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S. Grass
S. Grass, Rechtsanwältin
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 5903
Erfahrung:  Mehrjährige Berufserfahrung
52374836
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S. Grass ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren, wir haben im Jahre 1984 ein

Kundenfrage

Sehr geehrte Damen und Herren,
wir haben im Jahre 1984 ein Fertighaus der Fa. Durabrik bauen lassen. Nun wurde festgestellt, daß die Dachsparren, bzw. die Isolierung asbesthaltig ist. Festgestellt vom TÜV Rheinland. Nun unsere Frage: Handelt es sich um einen versteckten Mangel ? Können wir die Fa. Durabrik regresspflichtig machen? Was kann, bzw. muß man tun?
Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar.
Mit freundl. Grüßen
G. Neumann
Schulstr. 40
52428 Jülich
02463/906200 oder 016094772407
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  S. Grass hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

grundsätzlich besteht bei Ansprüchen aus einem Bauvertrag eine 5-jährige Verjährungsfrist. Diese 5 Jahresfrist beginnt mit der Abnahme des Bauwerkes zu laufen und ist in Ihrem Fall längst abgelaufen.

In Ihrem Falle könnte allerdings ein arglistiges Verschweigen eines Mangels vorliegen und damit eine Verjährung von 30 Jahren angenommen werden (vgl. OLG Naumburg, Az.: 6 U 90/03 vom 12.11.2003). Argilsi wird vorhanden gewesen sein, denn der Bauunternehmr musste wissen, dass er Asbest verarbeitet, obwohl bereits 1982 ein verbot für die Verwendung derartiger Produkte im Baubereich existierte. Insofern wird ggf. auch der von Ihnen zu führende Nachweis hinsichtlich des arglistigen Verschweigens zu führen sein.


Ich hoffe, Ihnen behilflich gewesen zu sein. Bei Unklarheiten stellen Sie bitte beliebig oft Nachfragen. Stellen Sie Ihre Rückfragen bitte nicht über die Smilies, sondern „dem Experten“ antworten. Halten Sie die Frage für nicht beantwortet, fragen Sie bitte beliebig oft nach.

Bestehen keine Nachfragen, bewerten Sie bitte die erteilte Antwort.

Mit freundlichen Grüßen
RA Grass

S. Grass und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte RA Grass, danke für Ihre Nachricht. Eine weitere Frage: Die Fa. Durabrik ist eine belgische Firma. Seinerzeit hatte sie eine Niederlassung in Aachen. Der Werkvertrag ist in deutscher Sprache, auch DM-Preise." Der Werkvertrag unterliegt ausschließlich den Bestimmungen der VOB Teil B, neuester Fassung. " Wortwörtlich im Vertrag. Mittlerweile hat die Firma nur noch eine Adresse in Belgien.


Ist es sinnvoll, erst einmal um Stellungnahme zu dieser arglistigen Täuschung zu bitten ? Und wenn ja, welche Formulierung wäre angebracht. Ich möchte noch mitteilen, daß wir im Jahre 2007 durch den TÜV Rheinland von den asbesthaltigen Platten erfahren haben. Ist es richtig, daß der Zeitpunkt unseres Wissens um die Täuschung keine Rolle spielt? Der TÜV stellte auch fest, daß eine Demontage nicht zwingend notwendig sei. Mittlerweile ist man aber doch anderer Meinung? Zumal evtll. das Haus verkauft werden soll.


Mit freundl. Grüßen


G. Neumann


 

Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.


Sehr geehrte Frau RA Grass,


danke für Ihre Info. Ist es sinnvoll, die Firma Durabrik, nunmehr nur in Belgien ansässig, um Stellungnahme zu dieser arglistigen Täuschung zu fragen? Und wenn, in welcher Form? Seinerzeit war die belgische Firma in Aachen ansässig, auch der Werkvertrag ist in deutscher Sprache und mit DM-Preisen ausgefüllt. Ich denke, daß deutsches Baurecht gültig ist. Wir haben im Jahre 2007 von den asbesthaltigen Sparren erfahren. Da wir evtll. das Haus verkaufen wollen, denken wir nun an Sanierung. Mittlerweile hällt man Asbest - auch wenn es fest verbaut ist, für hochgefährlich. Gibt es eine gesetzlich festgelegte Regel für das Verbot, Asbest im Bau zu verwenden, schon ab 1982?


Für ihre Antwort wäre ich dankbar.Freundl. Grüße


Gudrun Neumann

Experte:  S. Grass hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

um Stellungnahme zu bitten ist wenig sinnvoll, da in Ausnahmefällen damit zu rechnen ist, dass jemand eingesteht einen anderen getäuscht zu haben.

Es sollte der Fa. sofort arglistige Täuschung unterstellen. Asbest durfte ab 1982 nicht mehr im Bau verwendet werden und die Fa. hat es doch getan. Sich darauf zu berufen, man habe keine Kenntnis über die Asbesthaltigkeit gehabt ist wenig glaubwürdig.

Die Entwicklungen der Asbestverbote können Sie hier gut nachlesen:

http://www.buk-marburg.de/schadstoffe-gefahrstoffe/asbest.html

Da die Fa. in Deutschland gebaut hat und einen deutschen Vertrag verwendet hat, ist auch deutsches Recht anzuwenden.

Sie sollten die Firma anschreiben, auf den geschlossenen Vertrag hinweisen, "unterstellen" dass bewusst Asbest verbaut wurde, dass die Fa. hierüber Kenntnis hatte und Sie hierüber nicht informiert hat, also eine arglistige Täuschung vorliegt. Fordern Sie die Fa. unter Fristsetzung auf, Schadensersatz zu zahlen. falls Sie den Betrag schon beziffern können, nennen Sie den Betrag. versende Sie das Schreiben auf jeden Fall nachweisbar, also per Einschreiben.

Mit freundlichen Grüßen
RA Grass

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