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RA_UJSCHWERIN, Rechtsanwältin
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 2625
Erfahrung:  Rechtsanwältin
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Ab welchem Alter dürfen meine Zwillingsmädchen de facto und

Kundenfrage

Ab welchem Alter dürfen meine Zwillingsmädchen de facto und de jure über ihren dauerhaften Aufenthalt bei Vater oder Mutter erfolgreich selbst bestimmen; und was ist zu tun ,welche Rechtsgrundlagen und Urteile können hier herangezogen werden. Vielen Dank XXXXX XXXXX Hilfe.
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  RA_UJSCHWERIN hat geantwortet vor 5 Jahren.
Werter Fragesteller,

zu Ihrem Anliegen möchte ich gern wie folgt ausführen:

Es gibt hier keine feste Altersgrenze, ab der Ihre Zwillinge entscheiden können, bei welchem Elternteil sie leben wollen. Die Entscheidung treffen bis zur Volljährigkeit die Eltern, können sich diese nicht auf eine Regelung verständigen, so entscheidet das Familiengericht.

Der Wille der Kinder wird in einem familiengerichtlichen Verfahren mit steigendem Alter auch mitberücksichtigt, ist aber niemals alleinentscheidend.

Ab dem 14. Lebensjahr werden die Kinder aktiv beteiligt, wobei auch dies keine Garantie dafür ist, dass der Wunsch und der Wille der Kinder einzige Entscheidungsgrundlage für die Entscheidung des Familiengerichtes ist.

Mit 14 Jahren ist das Kind Beteiligter des Verfahrens und kann eigenständig der Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechtes auf einen Elternteil widersprechen. Hier muss es sich aber ganz klar und deutlich positionieren. Die Aussage alleine, dass das Kind lieber bei einem Elternteil wohnen will, reicht hier definitiv nicht aus.

Derartige Verfahren sind aber immer Einzelfallentscheidungen. Zu berücksichtigen ist in erster Linie das Kindeswohl. Das Familiengericht wird seine Entscheidung nur davon abhängig machen. Ist bei beiden Elternteilen das Kindeswohl nicht gefährdet, so gibt es weitere Kriterien, die das Gericht für seine Entscheidung heranziehen wird.

Hierzu gehört zum einen die Kontinuität. Es soll nur im Ausnahmefall in die Kontinuität eingegriffen werden. Hat die Mutter die Kinder bereits seit vielen Jahren in ihrem Haushalt, so spricht dieser Umstand gegen eine Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechtes auf den Kindesvater.

Hierneben spielt die sog. Bindungstoleranz eine entscheidende Rolle. Geprüft wird, welcher Elternteil über die Fähigkeit verfügt den Kindern die Bindung zum anderen Elternteil zu gestatten und auszuüben. Verweigert beispielsweise die Mutter den Umgang oder gibt es regelmäßig Streit bei der Urlaubsgestaltung, so ist dies unter Umständen ein Indiz für mangelnde Bindungstoleranz, die dann wiederum gegen die Mutter sprechen könnte.

Letztendlich wird dies aber nur das Familiengericht entscheiden können. Wenn Sie beabsichtigen, einen Antrag auf Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechtes zu stellen, sollten Sie hierzu einen Fachanwalt für Familienrecht beauftragen. Dieser wird im Verfahren anregen, dass den Kindern ein Verfahrensbeistand beigeordnet wird, der die Rechte der Kinder wahrt und mit allen Beteiligten Gespräche führt.

Unter Umständen kann man sich auch auf ein Wechselmodell verständigen, so dass die Kinder im Wechsel bei der Mutter und bei dem Vater leben können.

Die Kinder selbst können aber nicht die Entscheidung treffen, wo sie leben wollen.
Experte:  RA_UJSCHWERIN hat geantwortet vor 5 Jahren.
Werter Fragesteller,

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Experte:  RA_UJSCHWERIN hat geantwortet vor 5 Jahren.
Werter Fragesteller,

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