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Olaf Götz
Olaf Götz, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 2868
Erfahrung:  Fachanwalt für Sozialrecht
48877684
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Olaf Götz ist jetzt online.

Hi, ich habe am WE mein Auto über autodcout24 ins Internet

Kundenfrage

Hi,
ich habe am WE mein Auto über autodcout24 ins Internet gestellt und einen Käufer gefunden, der den Wagen ins Ausland exportieren möchte. Er und ich bestätigten die Kaufabsicht bzw. die Verkaufsabsicht jeweils per e-mail. Ich hatte bei autoscout die Schlüsselnummer (4stellig+3stellig) angegeben und alle Daten kamen automatisch hervor. Ich habe nicht gewußt, daß es offensichtlich einen Unterschied macht zwischen Erstzulassung und Baujahr (wonach bei autoscout24 nie gefragt wurde)in Bezug auf Exportangaben des Käufers. Dieser rief mich eben an und fragte nach einem Datum auf der Rückseite des Briefes und erklärte mnir danach, daß mein Wagen nun in eine andere Verschiffungsklasse fiele und er Mehrkosten von 1600,-€ hätte und den Preis drückenm müßte, um außergerichtliche Einigung zu erzielen. Hat der Mann recht in Bezug auf verbindliche Mehrkosten, die an mich weiterzugeben sind? Kann ich von dem "Vertrag" zurücktreten bzw. ist die Bestätigung durch e-mail rechtlich bindend? Es lag meinerseits keine Täuschungsabsicht vor bzw. habe ich die Angaben gem. Ausfüllanleitung von Autoscout24 befolgt. Durch die Blume wird mir jetzt mit Abgabe ans Gericht "gedroht", ist die rechtens? Bitte um rasche Antwort, da gleich Rückruf erfolgt. Danke XXXXX XXXXX
mit freundlichen Grüßen,
Jörg Linker [email protected]
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Olaf Götz hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrter Ratsuchender,

 

ob aus dem E-Mail Verkehr sich bereits ein bindender Kaufvertrag mit Angebot und Annahme (unter Einbeziehung des Baujahrs als zugesicherte Eigenschaft) ergibt, wird ein Gericht durch Auslegung ermitteln. Das wird im Zweifel eher noch nicht der Fall sein, wenn nicht bereits alle wesentlichen Dinge geklärt wurden.

 

Jedenfalls stellt die Anzeige bei Autoscout noch kein bindendes Angebot wie z.B. eine Ebayauktion dar sondern ist eine unverbindliche invitatio ad offerendum wie die Auslage in einem Schaufenster.

 

Sie sollten dem Interessenten klarmachen, dass noch kein Kaufvertrag zustandegekommen ist, Sie jedenfalls selbst wenn keinerlei Eigenschaft zugesichert haben und er die Freiheit hat, das Fahrzeug nicht zu kaufen oder abzunehmen, wenn er nun gemerkt hat, dass es für ihn nicht passt.

 

Hilfsweise sollten Sie den Kaufvertrag wegen Irrtums über den Begriff Baujahr in den Angaben von autoscout anfechten (auch wenn dies möglicherweise einen Schadensersatzanspruch auslöst). Diesen sog. Vertrauensschaden müsste die Gegenseite aber nachweisen, sprich darlegen und notfalls beweisen, dass Ihnen schon tatsächlich ein Schaden entstanden ist (z.B. durch Buchung einer Schiffspassage) und kein Ersatzfahrzeug beschafft werden konnte.

Insgesamt bezweifele ich aber, dass ein Kaufvertrag mit verbindlicher Zusicherung des Baujahres zustande gekommen ist, insbesondere, wenn Sie als Verbraucher das Fahrzeug angeboten haben sollten. Wenn Nur geschrieben wurde, dass Sie das Auto dem Interessenten verkaufen möchten, nicht aber geschrieben wurde, dass Sie ihm das Auto explizit zu Preis X verbindlich verkaufen, dann wird auch kein Kauf zustandegekommen sein. Immerhin ist es bei solchen Geschäften in der Regel so, dass das Fahrzeug dem verkauft wird, der auch tatsächlich mit dem Geld vor Ort auftaucht. Für einee abweichende Auslegung müssen hier schon besondere Umstände vorliegen.

 

Ich hoffe, ich konnte Ihnen helfen.


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Mit freundlichen Grüßen

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