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ra-huettemann
ra-huettemann, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 22625
Erfahrung:  Staatsexamen Zulassung als Rechtsanwalt
42903605
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ra-huettemann ist jetzt online.

Hallo, ich habe einen Sohn gerade 5 geworden. Er ist manchmal

Kundenfrage

Hallo, ich habe einen Sohn gerade 5 geworden. Er ist manchmal ein kleiner Wildling aber auch schon selbsbstständig. Am liebsten den ganzen Tag draußen, nun zu unserem Problem: wenn er irgendwo hin möchte (draußen) dann sagt er das manchmal und wenn gerade keiner kann, dann geht er einfach bzw nimmt Roller oder Fahrrad. Wenn es ihm auf unserem Hof zu langweilig wird und ich gerade mal kurz (1-2) Min weg muß ist er beim zurück kommen oft schon weg. Er hat drei Lieblingswege und man muß sich beim Suchen für einen entscheiden. Daher hat er meist einen großen Vorsprung. Meistens wartet eine Person zu Hause und er kommt nachdem er eine größere oder auch kleine Runde gedreht hat von selbst nach Hause. Letzte Woche ist er während wir Besuch hatten aus der Wohnung gegangen ganz Leise keiner hat es gehört, wir dachten er spielt mit allen Kindern im Kinderzimmer. Da es geregnet hat und er keine Jacke an hatte ist er jemandem aufgefallen der die Polizei gerufen hat, aber mein Mann war zeitgleich da,(er dachte sich wo er ist) und hat ihn mitgenommen. Nun meine Frage: es ist eine unheimliche Stärke meines Sohnes er findet sich an kleinen Straßen zurecht, findet immer nach Hause und ich denke er würde auch immer nach Hause kommen. Alles reeden es ist gefährlich ect bringt nix wenn er wohin will paßt er den Moment ab. Was hat das für Folgen für uns, einmal kam jetzt die Polizei daß hatte aber keine Konsequenzen. Wie ist das mit der Aufsichtspflicht, kommt das Jugendamt und nimmt uns das Kind weg, denn er darf sich ja sicher net so frei bewegen und wir wissen net wo er ist. Obwohl er entweder wieder kommt oder wie ihn finden.Über eine Antwort der rechtlichen Situation für uns wäre ich Ihnen sehr dankbar.
Mit freundlichen Grüßen
Daniela Härter
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der ich gern wie folgt Stellung nehme.

Nein, Sie müssen nicht befürchten, dass das Jugendamt Ihnen Ihr Kind wegnimmt. Eine solche Maßnahme ist nur auf der Grundlage ganz außergewöhnlicher Voraussetzungen möglich, wenn eine akute Gefährdung des Kindeswohls zu befürchten ist.

Geregelt ist dies in § 42 SGB VIII wie folgt:

Das Jugendamt ist berechtigt und verpflichtet, ein Kind oder einen Jugendlichen in seine Obhut zu nehmen, wenn
1.
das Kind oder der Jugendliche um Obhut bittet oder
2.
eine dringende Gefahr für das Wohl des Kindes oder des Jugendlichen die Inobhutnahme erfordert und
a)
die Personensorgeberechtigten nicht widersprechen oder
b)
eine familiengerichtliche Entscheidung nicht rechtzeitig eingeholt werden kann oder
3.
ein ausländisches Kind oder ein ausländischer Jugendlicher unbegleitet nach Deutschland kommt und sich weder Personensorge- noch Erziehungsberechtigte im Inland aufhalten.
Die Inobhutnahme umfasst die Befugnis, ein Kind oder einen Jugendlichen bei einer geeigneten Person, in einer geeigneten Einrichtung oder in einer sonstigen Wohnform vorläufig unterzubringen; im Fall von Satz 1 Nr. 2 auch ein Kind oder einen Jugendlichen von einer anderen Person wegzunehmen.

Diese Voraussetzungen liegen hier ersichtlich nicht vor.

Sie müssen allerdings künftig Ihrer Aufsichtspflicht strenger nachkommen und sollten daher bemüht sein, Ihren Sohn nicht aus den Augen zu verlieren.


Ich hoffe, Ihnen behilflich gewesen zu sein. Machen Sie bei Unklarheiten gerne von Ihrem Nachfragerecht Gebrauch. Haben Sie keine Nachfrage, darf ich höflichst um Akzeptierung bitten. Nach einmaliger Akzeptierung können Sie jederzeit kostenfrei Folgefragen stellen. Beachten Sie bitte, dass kostenlose Rechtsberatung nach zwingendem Recht nicht gestattet ist. Sie akzeptieren, indem Sie das grüne Feld „Akzeptieren“ anklicken.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
ra-huettemann und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Wir lassen ihn ja nicht mit Absicht weg aber ein Kind mit 5 braucht ja auch schon Freiheiten und ich merke je mehr wir ihn einengen (Bewachen) desto mehr holt er sich seine Freiheit. Der Punkt ist ja ich habe mir mal sagen lassen daß es für die Aufsichtspflicht keine festen Regeln gibt, sondern was man dem Kind zutraut. Das Problem ist ich traue ihm zu daß er seine Runde dreht jund wiederkommt, aber andere nicht und er hat noch nicht das Alter. Deswegen reden wir ja ständig mit ihm. Aber irgendwas muß uns doch passieren (außer der Sorge ums Kind) sonst wäre ja nicht soviel Gerede um die Aufsichtspflicht.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Wir lassen ihn ja nicht mit Absicht weg, aber je mehr wir ihn Einengen, desto mehr Freiheit braucht er. Ich habe mal gehört, daß das mit der Aufsichtspflicht keine so festen Regeln hat daß darf ein Kind in dem Alter, sondern was man ihm zutraut. Was ist wenn daß abweicht, ich traue ihm zu seine Runde zu drehen und dann wiederzukommen, aber da bin ich die einzige und manchmal sind sie auch zu groß daß gebe ich zu. Aber was uns denn passieren (außer der Sorge uims Kind)? Es heißt ja nicht umsonst Aufsichtspflichtverletzung, und dann wird nicht mal genau gesagt was ein Kind wann darf
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Ich warte auf meine Antwort siehe oben
Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 5 Jahren.
Vielen Dank für Ihren Nachtrag.

Wie Sie erwähnen, bestehen hinsichtlich der Wahrnehmung der Aufsichtspflicht keine festen Regeln. Die Aufsichtspflicht muss der zunehmenden Verantwortung und Reife des Kindes Rechnung tragen. Das bedeutet, dass ein Kleinkind - wie hier - noch sehr viel mehr der Beaufsichtigung bedarf als ältere Kinder.

Selbst wenn Sie Ihrem Sohn daher die Runden zutrauen, so sind Sie dennoch aufgrund des Alters des Kindes verpflichtet, die Beaufsichtigung auch auf diesen Runden sicherzustellen, wenn das Kind sich von dem Haus entfernen sollte. Grundsätzlich sind Kleinkinder nämlich - auch wenn sie sich schon orientieren und zurückfinden können - nicht in der Lage, die Risiken des Straßenverkehrs richtig einzuschätzen.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Dies ist nun meine letzte Frage: Was passiert mir bzw uns, wenn er ausbüxt ich kann ihn ja nicht festbinden, und es passiert nix er ist nur zu lange weg und wir müssen die Polizei rufen? Oder es passiert doch was(was Gott verhüten möge)Wie sieht die strafrechliche bzw Jugendamsituation aus.
Mit freundlichen Grüßen
Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 5 Jahren.
Vielen Dank für Ihren Nachtrag.

Wenn etwas passieren sollte, und wenn man Ihnen nachweisen kann, dass dies nicht passiert wäre, wenn Sie Ihrer Aufsichtspflicht nachgekommen wären, so würde Ihnen in der Tat eine Aufsichtspflichtvereltzung zur Last fallen. Würde sich dieser Vorfall öfter ereignen, könnte das Jugendamt eine Familienbetreuung anordnen oder auch Gespräche mit Ihnen führen, damit Sie Ihrer Aufsichtspflicht nachkommen.

Kommt Ihr Sohn zu Schaden während einer dieser Runden, so müssten Sie ebenfalls mit einem Strafverfahren rechnen, beispielsweise wegen Körperverletzung, wenn das Kind sich verletzt.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Vielen Dank für Ihre Antworten
Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr gern geschehen!

Alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt