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ra-huettemann
ra-huettemann, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 22364
Erfahrung:  Staatsexamen Zulassung als Rechtsanwalt
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ra-huettemann ist jetzt online.

Mein Sohn ist nach Cannabis Konsum mit seinem Auto gefahren

Kundenfrage

Mein Sohn ist nach Cannabis Konsum mit seinem Auto gefahren und ist erwischt worden. 6 Wochen später bekam er Post von der Führerscheinstelle wo ihm der Entzug der Fahrerlaubnis angedroht wurde und er die Möglichkeit hatte sich zu äußern.Das hat er gemacht, bekam aber nur ein paar Prospekte wo er sich zur MPU Beratung melden sollte und die Auflage nach spätestens 2 Wochen den Führerschein freiwillig abzugeben.45 tage später bekam er Post von der Bußgeldstelle in der stand dass er ein Fahrverbot von 3 Monaten hätte, 1000 Euro strafe und 4 Punkte. Und dass er den Führerschein innerhalb der nächsten 4 Monate bei der Bußgeldstelle einreichen müsse. Was zählt denn jetzt? Wir wollen auch keine "Pferde scheu machen" indem er bei der Führerscheinstelle nachfragt..natürlich möchte er so schnell wie möglich seinen Führerschein wiederbekommen. dazu würde er ja auch 1 Jahr lang Abstinenz nachweisen. Kommt er um die MPU drumherum?
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Könnten Sie mir bitte ergänzend mitteilen, ob Sie die Konzentrationswerte der Droge kennen, und wenn ja, wie hoch dieser Wert lag?



Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Die Werte waren sehr hoch, der THC Wert, also der aktive lag bei 10.1 und der Abbauwert lag bei 370 ng


Ich hatte nur gelesen, dass ein Fahrverbot die Entziehung der Fahrerlaubnis aufhebt.Das Schreiben der Bußgeldstelle kam ja nach der Anhörung..da geht man doch davon aus, dass das so nach Anhörung festgelegt wurde.

Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 4 Jahren.
Vielen Dank für die Klarstellung.

Nach der Rechtsprechung kann schon eine einmalige Einnahme von Cannabis und die anschließende Teilnahme am Straßenverkehr Zweifel an der Fahreignung des Betreffenden begründen. Diese Zweifel betreffen die Fähigkeit des Kraftfahrers, Konsum und Teilnahme am Straßenverkehr in Zukunft auseinanderzuhalten.

Um diese Zweifel auszuschließen, hat die Fahrerlaubnisbehörde grundsätzlich - auch bei nur erstmaliger Auffälligkeit des Kraftfahrers - die Möglichkeit, eine MPU anzuordnen (§ 14 Absatz 1 Satz 4 FEV).

Von einer mangelnden Fähigkeit zur Trennung von Konsum und Teilnahme am Straßenverkehr ist bei einer THC-Konzentration von 1,0 ng/ml auszugehen. Dieser Wert ist im Falle Ihres Sohnes leider deutlich überschritten.

Ihr Sohn muss daher leider damit rechnen, dass eine MPU angeordnet wird.

Die Straßenverkehrsbehörde kann im Übrigen unabhängig vodem eigentlichen Bußgeldverfahren eine MPU anordnen. Das bedeutet hier also, dass auch nach dem Fahrverbot noch eine MPU angeordnet werden kann.

Es tut mir Leid, Ihnen keine erfreulichere Mitteilung machen zu können, aber die Rechtslage ist hier leider eindeutig.


Fragen Sie bei Unklarheiten bitte nach: Um mir zu antworten, nutzen Sie bitte ausschließlich die Nachfragefunktion "Antworten Sie dem Experten".


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Vielen Dank!


Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

aber wie verhält es sich jetzt mit dem Fahrverbot? Wie muss mein Sohn sich jetzt verhalten? Abwarten und den Führerschein bei der Bußgeldstelle einreichen? Bekommt er ihn denn nach 3 Monaten wieder? Und muss evtl dann noch eine MPU machen? wir haben ja jetzt 2 unterschiedliche Aussagen..hebt denn nicht das eine das andere auf?? Muss er die Strafe trotzdem zahlen auch wenn die Führerscheinstelle den Führerschein komplett einzieht? Wichtig ist ihm ja nur, dass er den Führerschein nach 3 Monaten wiederbekommt. Abstinenz ist er ja bereit nachzuweisen. Und wird die MPU schriftlich angeordnet?

Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 4 Jahren.
Vielen Dank für Ihre Rückmeldung.

Maßgeblich ist der zweite Ihrem Sohn zugegangene Bescheid, wonach er den Führerschein innerhalb der nächsten 4 Monate bei der Bußgeldstelle abzugeben hat. Ihr Sohn sollte also innerhalb dieses Zeitraumes den Führerschein auch abgeben.

Danach wird Ihr Sohn der Führerschein wieder ausgehändigt. Sollte es dann zu einer Anordnung einer MPU kommen, muss Ihr Sohn den Führerschein allerdings wieder abgeben. Er erhält ihn zurück, wenn die MPU positiv verläuft.

Die Strafe muss Ihr Sohn leider in jedem Fall und trotz einer möglichen MPU zahlen. Das eine (Strafe) hat mit dem anderen (MPU) nichts zu tun.

Die Anordnung einer MPU ergeht schriftlich. Rechtsmittel gegen diese Anordnung sind leider nicht gegeben.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 4 Jahren.
Fragen Sie gerne nach, soweit noch Klärungsbedarf besteht. Ist das nicht der Fall, darf ich höflichst um die Abgabe einer Bewertung bitten. Selbstverständlich können Sie anschließend jederzeit kostenfrei Folgefragen stellen.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
ra-huettemann und 2 weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

ich habe mich am Anfang verschrieben, nicht 45 Tage nach der Anhörung bei der Führerscheinstelle sondern 4 Tage danach kam die Post von der Bußgeldstelle.


Nun war noch meine Frage, ob er sich jetzt gar nicht bei der Führerscheinstelle hören lassen soll...denn dort sollte er ja nach 14 tagen den Führerschein abgeben. Wenn er nun noch 4 Monate wartet, könnte es doch für ihn positiv sein, denn diese Zeit könnte er für die für die MPU erforderlichen Abstinenztests (halbes jahr) und Beratungen nutzen..

Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 4 Jahren.
Das ist richtig - Ihr Sohn kann die ihm eingeräumte Zeitspanne bis zur Abgabe des Führerschein voll ausreizen. Maßgeblich ist insoweit - wie gesagt - der zweite Bescheid der Behörde. Die Frist von 14 Tagen aus dem ersten Bescheid gilt damit nicht mehr.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Vielen Dank, Sie haben mir sehr geholfen!!

Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr gern.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt