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RASchiessl
RASchiessl, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 26842
Erfahrung:  Vertragsanwalt des Bayerischen Wohnungs- und Grundeigentümerverbandes Regensburg
32916861
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RASchiessl ist jetzt online.

Ich bin im Online-Banking auf einen Betrüger reingefallen.

Kundenfrage

Ich bin im Online-Banking auf einen Betrüger reingefallen. Gestern, Freitag, gg. 17.08 Uhr
ging ich über meinen mit mcaffee gesicherten Computer in mein Postbankkonto. Ich stellte auf meiner Umsatzseite keine Veränderungen fest.Alle von mir in denen letzten Tagen getätigten Buchungen und Gutschriften waren ersichtlich. Als letzte Buchung war aber eine Gutschrift von einer Immobilienfirma über rd. 5.300 EUR vermerkt. Dazu erschien ein Hinweis, dass es sich bei dieser Gutschrift um eine Fehlbuchung handelt und ich sollte das Geld zurück überweisen. Für die Rücküberweisung war ein Button "retour" vorhanden. Mein Konto wies auch ein um diesen Betrag erhöhtes Guthaben aus. Da es sich nach meiner Meinung nur um eine Fehlbuchung handeln konnte, überwies ich das Geld zurück.
Etwa zwei Stunden später, gg. 19.00 Uhr, stellte ich fest, dass die "retour-Überweisung" auf das Konto eines mir nicht bekannten Herrn gegangen war und ausschließlich mein Guthaben belastete. Ich informierrte telefonisch die Postbank. Ein Mitarbeiter meinte, dass das Geld unwiderruflich verloren sei. Habe ich Schadenersatzansprüche gegen die Postbank, was muß ichunternehmen
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ich gehe davon aus, dass Sie hier auf eine gefälschte Internetseite der Postbank geleitet wurden

Darf ich Sie fragen ob dies auch die Ansicht der Postbank ist?


mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl Rechtsanwalt und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft für Banken und Börsenrecht


Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Ich hatte bisher nur telefonischen Kontakt mit Mitarbeitern eines Call-Centers der Postbank. Eine Bewertung des Sachverhalts wurde nicht abgegeben.


Nachdem ich reingefallen war, hatte ich im Internet "gestöbert" Dabei hatte ich festgestellt, dass auf diese Art und Weise jetzt Betrüger ihr Unwesen treiben. Leider hatte ich vorher keine diesbezügliche Warnung gelesen.

Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

So wie Sie mir den Sachverhalt dargestellt haben gehe ich von MITB-Angriff gegen Sie aus.

Ein beliebtes Beispiel für solche Angriffe ist die Forderung nach einer Rücküberweisung, so wie in Ihrem Fall.


Hier wartet der «Mann im Browser» darauf, dass die Verbindung mit der Bank hergestellt wird. «Dann werden manipulierte Inhalte live in die Webseite injiziert.»

Dem Betrugsopfer wird mitgeteilt, dass jemand fälschlicherweise Geld auf sein Konto überwiesen hat. Eine Abfrage des Kontostands wird so manipuliert, dass diese Überweisung dort tatsächlich auftaucht. Schließlich wird der Bankkunde gebeten, das Geld zurück zu überweisen – und leitet dann meist die entsprechende Transaktion auf das Konto des Täters ein.

Über die Haftung bei derartigen Angriffen hat der BGH bislang nicht entschieden.

Eine Haftung der Bank kommt nur dann in Betracht, wenn nicht Sie sondern der fremde Dritte die Überweisung mit gefälschten Daten vorgenommen hat.

In diesem Falle haben nicht Sie sondern ein fremder Dritter den Überweisungsauftrag veranlasst, mit der Folge, dass die Bank Ihnen den abgebuchten Betrag wieder zubuchen muss.

Der Grund für die Pflicht zur Rücküberweisung seitens der Bank liegt darin, dass Sie selbst (tatsächlich) keinerlei Auftrag nach § 675 BGB erteilt haben, sondern der Dritte. Diesen Auftrag hätte die Bank jedoch nicht ausführen dürfen.

Eine Haftung der Bank ist nur dann ausgeschlossen, wenn Sie fahrlässig gehandelt haben. Die Rechtsprechung geht von einer Fahrlässigkeit dann aus, wenn Sie Ihr Betriebssystem nicht regelmäßig upgedatet haben oder kein aktuelles (auch kostenfreies) Virenprogramm installiert haben.

Sie sollten daher zum einen Strafanzeige bei Ihrer nächsten Polizeidiensstelle erstatten und zum anderen die Bank auffordern Ihnen die 5.300 EUR wieder gutzuschreiben.




Wenn Sie Rückfragen haben, dann fragen Sie gerne nach.

Ansonsten bitte ich Sie höflich meine Antwort positiv zu bewerten und damit das ausgelobte Honorar freizugeben.




Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt

Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,


haben Sie noch weitere Fragen?

Wenn nein, so möchte ich Sie höflich bitten, mich positiv zu bewerten und dadurch meine Arbeit zu honorieren


Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt