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raschwerin, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 16968
Erfahrung:  Rechtsanwalt
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Bin seit 7 Jahren geschieden. Für meine geschiedene Frau, also

Kundenfrage

Bin seit 7 Jahren geschieden. Für meine geschiedene Frau, also gegen mich arbeitet ein Rechtsanwalt, der vor der Scheidung 27 Jahre alle mich betreffenden Rechtssachen sehr gut gelöst hat und bis dahin ausschließlich für mich tätig war. Er kennt mich und meine Denkweise leider zu gut und konnte daher alle Rechtsstreitigkeiten für sich entscheiden und mich in die Armut zwingen. Frage:Hätte der RA das Mandat gegen mich überhaupt annehmen dürfen ?? Was kann ich tun ??
Fr.Gruß
Heinz-Hartmut Wittke
[email protected]
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für die Nutzung von Justanswer.

Gern beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Das Verbot, widerstreitende Interessen zu vertreten, gibt dem Mandanten die Sicherheit, dass ausschließlich seine Interessen anwaltlich vertreten werden und dass sein Anwalt nur ihm verantwortlich dient.

Das Verbot, dem viele Berufsgruppen nicht unterliegen, ist wesentliche Grundlage für das Vertrauen der Allgemeinheit in die Integrität der Anwaltschaft und hat zur Folge, dass, wenn eine Interessenkollision vor Mandatsannahme ersichtlich ist, das Mandat nicht angenommen werden darf oder bei späterer Kenntnis alle Mandate in dieser Sache niedergelegt werden müssen.

Allgemeine Regelungen zum Verbot der Vertretung widerstreitender Interessen finden sich in § 43a Abs. 4 BRAO und § 3 Abs. 1 BORA.

Die Pflicht, in derselben Rechtssache nicht mehreren Beteiligten mit gegensätzlichen Interessen durch Rat oder Beistand zu dienen, ist durch § 356 StGB auch strafrechtlich verankert und über das Verbot der Mehrfachverteidigung gemäß § 146 StPO auch im strafrechtlichen Verfahren verankert.

Da es sich bei dem Verbot der Vertretung widerstreitender Interessen um eines der kompliziertesten Normgeflechte des Berufsrechts handelt, soll die Darstellung hier auf die Faustformel beschränkt bleiben, dass eine Interessenkollision wahrscheinlich vorliegt, wenn der Anwalt denselben historischen Vorgang einmal in diesem und einmal im entgegengesetzten Sinne würdigt, d. h. in derselben Sache die Fronten wechselt bzw. in einer Sache einmal für und einmal gegen den Mandanten tätig wird.

Vor allem bei „einvernehmlicher Ehescheidung“ und im Zusammenhang mit Verkehrssachen bei der gleichzeitigen Vertretung der Insassen und des Fahrers gegen einen anderen Kfz-Lenker als Schädiger sind in der Praxis häufig Verbotsverstöße zu verzeichnen.

Auch in Ihrem Fall hätte der Anwalt nicht gegen Sie arbeiten dürfen.

Er hätte das Mandat der Frau niederlegen müssen.

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