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RABildt
RABildt, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 74
Erfahrung:  Erste und zweite juristische Staatsprüfung
69131740
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RABildt ist jetzt online.

hallo, ich habe gerade einen riesenfehler gemacht. vor ungefähr

Kundenfrage

hallo,
ich habe gerade einen riesenfehler gemacht.
vor ungefähr 25 jahren hat der leiter des jugendrotkreuzes meinem klassenkamerad am penis "rumgefummelt". zudem hat er häufiger den jungs stroh in die unterhosen gesteckt. ich konnte, obwohl ich selbst nur von letzterem betroffen war, mich heute nicht beherrschen und habe in das sehr selten besuchte gästebuch seiner homepage folgenden text geschrieben:
hallo.
"bist du derx der mal in waiblingen das jugendrotkreuz geleitet hat? zusammen mit einem klaus?
falls ja, bist duwohl auch der x der kleinen jungen am penis rumgefummelt hat und dann wird es höchste zeit, dass das einer breiteren öffentlichkeit bekannt wird. falls nicht. sorry "
ich habe dann schnell gemerkt wie blöde das von mir war und folgenden text nachgereicht:
"bitte entschuldige mein vorgehen. bitte einträge einfach löschen und ich werde keine weiteren schritte unternehmen"

jetzt geht mir die flatter und ich bereue meinen übermut.
was kann mir schlimmstenfalls passieren?
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  RABildt hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrter Fragesteller,

der von Ihnen geschilderte Sachverhalt kann durchaus den Straftatbestand der Üblen Nachrede gemäß § 186 StGB erfüllen

„Wer in Beziehung auf einen anderen eine Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen geeignet ist, wird, wenn nicht diese Tatsache erweislich wahr ist, mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“

Für den Verdacht eines sexuellen Missbrauchs von Kindern findet sich folgende Entscheidung: OLG München NJW 1993, 2998, 2999.

Maßgeblich dürfte sein, ob denn diese Tatsache „verbreitet“ wurde. Das Verbreiten beinhaltet die Weitergabe der Äußerung; bei der Eintragung eines nicht bestätigten Gerüchts im Gästebuch bei Zweifeln an der Identität der Homepage betreibenden Person dürfte dies genügen.

Das Verbreiten erfordert keinen größeren Empfängerkreis; vielmehr genügt bereits die Mitteilung an einen einzelnen Adressaten.

Im Falle einer Strafanzeige und einer Verurteilung durch das Gericht würde Ihnen bei erstmaliger Straffälligkeit eine Geldstrafe drohen.

Ich hoffe ich konnte Ihnen mit dieser ersten Einschätzung weiterhelfen und würde mich über eine positive Bewertung und Akzeptierung meiner Antwort freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Dominik Bildt

Rechtsanwalt

RABildt und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
lieben dank für die antwort. das ist ungefähr das was ich befürchtet habe. gibt es was sinnvolles, das ich jetzt tun kann um unheil von herr x und mir abzuwenden? selbstanzeige? versuch der kooperation mit herr x? oder sonstiges?
liebe grüße
Experte:  RABildt hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte Fragensteller,

im Moment können Sie nicht machen. Es ist auch nicht sicher, ob Herr X Sie anzeigt. Deswegen rate Ich nicht zur Selbstanzeige .Selbst wenn dies der Fall wäre, müsste die Polizei Sie dann über Ihre IP herausfinden. Im Strafverfahren ist es seitens von Beschuldigten grundsätzlich ratsam, das der Beschuldigte zunächst nichts aussagt und zugibt.

Mit freundlichen Grüßen

Dominik Bildt
Rechtsanwalt

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