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S. Grass
S. Grass, Rechtsanwältin
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 5100
Erfahrung:  Mehrjährige Berufserfahrung
52374836
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Recht & Justiz hier ein
S. Grass ist jetzt online.

Sehr geehrte Frau Anwältin/Herr Anwalt,ich (55 Jahre alt)

Kundenfrage

Sehr geehrte Frau Anwältin/Herr Anwalt, ich (55 Jahre alt) muss mich mit meiner Wut einfach an Sie wenden. Mein Mann und ich sind einem Devisenschwindler erlegen. Ein Kollege von mir hatte mich seinerzeit auf einen Mann aufmerksam gemacht, der früher schon mit Aktiengeschäften zu tun hatte und sich nun auf den Devisenhandel spezialisiert hat. Mein Kollege war einfach begeistert davon, wie viel Geld man im Devisenhandel machen könnte. Er hätte diesem Mann einen höheren Betrag (leider ein Kredit) auf sein Konto überwiesen und dieser würde es mit Hilfe einiger "Freunde" die an der Börse "sitzen" im Devisenhandel einsetzen. 1 Jahr würde dieses schon so laufen. Die "Trades" würden monatlich ausgezahlt mit einem sehr guten Gewinn für meinen Kollegen. So habe ich mich "überzeugen" lassen. Der Bekannte von meinem Kollegen kam mit ihm vorbei und hat uns alles noch einmal so richtig "schmackhaft" gemacht. Er ließ nicht locker und wir investierten erst einmal einen mittleren Betrag und dann leider eine Summe in 5stelliger Zahl. Er erzählte uns auch, dass alles legal wäre und er von der Gesamtsumme (er hatte auch noch andere Kunden) Geld an das Finanzamt abführen würde. Uns war nicht ganz wohl bei der Geschicht aber wir wollten auch erst einmal nur 1 Jahr "mitmachen". Es wurde ein Vertrag gemacht (12.08.11) und bis Oktober erhielten wir Auszahlungen aus den Devisengeschäften (zuletzt 3,5 %). Er wollte sie nicht überweisen, da nur 1 Person von seiner Bank "richtig" von ihm informiert wäre. Im November blieb das Geld zum ersten Mal aus. Er begründete dies damit, das der "Trade" nicht "ausgelöst" worden sei und er hätte einen "Fehler" begangen und könnte nicht an das angelegte Geld. Wir wollten ihn nicht "nerven" und ließen ihn in Ruhe. Vor zwei Wochen nun, fuhren wir bei seiner Wohnung vorbei und mussten feststellen, dass er ausgezogen war. Sein Vermieter wusste nur, dass er wieder in den Ort seiner Eltern gezogen war. Wir haben danach sofort Recherchen über seinen Wohnort gemacht, sind auch zu den Eltern gefahren. Diese wussten nicht. wo er sich z. Z. aufhält. Gestern noch habe ich mit seiner Mutter gesprochen und versucht zu erfahren, wo er steckt. Sie erzählte: "eigentlich" wüsste sie nicht wo er steckt. Ihr Mann meint aber, es ginge ihm wohl nicht gut, er sei sehr sensibel und würde suizidgefährdet. Wir müssen nun auch damit rechnen, dass er das ganze Geld "verspielt" hat oder dergleichen. Ich bin richtig fertig von dieser Geschichte. Was waren mein Mann und ich "naiv" zu glauben, dass könne gut gehen. Warum haben wir uns auf so jemanden eingelassen. Aber die 3,5 % haben mich so gereizt und dann habe ich meinen Mann auch noch davon überzeugt. Ist das Geld nun weg. Ist er vielleicht sogar in einem Krankenhaus und muss sich behandeln lassen. Über die anderen Anleger wissen wir bislang nichts. Dieser Mann muss doch zur Rechenschaft gezogen werden. Wie kann man weiter verfahren oder müssen wir das jetzt so hinnehmen? Mit freundlichen Grüßen
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  S. Grass hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

nach Ihrer Schilderung handelt es sich offensichtlich um eine betrügerische Masche. Sie sollten, sofern Ihnen der Aufenthaltsort bekannt ist, ansonsten gerichtet an die Adresse der Mutter, den Mann anschreiben und sofortige Rückzahlung des "investierten" Geldes fordern. Sie können und sollten damit drohen, dass bei nicht fristgerechter Rückzahlung Ihrerseits Strafanzeige gegen den Mann gestellt wird.

Grundsätzlich wären auch zivilgerichtliche Schritte denkbar. Bei der von Ihnen genannten Summe sind die Gerichts- und Anwaltskosten sehr hoch. Sie sollten, sofern keine Rechtsschutzversicherung die Kosten übernimmt, damit rechnen, dass Sie zwar in der Sache selbst Recht bekommen, wenn der Mann vermögenslos ist, werden Sie das "investierte" Geld und die zusätzlich bezahlten Kosten nicht realisieren können.

Ich hoffe, Ihnen behilflich gewesen zu sein und darf Sie bitten, sofern kein weiterer Klärungsbedarf besteht, die Antwort zu akzeptieren und zu bewerten.

Mit freundlichen Grüssen
RA Grass
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Frau Grass,

vielen Dank XXXXX XXXXX schnelle Antwort. Wir werden wohl einen Brief verfassen an den "Betrüger" über seine Eltern. Sein Vater meinte bereits vor 1 Woche, dass, wenn sich ihr Sohn nicht bei ihnen melden würde, sollten wir weitere Schritte unternehmen. Aber von dieser Äußerung sollte man sich nicht abhalten lassen, den o. a. Brief zu verfassen? Haben wir uns eigentlich strafbar damit gemacht, dass wir dass seinerzeit erhaltene Geld aus den Devisengeschäften nicht noch einmal versteuert haben und es ohne Abzüge behalten haben?

Mit freundl. Grüßen

Experte:  S. Grass hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

keinesfalls sollten Sie von den angedachten Schritten Abstand nehmen.
Wenn die Einnahmen, die Sie aus den Geschäften hatten steuerpflichtig waren, also oberhalb des Freibetrages lagen, könnte einen Steuerhinterziehung vorliegen.

Mit freundlichen Grüssen
RA Grass
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Frau Grass,

es tut mir leid, bislang habe ich die "Tasten" Akzeptieren noch nicht aktiviert. Mir fällt immer noch etwas ein. Meine Nerven liegen immer noch "blank" und ich bin voller Wut auch auf mich selbst. Ich hätte noch Fragen zu

1) Selbstanzeige. Der Vater von meinem Kollegen (hat selber einen fünfstelligen Betrag überwiesen) meint, sein Sohn solle eine Selbstanzeige machen. Sinnvoll?

2) Wir haben danach eine Steuerhinterziehung begangen.

3) Eine Rechtsschutzversicherung haben wir leider nicht.

Ich möchte die Familie etwas unter Druck setzen. Erst einmal mit einem Brief, wie schon erwähnt, und dann möchte ich meine Situation darlegen und meinen Frust von der Seele schreiben?! Vor allen Dingen macht mir zu schaffen, dass dieser Mann, so einfach davonkommt. Er sollte doch wissen, was er uns angetan hat. Außerdem sind noch mehrere Anleger betroffen, es wird noch recherchiert.

Muss ich mit meiner vorherigen Frage und dieser Frage noch einmal an Sie zahlen. Oder wäre es mit 45,00 € getan?

Vielen Dank XXXXX XXXXX!

Ich werde nach Ihrer (Kurz-)Antwort - Akzeptieren.

Mit freundl. Grüßen
Experte:  S. Grass hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

eine Selbstanzeige ist sicher immer dann sinnvoll, wenn mit dem Nachweis der Tat sicher zu rechnen ist. Eine solche Anzeige wirkt auf jeden Fall strafmildernd.

Wenn Sie dem Mann mit den möglichen Konsequenzen drohen (zivil- und strafrechtlich) könnte dies ggf. zur gütlichen Einigung führen, so dass Sie möglicherweise einen Teil Ihres Geldes zumindest erhalten (sofern noch vorhanden). Sie sollten auf jeden Fall Strafanzeige erstatten, dann würden Sie zwar möglicherweise gleichwohl Ihr Geld verloren haben, aber der Mann käme auf keinen Fall straflos davon. Ich kann Ihnen auch versichern, dass die Strafe in solchen Anlegerbetrügereiein meist sehr empfindlich sind.

Bzgl. der Akzeptierung fällt mit dieser einmalig der von Ihnen eingesetzte Betrag an. Sie haben zudem ein kostenfreies Nachfragerecht in dieser Sache.


Mit freundlichen Grüssen
RA Grass
S. Grass, Rechtsanwältin
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 5100
Erfahrung: Mehrjährige Berufserfahrung
S. Grass und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Frau Grass,

wir haben den Eltern geschrieben, mit einem anliegenden Brief an Herrn J.Heute kam ein Anruf der Nichte des J. und erklärte uns, sie müsse sich zu der Angelegenheit melden und teilte uns mit, dass Ihr Onkel schon seit ca. 3 Jahren spielsüchtig, alkoholabhängig und seelisch krank sei. Seine Lebensgefährtin hat davon anscheinend nichts mitbekommen. Herr J.
befindet sich in ärztl. Behandlung und ist suizidgefährdet. Das Geld der Anleger wäre weg (insgesamt ca. 250.000,00 €). Er soll es an der Börse verloren haben. Ich bin so enttäuscht, vor allem auch von mir. War ich naiv. Auch der Vermieter des J. teilte mir heute mit, dass er nichts davon gemerkt hätte?! Die Miete wurde bezahlt u. s. w. Der Vermieter war schon bei der Polizei. Dort ist J. schon bekannt (mehrere Straftaten). Wie kann so ein Mensch noch frei herumlaufen. Warum wurde man nicht gewarnt. Es hätten schon einige Anleger Strafanzeige gestellt und wir werden es auch die nächste Woche tun. Unser Geld ist nun wohl "weg"? Oder?Es ist zum verzweifeln.
Mit freundlichen Grüßen
Experte:  S. Grass hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

ob Ihr Geld tatsächlich "weg" ist, oder ob ggf. wenigstens Teile noch vorhanden sind, wird die Staatsanwaltschaft in einem entsprechenden Ermittlungsverfahren sicher in Erfahrung bringen. Allerdings auch wenn Ihr Geld selbst ausgegeben wurde, sind ggf. andere Vermögenswerte bei Herrn L. vorhanden (Immobilien, Fahrzeug, Lebensversicherung, Arbeitseinkommen, Rentenansprüche) auf die man u.U. mit einer Pfändung zugreifen kann. Allerdings müsste hierzu ein Titel erwirkt werden, d.h. Sie müssten zivilrechtlich Klage erheben oder einen Mahnbescheid beantragen. Letzteren können Sie auch ohne anwaltliche Hilfe beantragen (www.online-mahnantrag.de) und so würden sich die Kosten gering halten lassen.

Empfehlenswert ist auf jeden Fall, dass Sie eine Strafanzeige gegen Herrn L. erstatten. Manchmal arrestiert die Staatsanwaltschaft vorhandene Vermögenswerte, die dann den Geschädigten zukommen.

Dem Staat kann man vermutlich keine Vorwürfe oder gar haftbar machen. Leider führen geringe Delikte oftmals erst zu einer Geld- und später zu einer Bewährungsstrafe, so dass der "Kriminelle" als freier Mensch weiter agieren kann. Dies liegt daran, dass die Gesetze für manche Delikte einfach zu geringe Strafen vorsehen.

Mit freundlichen Grüssen
RA Grass
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Hallo Frau Grass,

wir haben doch noch eine Frage an Sie. Nach Erstattung der Strafanzeige werden wir ja zu einem Gerichtstermin vorgeladen. Wir haben nun im letzten Jahr (Dezember) bereits eine 14tägige Urlaubsreise in den Süden für die Dauer von 14 Tagen (38.und 39. KW.) gebucht. Nimmt das Gericht in diesem Fall Rücksicht oder müssen wir den Urlaub evtl. stornieren oder verschieben?

Mit freundl. Grüßen

Experte:  S. Grass hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

sollte der Verhandlungstermin genau in Ihre Reisezeit fallen, müssen Sie bloß dem Gericht mitteilen, dass Sie urlaubsabwesend sind, dann wird dies auch berücksichtigt. Erfahrungsgemäß dauert so ein umfangreiches Ermittlungsverfahren, so dass kaum mit einer raschen Verhanlung zu rechnen sein wird.


Mit freundlichen Grüssen
RA Grass

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