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ra-huettemann
ra-huettemann, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 19796
Erfahrung:  Staatsexamen Zulassung als Rechtsanwalt
42903605
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ra-huettemann ist jetzt online.

Guten Tag, Ich habe folgende Frage zum Thema Namensrecht /

Kundenfrage

Guten Tag,
Ich habe folgende Frage zum Thema Namensrecht / Namensänderung:
Wir sind nicht verheiratet, haben eine 3 Monate alte Tochter und gemeinsames Sorgerecht und auch in einer stabilen Partnerschaft (das ist also nicht der Grund). Wir haben der Tochter den Nachnamen des Vaters gegeben. Jetzt habe ich gemerkt, dass ich darunter sehr leide. Obwohl ich natürlich "freiwillig" gestimmt habe und mir auch vorher Gedanken darüber gemacht habe, kann ich es jetzt nur sehr schwer ertragen und würde den Namen, wenn es irgendwie ginge in meinen Nachnamen umändern lassen. Ich habe gelesen, dass nur triftige Gründe gelten, um einen Namen zu ändern und befürchte, dies ist keiner? Oder gibt es eine Möglichkeit?
Vielen Dank XXXXX XXXXX für Ihre Beratung!
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der ich gern wie folgt Stellung nehme.

Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass die Auffassung des Standesamtes rechtlich zutreffend ist und - jedenfalls derzeit - eine Namensänderung nicht in Betracht kommen wird.

Eine Namensänderung setzt nämlich das Vorliegen eines wichtigen Grundes im Sinne des § 3 NamensänderungsG voraus.

Nach Punkt 28 der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Namensänderungsgesetz gilt insoweit:

Ein Familienname darf nur geändert werden, wenn ein wichtiger Grund die Namensänderung rechtfertigt. Ein wichtiger Grund liegt vor, wenn das schutzwürdige Interesse des Antragstellers (Nummer 29) an der Namensänderung überwiegt gegenüber den etwa entgegenstehenden schutzwürdigen Interessen anderer Beteiligter (Nummer 29) und den in den gesetzlichen Bestimmungen zum Ausdruck kommenden Grundsätzen der Namensführung, zu denen auch die soziale Ordnungsfunktion des Namens und das öffentliche Interesse an der Beibehaltung des überkommenen Namens gehören (Nummer 30).

Hier der Link zu der Verwaltungsvorschrift, an die das Standesamt gebunden ist:

http://www.verwaltungsvorschriften-im-internet.de/bsvwvbund_11081980_VII31331317.htm

Ein solcher wichtiger Grund kann etwa vorliegen, wenn:
  • der Name anstößig oder lächerlich klingt,
  • wenn der Name wesentliche Schwierigkeiten in der Schreibweise oder bei der Aussprache verursacht,
  • wenn der Name eines Kindes angepasst werden soll an den Namen, den der allein sorgeberechtigte Elternteil nach der Scheidung wieder angenommen hat
Leider liegen solche Gründe in Ihrem Fall nicht vor, weshalb bei jetzigem Stand der Dinge eine Namensänderung ausscheidet.


Es tut mir wirklich sehr Leid, Ihnen keine erfreulichere Mitteilung übermitteln zu können.



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Geben Sie Ihre positive Bewertung bitte erst ab, wenn Ihre Ausgangsfrage und mögliche Nachfragen abschließend und zu Ihrer Zufriedenheit geklärt sind. Beachten Sie bitte, dass kostenlose Rechtsberatung in Deutschland verboten ist.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt






Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Vielen Dank. Damit haben Sie meine Befürchtung bestätigt, der Gesetzestext war mir bekannt. Ich hatte gehofft, Sie könnt mir vielleicht rechtliche Wege aufzeigen, doch eine Änderung herbeizuführen? Meine Frage also: Gibt es Möglichkeiten, eine Änderung trotzdem zu erwirken? ZB im Hinblick auf psychische Belastung der sorgeberechtigten Person? O.ä.?
Vielen Dank!
Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 4 Jahren.
Vielen Dank für Ihre Rückmeldung.

Ich würde Ihnen gerne Hoffnung machen, aber das Problem ist, dass der "wichtige Grund" in der Person dessen vorliegen muss, für den (oder der) die Namesänderung begehrt wird.

Das bedeutet konkret, dass die psychischen Belastungen in der Person Ihres Kindes vorliegen müssten. Das ist genau das, was das Standesamt Ihnen auch mitgeteilt hat. Diese psychsichen Belastungen müssen in der Namensänderungspraxis übrigens auch stets durch umfängliche psychologische Befunde untermauert werden.

Psychsiche Belastungen mit Blick auf die sorgenerechtigte(n) Persone(n) erkennt das Gesetz leider nicht an. Dies ist daher für die Bejahung eines wichtigen Grundes nicht ausreichend.

Es tut mir Leid.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
ra-huettemann, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 19796
Erfahrung: Staatsexamen Zulassung als Rechtsanwalt
ra-huettemann und 4 weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Guten Abend,
Ich habe eine weitere Nachfrage und hoffe, das ist möglich.
Wie stellt sich die Situation dar, wenn mein Freund bei der Heirat einen Doppelnamen annähme und mein Nachname der Familienname würde? In dem Fall würde sich ja der Name des Kindes automatisch ändern, richtig?
Wenn ich die Rechtslage richtig verstanden habe, kann man einen angenommenen Doppelnamen auch (einmalig) wieder ändern. Wäre es denn auch möglich, dass mein Freund dann "meinen" Teil des Doppelnamens ablegt (obwohl der ja Familienname ist?) Wenn man von vorneherein den eigenen Namen bei Heirat behält, ist das Ergebnis ja dasselbe (Eltern haben unterschiedliche Namen, einer wird Familienname).
Ich hoffe, ich kann von Ihnen noch eine Antwort bekommen. Vielen Dank im voraus & freundliche Grüße.
Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 4 Jahren.
Vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Bei einer Eheschließung können Sie entweder den Namen Ihres Partners oder Ihren Namen oder eine Kombination aus beiden Namen als Nachnamen wählen (§ 1355 BGB). Es ist auch möglich, dass Ihr Freund einen Doppelnamen annimt und Sie Ihren Nachnamen behalten und Sie beide Ihren Nachnamen zum Ehenamen erklären.

Im Heiratsfall gilt hinsichtlich des Namen des Kindes gilt dann § 1617 BGB:

Das Kind erhält den Ehenamen seiner Eltern als Geburtsnamen.

Dann würde das Kind auch Ihren Nachnamen (zugleich Ehenamen) erhalten.

Es ist auch möglich, dass Ihr Freund später seine Erklärung widerruft und den Doppelnamen wieder ablegt (§ 1355 Absatz 4 BGB). Dann würde er aber Ihren Namen annehmen, denn diesen haben Sie ja zum Ehenamen (Familiennamen) erklärt.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

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