ich Ihre Frage beantwortet, bin ich für eine positive Bewertung dankbar.

Vielen Dank und beste Grüße!

Experte:  RA Schröter hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte/r Ratsuchende/r,

soweit noch Nachfragen bestehen, stehe ich hier gerne weiterhin zur Verfügung. Habe ich Ihre Frage beantwortet, bin ich für eine positive Bewertung dankbar.

Vielen Dank und beste Grüße!

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