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Andreas Scholz
Andreas Scholz, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 1982
Erfahrung:  Rechtsanwalt
33130353
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Andreas Scholz ist jetzt online.

Hallo, ich habe im letzten Jahr September ein Pferd von

Kundenfrage

Hallo,

ich habe im letzten Jahr September ein Pferd von damals 4 Jahren gekauft. Nach ca. 7 Monaten trat eine Hufgelenksentzündung auf, hochgradig, Pferd muss wahrscheinlich eingeschläfert werden. Eine Ankaufsuntersuchung ist erfolgt inkl. Röntgenbilder, allerdings kann man eine solche Enzündung auf Bildern nicht sehen.

Über den Verkäufer habe ich mittlerweile einige Meinungen gesammelt, die mich glauben lassen, hier getäuscht worden zu sein.

Wie stehen hier die Chancen, den Kaufpreis und ggf. sonstige Kosten zurückzuerhalten?

MFG
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Andreas Scholz hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

die Chancen, den Kauf rückabzuwickeln, mit der Folge, dass Sie den Kaufpreis zurückbekämen, ist aller erster Linie Frage des Beweismaterials, das Sie aufbringen können.

Der Pferdekauf ist rechtlich ein Sachkauf, es gelten die §§ 433 ff. BGB.

Ihre Rechte als Käufer sind hier einmal das Gewährleistungsrecht, zum anderen können Sie die Anfechtung des Kaufvertrages erklären - was zur Rückabwicklung Pferd gegen Geld führte.

Für die Geltendmachung der Gewährleistungsrechte kommte es einmal darauf an, dass die Gewährleistung vertraglich nicht ausgeschlossen worden ist, was nur dann möglich ist, wenn Sie nicht vom Unternehmer gekauft hätten. Wäre der Verkäufer als Züchter, der mit dem Verkauf von Pferden sein Einkommen erzielt, hätten Sie jedenfalls ein Jahr die Möglichkeit, die Gewährleistungsrechte in Anspruch zu nehmen. Damit Sie das machen könnten, müssen Sie beweisen können, dass ein "Mangel" am Pferd beim Kauf vorgelegen hat.

Konkret heißt dies: War der Verkäufer Unternehmer im Rechtssinne und lag die Entzündung schon beim Kauf vor - was Sie ggf. durch ärztliche Stellungnahme - zu beweisen hätten, könnten Sie, da es sich beim Pferd um eine Stückschuld handelt, sogleich den Rücktritt vom Kaufvertrag erklären, dann hätten Sie das Pferd zurück zu geben und könnten Ihr Geld zurückverlangen. Es käme hier auch nicht darauf an, ob der Verkäufer davon gewusst hat, dass ein Entzündung beim Verkauf vorlag. Es ist immer davon auszugehen, dass ein Verkäufer nicht ohne Weiteres den Rücktritt akzeptieren sondern behautpten wird, dass der Mangel - hier die Entzündung - erst nach dem Verkauf aufkam, von daher auch nicht in das Gewährleistungsrecht fällt. Macht der Verkäufer das bei Ihnen auch, hätten Sie zu für Ihr Geld zu klagen, denn stellte sich auch vorgenannte Beweisfrage.


War der Verkäufer kein Unternehmer im Rechtssinne, sondern ein Privatmann, der einfach nur sein Pferd verkaufen wollte, kann die Gewährleistung ausgeschlossen worden sein. Das sollten Sie im KV einmal nachprüfen. War dem so, könnten Sie allein noch im Wege der Anfechtung vorgehen. Dann müssten Sie, so der Verkäufer diese nicht akzeptiert, ggf. vor Gericht Klagen um in diesem Rahmen beweisen können, dass der Verkäufer beim Verkauf davon gewusst hat, dass das Pferd krank war, es Ihnen aber verschwiegen hat.

Für den Fall, dass Sie in der Lage wären, das eine wie das andere rechtsfest beweisen zu können, können Sie grundsätzlich auch die Kosten ersetzt verlangen, die Sie mit der Behandlung/Untersuchung des Pferdes hatten.

Denkbar wäre auch ein Ersatzanspruch gegen einen etwa vorhandenen Tierarzt, der eine Ankaufsuntersuchung gemacht hat. Musste diesem erkennbar sein, dass das Pferd an irgendetwas litt, haftet er Ihnen auch für die mit dem Kauf entstandenen Schäden, also Kaufpreis sowie übrige Kosten.

Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Vielen Dank XXXXX XXXXXür die schnell Antwort. Der Verkäufer ist m.E. keine Privatperson. Sie züchtet die Pferde auf dem GEstüt und verkauft demensprechen öfters PFerde. DAnn dürfte es ja schon keine Privatperson mehr sein, oder?.

Somit wird nun das tierärztliche Gutachten ausschlaggebend für meine Möglichkeiten sein, wenn ich das richtig interpretiere?
Experte:  Andreas Scholz hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

ja, ganz Recht. Sie werden das Tierärztliche Gutachten abwarten müssen, um Beurteilen zu können, ob ein Mangel schon bei Verkauf vorlag.

Sie können dieses Gutachten auch in eine eventuelle Klage als Beweismittel einführen. Das Gericht wird aber aller Wahrscheinlichkeit nach einen eigenen Gutachter bestellen.

Die Frage, ob eine Anfechtung möglich ist, lässt sich durch ein Gutachten nicht klären, denn hier wäre zu beweisen, dass der Verkäufer wusste, dass ein Mangel vorlag, es kommt also auf das Bewusstsein der Verkäufers an, dass Sie zu beweisen hätten. Das ist regelmäßig nicht einfach. Eigenen würden sich hier etwa bestimmte Inidzien oder Zeugen, die bestätigen, dass der Verkäufer aus irgendwelchen Gründen von der Krankheit gewusst hat.

Wie ich sehe, haben Sie eine Rückerstattung veranlasst?

Andreas Scholz und 3 weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Vielen Dank,

noch eine Frage.

Bei Beweis des MAngels bei Kauf würde es um die Rückerstattung des Kaufpreises gehen? Bei Anfechtung, also dass der Verkäufer wusste, dass das Pferd einen MAngel hat, auch um die Erstattung aller anderen Kosten?

Nein, ich habe lediglich auf den Button geklickt, um zu sehen, was dahinter steckt. Ich hatte nicht vor, Ihre Leistung in Anspruch zu nehmen und nicht zu bezahlen. Wie kann ich das wieder rückgängig machen?

Viele Grüße
Experte:  Andreas Scholz hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

sowohl beim Rücktritt innerhalb des Gewährleistungsrechts als auch bei der Anfechtung können Sie alle mit dem Kauf und der Untersuchung entstandenen Kosten geltend machen.

Die Rücknahme der Rückerstattung machen Sie unter

[email protected]

geltend. Am Besten nennen Sie da die Kundennummer bzw Ihren Accountnamen.

Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
um also überhaupt eine Chance auf eine Rückerstattung (egal in welcher Höhe) zu haben, müsste ich beweisen können, dass der Verkäufer von dem Mangel gewusst hat?

Ich werde das gleich erledigen!
Experte:  Andreas Scholz hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

nein:

Nur im Falle der Anfechtung müssen Sie das beweisen.

Im Rahmen der Gewährleistung - kommt für Sie hier wohl in Betracht, das Verkäufer ein Unternehmer war - muss nur der Mangel beim Verkauf vorgelegen haben. Der Verkäufer muss nicht davon gewusst haben.

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