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RABildt
RABildt, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 74
Erfahrung:  Erste und zweite juristische Staatsprüfung
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Sehr geehrte Damen und Herren, mein Sohn bekam zum 01.06.12

Beantwortete Frage:

Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Sohn bekam zum 01.06.12 eine Genossenschaftswohnung.
Zu der Wohnung habe ich folgende Frage.
Er hat ein schickes Bad mit einer Ebenerdigen Dusche. Leider keine Duschabtrennung.
Die Genossenschaft begründet das mit Bakterien. Der Mieter wäre selbst dafür verantwortlich. Wir beauftragten eine Sanitärfirma mit der Abtrennung.
Die sagte uns das die Genossenschaft in der Verantwortung steht. Sie müsste, einen Anteil dafür mit tragen. Die Anlage wurde komplett neu gebaut. Können wir einen Anspruch bei der Genossenschaft geltend machen? (2000,00 Euro würde der Einbau kosten)
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  RABildt hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihnen Ihre Frage aufgrund der von Ihnen gemachten Angaben. Eine fehlende Duschabtrennung bei einer ebenerdigen Dusche könnte einen Sachmangel gemäß § 536 Abs. 1 S. 1 BGB darstellen. Ein Mangel liegt regelmäßig vor, wenn für den Mieter eine nachteilige Abweichung des tatsächlichen Zustands der Mietsache vom vertraglich vorausgesetzten Zustand vorliegt. Ob eine fehlende Duschabtrennung tatsächlich einen Mangel darstellt, weil der Boden beim Duschen nass wird, kann hier aber dahin stehen. Denn gemäß § 536b BGB dürfte das Recht zur Mietminderung nach § 535 Abs. 1 BGB sowie ein Schadens- und Aufwendungsersatzanspruch nach § 535a BGB ausgeschlossen sein. Gemäß § 535b BGB stehen dem Mieter die oben genannten Rechte nicht zu, wenn er bei Vertragsschluss den Mangel der Mietsache kannte oder wenn ihm der Mangel wegen grob fahrlässiger Unkenntnis unbekannt geblieben ist. Nach der Rechtsprechung des BGH handelt der Mieter grob fahrlässig, wenn er die erforderliche Sorgfalt bei Vertragsschluss in einem ungewöhnlich hohem Maße verletzt und dasjenige unbeachtet lässt, was im gegebenen Fall jedem hätte einleuchten müssen. Dies ist dann der Fall, wenn der Mieter einer Wohnung anmietet, ohne sie zuvor besichtigt zu haben. Da Ihr Sohn eine fehlende Duschabtrennung bereits bei der Wohnungsbesichtigung aufgefallen ist oder ihm diese hätte auffallen müssen, ist sein Recht auf Mangelbeseitigung hier ausgeschlossen. Auch wenn keine Wohnungsbesichtigung durch Ihren Sohn stattgefunden hat, sind nach der oben zitierten Rechtsprechung des BGH ausgeschlossen. Demnach können Sie keinen Anspruch bei der Genossenschaft geltend machen. Einen eventuellen Einbau einer Duschabtrennung müsste Ihr Sohn also selbst tragen.

Ich hoffe ich konnte Ihnen mit dieser Einschätzung der Rechtslage weiterhelfen und würde mich über eine positive Bewertung freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Dominik Bildt

Rechtsanwalt

RABildt und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.