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Rechtsanwaltskanzlei-Kirchner.de, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
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Stiefsohn Adoption- Rechtsfragen ; Ich bin Deutsch und habe

Kundenfrage

Stiefsohn Adoption- Rechtsfragen ;
Ich bin Deutsch und habe eine Ausländerin mit außerehliche Kind geheiratet,
Ich das Kind hält sich in Afrika . Ich möchte das Kind adoptieren.
Erzeuger hat seine Zutimmung erklart
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Rechtsanwaltskanzlei-Kirchner.de hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Justanswer-Kunde.

Leider enthält Ihre Frage kein Hinweis auf das Land, in dem sich das Kind aufhält. Schon daher kann ich Ihnen nur allgemeine Hinweise zur deutschen Rechtslage geben und keine Aussagen über eventuelle Bestimmungen im Heimatland treffen.

Es kommt darauf an, in welchem Land sich das Kind aufhält. Es gibt die Haager Konvention über Auslandsadoptionen und es ist wichtig zu wissen, ob diese auf den betreffenden Staat Anwendung findet.

Dieses Abkommen ist eigentlich für Fremdadoptionen gedacht, findet aber auch auf Stiefkinder Anwendung. Das deutsche Adoptionsrecht unterscheidet insofern nicht zwischen der Stiefkindadoption im Ausland und anderen Formen der Auslandsadoption.

Deutschland ist Vertragspartei dieses völkerrechtlichen Vertrages, eine vollständige Liste der Vertragsstaaten finden Sie im Internet unter http://www.bundesjustizamt.de/cln_108/nn_2036920/DE/Themen/Buergerdienste/BZAA/Vertragsstaaten/Vertragsstaaten__node.html?__nnn=true

Es „ist zu unterscheiden zwischen Vertragsstaaten des Haager Adoptionsübereinkommens und solchen, die dem Übereinkommen nicht angehören. Bei der Adoption aus einem Vertragsstaat ist die Beteiligung von autorisierten Vermittlungsstellen obligatorisch. Autorisierte Stellen im Heimat- und Aufnahmestaat prüfen in eigener Zuständigkeit jeweils die Adoptionsbedürftigkeit bzw. die Elterneignung. Das Adoptionsverfahren darf nur fortgesetzt werden, wenn die entsprechenden Stellen beider Staaten dem zugestimmt haben (Artikel 17 c HAÜ). Eine Adoption ohne Einschaltung einer autorisierten Vermittlungsstelle ist also nicht erlaubt. Bei der Adoption eines Kindes aus einem Vertragsstaat unter Verstoß gegen das Übereinkommen – insbesondere bei der Nichtbeteiligung einer deutschen Zentralen Behörde (wie die örtlich zuständige Adoptionsvermittlungsstelle des Landesjugendamtes oder eine zugelassene Adoptionsvermittlungsstelle in freier Trägerschaft) – steht die Anerkennungsfähigkeit der Adoption (Voraussetzung für die Einreise nach und den Aufenthalt in Deutschland) in Frage.“ (Bundeszentralstelle für Auslandsadoption, Internationale Adoption, S. 17)

Da aus Ihrer Frage nicht hervorgeht, in welchem Staat sich das Kind befindet, ist an dieser Stelle eine genauere Antwort nicht möglich. Ich möchte Ihnen jedoch bei dieser Gelegenheit einige grundlegende Informationen zukommen lassen, zunächst zu dem vorgenannten Haager Abkommen:

„Seit dem 1. März 2002 ist die Bundesrepublik Deutschland Vertragsstaat des Haager Übereinkommens vom 29. Mai 1993 über den Schutz von Kindern und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der internationalen Adoption (HAÜ). Ziel des Gesetzgebers war es, im Rahmen des Übereinkommens und des dazugehörigen Ausführungsgesetzes das Verfahren bei internationalen Kindesadoptionen zu vereinheitlichen und zu verbessern. Eingespielte Verfahrensabläufe im Fall einer Bewerbung um die Annahme eines Kindes aus dem Ausland sollten nicht grundlegend geändert werden; die Adoptionsvermittlungsstellen in freier Trägerschaft sollen auch in Zukunft im Rahmen ihrer Zulassung neben den zentralen Adoptionsstellen der Landesjugendämter und den örtlichen Jugendämtern ihre wichtige Verantwortung im Bereich der grenzüberschreitenden Adoptionsvermittlung behalten. Das Ausführungsgesetz strebt vor allem übersichtliche und klar festgelegte Zuständigkeiten an. Darüber hinaus soll Praktiken, die den Zielen des Übereinkommens entgegenlaufen, insbesondere dem Kinderhandel, entgegengewirkt werden. Schließlich führt das Übereinkommen zu mehr Rechtssicherheit mit Blick auf die Anerkennung ausländischer Adoptionsakte, die nach den Regeln des Übereinkommens zustande gekommen sind. Die Ziele des Haager Adoptionsübereinkommens decken sich mit denen der Kinderrechtekonvention der Vereinten Nationen von 1989. Nach der Präambel des HAÜ muss bei jeder Adoption das Wohl des Kindes im Vordergrund stehen. Dies gilt auch und insbesondere dann, wenn für das Kind mit der Adoption ein Wechsel in ein fremdes geografisches und kulturelles Umfeld verbunden ist. Anliegen eines Adoptionsverfahrens soll es sein, Eltern für ein adoptionsbedürftiges Kind zu finden und nicht umgekehrt Kinder für adoptionswillige Bewerber. Eine Adoption in einen anderen Staat soll danach grundsätzlich nur dann erfolgen, wenn die Adoptionsbedürftigkeit des Kindes festgestellt, d. h., in der Herkunftsfamilie ein Verbleib nicht möglich ist und sich im Heimatstaat des Kindes keine geeigneten Bewerber finden. Die Rechte der leiblichen Eltern und des Kindes sind zu achten. Kinderhandel sowie unstatthafte Vermögens- und sonstige Vorteile im Zusammenhang mit einer Adoption sollen verhindert werden. Mit Hilfe des Haager Adoptionsübereinkommens vom 29. Mai 1993 soll diesen Grundsätzen in Adoptionsverfahren weltweite Geltung verschafft werden.
In diesem Zusammenhang hat das Übereinkommen folgende Regelungsinhalte:
Voraussetzungen für eine internationale Adoption (Artikel 4 ff. HAÜ)
Aufgabenverteilung und Zusammenarbeit der Behörden (Artikel 6 ff. HAÜ)
Anforderungen an die Zulassung und Überwachung von Adoptionsvermittlungsstellen (Artikel 10 ff. HAÜ)
Anerkennung von Adoptionen in den anderen Vertragsstaaten
(Artikel 23 ff. HAÜ)
Das Übereinkommen findet danach Anwendung auf Adoptionsverfahren, bei denen ein Kind unter 18 Jahren, welches in einem der Vertragsstaaten des Übereinkommens ("Heimatstaat") lebt, von Ehegatten oder einer Einzelperson adoptiert wird, die in einem anderen Vertragsstaat ("Aufnahmestaat") leben. Es gilt sowohl dann, wenn die Adoption im Heimatstaat des Kindes ausgesprochen wird und das Kind anschließend zu seinen Adoptiveltern in den Aufnahmestaat übersiedelt, als auch dann, wenn die zukünftigen Adoptiveltern zunächst das Kind aus dem Heimatstaat abholen und die Adoption später im Aufnahmestaat ausgesprochen wird. Maßgeblich ist also der im Rahmen der Adoption notwendige Aufenthaltswechsel des Adoptivkindes von einem Vertragsstaat in einen anderen. Die Staatsangehörigkeit der Beteiligten spielt insoweit keine Rolle. Dabei beschränkt sich das Übereinkommen auf die Aufstellung von Verfahrensregeln und lässt die nationalen Besonderheiten des materiellen Adoptionsrechts der Vertragsstaaten unberührt.
Im Rahmen der Umsetzung des Übereinkommens nehmen Heimatstaat und Aufnahmestaat bei der Vermittlung einer grenzüberschreitenden Adoption unterschiedliche Aufgabenschwerpunkte wahr. Die Behörden im Heimatstaat klären, ob eine internationale Adoption dem Kind in seiner persönlichen Situation eine geeignete Lebensperspektive bieten kann und holen die erforderlichen Zustimmungen, namentlich die der leiblichen Eltern, ein. Die zuständigen Stellen im Aufnahmestaat prüfen die Eignung der Adoptionsbewerber und stellen sicher, dass das Kind in den Aufnahmestaat einreisen und sich dort aufhalten darf. Heimat- und Aufnahmestaat entscheiden gemeinsam, ob sie der Fortsetzung des Verfahrens zustimmen und geben hierzu entsprechende Erklärungen nach Artikel 17 c HAÜ ab. Obwohl das Übereinkommen wegen der zu berücksichtigenden Besonderheiten des autonomen Rechts der einzelnen Vertragsstaaten nur ein Übereinkommen auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner aller Vertragsstaaten sein kann, sichert es bilateral zwischen den an einem Einzelfall beteiligten Staaten durch das Erfordernis der beiderseitigen Zustimmung zur Fortsetzung des Verfahrens die Berücksichtigung des Kindeswohles auf dem höchsten Niveau. Denn stimmt ein Staat der Fortsetzung des Verfahrens nicht zu, weil er die Adoption des konkreten Kindes durch die konkreten Bewerber aus seiner Sicht nicht in dessen bestem Interesse ansieht, hat dies der andere Vertragsstaat zu respektieren. In einem solchen Fall darf das Verfahren wegen fehlender Übereinstimmung in den Erklärungen nach Artikel 17 c HAÜ nicht fortgesetzt werden. Das Erfordernis einer gemeinsamen Beschlussfassung stellt somit sicher, dass eine Adoption nur dann ausgesprochen wird, wenn sie nach der Einschätzung beider Staaten die beste Lösung für das Kind darstellt. Eine gemäß diesen Bestimmungen des Übereinkommens vollzogene Adoption wird dann auch auf der Grundlage einer hierüber ausgestellten Bescheinigung in allen Vertragsstaaten kraft Gesetzes anerkannt.[...] Zur Umsetzung des Übereinkommens wurde das Gesetz zur Regelung von Rechtsfragen auf dem Gebiet der internationalen Adoption und zur Weiterentwicklung des Adoptionsvermittlungsrechts vom 5. November 2001 beschlossen (BGBl. I, 2950). Es ist am 1. Januar 2002 in Kraft getreten. Das Artikelgesetz regelt zum einen im Adoptionsübereinkommens-Ausführungsgesetz die Umsetzung des Übereinkommens in Deutschland. Darüber hinaus bringt es wichtige und tiefgreifende Neuregelungen im Bereich des Adoptionsvermittlungsrechts. Schließlich wurde durch das Adoptionswirkungsgesetz ein Verfahren zur Anerkennungs- und Wirkungsfeststellung einer im Ausland vollzogenen bzw. einer nach ausländischen Vorschriften in Deutschland ausgesprochenen Adoption geschaffen und die Umwandlung einer ausländischen Adoption in eine Volladoption entsprechend den deutschen Sachvorschriften geregelt.[...] Das Adoptionsübereinkommens-Ausführungsgesetz regelt die Umsetzung des Übereinkommens im Einzelnen. Die Vorschriften sind somit nur im Verkehr mit anderen Vertragsstaaten anzuwenden, nicht jedoch gegenüber Staaten, die dem Adoptionsübereinkommen nicht angehören. Im ersten Abschnitt des Adoptionsübereinkommens-Ausführungsgesetzes sind die Stellen benannt, die in Wahrnehmung der Ziele des Übereinkommens tätig werden. Deutschland als föderal organisierter Staat hat von der Möglichkeit der Einrichtung der Zentralen Behörden auf Landesebene Gebrauch gemacht (Artikel 6 Abs. 2 Satz 1 HAÜ), da bereits in der Vergangenheit die Aufgaben der internationalen Adoptionsvermittlung auf der Ebene der Länder wahrgenommen wurden und die Struktur der Aufgabenverteilung weitgehend erhalten bleiben sollte. Da in jedem Staat aber auch ein bestimmter Ansprechpartner für die ausländischen Stellen eingerichtet werden muss (Artikel 6 Abs. 2 Satz 2 HAÜ), musste auch eine Zentrale Behörde des Bundes bestimmt werden. Der Generalbundesanwalt hatte im Bereich der internationalen Zivilrechtshilfe bereits als Zentrale Behörde nach dem Haager Kindesentführungsübereinkommen, dem Europäischen Sorgerechtsübereinkommen und dem Auslandsunterhaltsgesetz Erfahrung sammeln können, weshalb ihm auch die Aufgabe der Bundeszentralstelle für Auslandsadoption übertragen wurde (§ 1 Abs. 1 AdÜbAG a.F.). Mit Wirkung vom 1. Januar 2007 sind die vormals vom Generalbundesanwalt wahrgenommenen Aufgaben im Zusammenhang mit dem internationalen Zivilrechtsverkehr dem neu gegründeten Bundesamt für Justiz übertragen worden, so dass auch die Bundeszentralstelle für Auslandsadoption neben den Zentralen Behörden nach den anderen internationalen Übereinkommen, die den Schutz von Kindern betreffen, nunmehr in dieses neue Bundesamt eingegliedert ist. Auf Ebene der Länder nehmen die Landesjugendämter als zentrale Adoptionsstellen die Aufgaben der Zentralen Behörden nach dem Übereinkommen wahr. Sie können ebenso wie die örtlichen Jugendämter internationale Adoptionen vermitteln. Die örtlichen Jugendämter benötigen hierzu allerdings eine generelle Gestattung der zuständigen zentralen Adoptionsstelle für den bestimmten Staat oder eine Gestattung für eine Vermittlung in einem einzelnen Fall. Darüber hinaus sind zur Vermittlung internationaler Adoptionen private Organisationen (sog. Freie Träger) berechtigt, wenn sie als Auslandsvermittlungsstelle anerkannt sind und eine besondere Zulassung im Verhältnis zu bestimmten Vertragsstaaten haben (§ 1 Abs. 3 AdÜbAG). Auch ihnen sind insoweit teilweise Aufgaben der Zentralen Behörde übertragen. Der zweite Abschnitt des Adoptionsübereinkommens-Ausführungsgesetzes regelt den Gang eines Vermittlungsverfahrens im Einzelnen und konkretisiert die Regelungen des Übereinkommens für die einzelnen Verfahrensschritte in Deutschland. Im dritten Abschnitt schließlich ist die Erteilung einer Bescheinigung über eine in Deutschland nach dem Haager Adoptionsübereinkommen vollzogene internationale Adoption und die Überprüfung entsprechender Bescheinigungen aus dem Ausland geregelt. [...] Vor dem Jahr 2002 gab es in Deutschland oft Unsicherheit über die Anerkennung einer im Ausland vollzogenen Adoption. Dabei sind Anerkennung und Rechtswirkungen einer ausländischen Adoption insbesondere für die Staatsangehörigkeit des Kindes, für Unterhaltspflichten und Erbrechte eine wichtige Vorfrage für die Adoptivfamilie. Früher konnte diese Rechtsunsicherheit oft nur durch eine Wiederholungsadoption (auch Nachadoption oder Zweitadoption genannt) beseitigt werden. Das im Zuge des Beitritts neugeschaffene Adoptionswirkungsgesetz sieht nunmehr ein gerichtliches Verfahren mit einer förmlichen Entscheidung über die Feststellung der Anerkennung und der Wirkungen einer im Ausland oder nach ausländischen Vorschriften vollzogenen Adoption vor. Es gilt für Vertragsstaaten ebenso wie für Nichtvertragsstaaten des Übereinkommens. Ziel des Verfahrens ist es, die Existenz und die rechtlichen Wirkungen eines Kindschaftsverhältnisses verbindlich festzustellen und damit den Adoptiveltern und dem Kind Rechtssicherheit zu gewährleisten. Der Rechtssicherheit dienen vor allem die in § 4 Abs. 2 AdWirkG geregelte Allgemeinverbindlichkeit und der in § 2 Abs. 2 AdWirkG geregelte Ausspruch zu den rechtlichen Wirkungen der anerkannten Adoption. Zuständig für die Verfahren nach dem AdWirkG sind seit dem 1. September 2009 die Familiengerichte am Sitz der jeweiligen Oberlandesgerichte. Das Adoptionswirkungsgesetz sieht jedoch nicht nur die Möglichkeit der Anerkennungs- und Wirkungsfeststellung für eine Auslandsadoption vor. In den Fällen, in denen die rechtlichen Wirkungen der Auslandsadoption nicht mit einer nach deutschem Sachrecht ausgesprochen Adoption identisch sind [...] besteht nunmehr die Möglichkeit der Umwandlung der Adoption dahingehend, dass das Kind die Rechtsstellung eines nach deutschen Sachvorschriften angenommenen Kindes erhält. Die ausländische Adoption entfaltet durch die Umwandlung die Wirkungen einer nach deutschem Recht ausgesprochenen Adoption. [...] Zur Verwirklichung seiner Ziele sieht das Übereinkommen ein institutionalisiertes System der Zusammenarbeit zwischen den Behörden des Heimatstaates und des Aufnahmestaates bei der Überprüfung der Situation des Kindes und seiner zukünftigen Adoptiveltern vor. Zu diesem Zweck richten die Vertragsstaaten Zentrale Behörden ein. [...] Die Aufgaben im Zusammenhang mit der Vertretung Deutschlands gegenüber ausländischen Zentralen Behörden auf Bundesebene sind seit 1. Januar 2007 dem Bundesamt für Justiz als Bundeszentralstelle für Auslandsadoption übertragen. Auf dieser Ebene werden jedoch vorwiegend keine einzelfallbezogenen Aufgaben erledigt, insbesondere ist die Bundeszentralstelle für Auslandsadoption zu einer Adoptionsvermittlungstätigkeit in eigener Zuständigkeit nicht berechtigt. Sie nimmt im Bereich der internationalen Adoption zum einen Aufgaben im Zusammenhang mit dem Übereinkommen wahr, die dann allerdings nur die Vertragsstaaten des Übereinkommens betreffen. So dient sie als Empfangs- und Weiterleitungsstelle, an die Mitteilungen und Anfragen aus den Vertragsstaaten gerichtet werden können. Sie koordiniert die Tätigkeit der verschiedenen inländischen Stellen bei allgemeinen Fragen der internationalen Zusammenarbeit, zum Beispiel dem Austausch von Informationen zum geltenden Recht, zu Verfahrensfragen und zu Statistiken, aber auch zu Einzelfällen. Auf Antrag von Adoptionsbewerbern leitet sie Antrags- und Verfahrensunterlagen an die Zentrale Behörde im Ausland weiter und bestätigt die Ordnungsmäßigkeit einer in einem anderen Vertragsstaat ausgestellten Bescheinigung über eine dort vollzogene Adoption. Zum anderen wird die Bundeszentralstelle für Auslandsadoption aber auch über das Haager Adoptionsübereinkommen hinaus bei grenzüberschreitenden Adoptionen tätig. So ist sie unter anderem an Verfahren vor dem Familiengericht zur Anerkennungs- und Wirkungsfeststellung bei Auslandsadoptionen beteiligt. Sie ist ferner im Einzelfall für die Gestattung der Tätigkeit ausländischer Vermittlungsorganisationen zuständig. Außerdem erteilt sie auf Antrag die Bescheinigung der rechtlichen Befähigung zur Adoption an im Ausland lebende Deutsche, wenn sie an ihrem ausländischen Wohnsitz ein Kind von dort oder aus einem dritten Staat adoptieren wollen. Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Einrichtung und Pflege einer Datenbank, in der alle nach der Auslandsadoptions-Meldeverordnung zu meldenden internationalen Adoptionen erfasst sind. Schließlich richtet die Bundeszentralstelle für Auslandsadoption regelmäßig Konferenzen und Tagungen aus, um die Zusammenarbeit zwischen den mit internationalen Adoptionen befassten Stellen zu optimieren und dazu beizutragen, dass die fachlichen Standards in diesem Bereich vereinheitlicht werden. [...] Zentrale Behörden auf Länderebene sind die zentralen Adoptionsstellen der Landesjugendämter. Diese sind neben den örtlichen Jugendämtern vornehmlicher Ansprechpartner von Ratsuchenden in Fragen internationaler Adoptionen. Die Liste der zentralen Adoptionsstellen der Landesjugendämter findet sich im Anhang sowie auf der Internetseite der Bundeszentralstelle für Auslandsadoption (Link: www.bundesjustizamt.de/auslandsadoption) unter der Rubrik "Anschriften". Die Aufgabenschwerpunkte der zentralen Adoptionsstellen liegen in der Beratung und Unterstützung der örtlichen Jugendämter und Freien Träger, der Informations- und Öffentlichkeitsarbeit sowie der Zusammenarbeit mit den anderen zentralen Adoptionsstellen, der Bundeszentralstelle sowie den Zentralen Behörden der Vertragsstaaten. Die zentralen Adoptionsstellen erteilen Gestattungen zur internationalen Adoptionsvermittlung an örtliche Jugendämter. Daneben obliegt ihnen die Zulassung und Überwachung der Freien Träger.“
(Bundesjustizamt, http://www.bundesjustizamt.de/cln_108/nn_2036920/DE/Themen/Buergerdienste/BZAA/Informationen/Informationen__node.html?__nnn=true)

Des weiteren empfehle ich Ihnen, mit der Bundeszentralstelle für Auslandsadoption, Adenauerallee 99 - 103, 53113 Bonn, Postanschrift: 53094 Bonn, Telefon: +49 228 99 410-5414, -5415, Fax: +49 228 99 410-5402, E-Mail: [email protected] Kontakt aufzunehmen, da man dort auch über länderspezifische Informationen verfügen dürfte. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund sinnvoll, dass die von Ihnen geplante Stiefkindadoption gerade nicht der Regelfall sondern die Ausnahme im Bereich der internationalen Adoption ist. Da die deutschen Gesetze nicht 100% auf solche Fälle zugeschnitten sind, sollten Sie auf jeden Fall frühzeitig mit den zuständigen Behörden Kontakt aufnehmen.

Einen Überblick über die einschlägigen Gesetze finden Sie unter http://www.bundesjustizamt.de/cln_108/nn_2036920/DE/Themen/Buergerdienste/BZAA/Gesetze/Gesetzestexte__node.html?__nnn=true, diese sind in deutscher, englischer, französischer und spanischer Sprache abgedruckt.

In den verschiedenen Staaten hat eine Adoption unterschiedliche rechtliche Wirkungen. Da mir leider nicht bekannt ist, um welchen Staat es geht, empfehle ich Ihnen, unter http://www.bundesjustizamt.de/cln_108/nn_2043228/DE/Themen/Buergerdienste/BZAA/Adoptionswirkungen/Adoptionswirkungen__Laenderliste,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/Adoptionswirkungen_Laenderliste.pdf die für den fraglichen Staat geltenden Bestimmungen nachzulesen.

Am hilfreichsten ist sicherlich die Lektüre der offiziellen Broschüre der Bundesregierung zu diesem Thema, hier werden auf fast 100 Seiten alle potentiellen Fragen angesprochen: http://www.bundesjustizamt.de/cln_108/nn_2043240/DE/Themen/Buergerdienste/BZAA/Broschuere/BZAA__Broschuere,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/BZAA_Broschuere.pdf Dies alles hier darzustellen würde den Rahmen dieser Dienstleistung bei weitem übersteigen, aber ich denke, dass Sie damit die notwendigen Informationen finden werden. Insbesondere finden sich hier die notwendigen Informationen betreffend das Verfahren der Auslandsadoption.

Ich hoffe, Ihnen damit schon etwas weitergeholfen zu haben, wünsche Ihnen und Ihrer Familie alles Gute und verbleibe

Hochachtungsvoll und mit freundlichen Grüßen




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