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RA Schröter
RA Schröter, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 7723
Erfahrung:  12 Jahre Erfahrung als Rechtsanwalt
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RA Schröter ist jetzt online.

Wohnungseigentum - Durchbruch zwischen zwei Wohnungen Sehr

Beantwortete Frage:

Wohnungseigentum - Durchbruch zwischen zwei Wohnungen
Sehr geehrte Damen und Herren, in dem 2011 erschienen Stern Ratgeber vertreten die beiden Autoren (Fachanwälte) Stephan Konrad und Franz Kopinski den Standpunkt, dass beim Durchbruch zwischen zwei Eigentumswohnungen (Deckendurchbruch) die Zustimmung aller Eigentümer eingeholt werden muss, die durch diese Maßnahme betroffen sein könnten - da dies in der Abgeschlossenheitsbescheinigung nicht vorgesehen ist.
Liest man das BGH Urteil von 2001, dann bedarf es keiner Zustimmung der übrigen Teilnehmer wenn weder wesentliche Eingriffe in die Bausubstanz erfolgen noch Gefahren für den konstruktive Stabilität und Brandsicherheit bestehen.
Können Sie mir sagen, ob eine Zustimmung der Eigentümer bei bestehender Abgeschlossenheitsbescheinigung und bei einem anstehenden Deckendurchbruch zur Verbindung zweier bisher abgeschlossener Wohnungen erforderlich ist oder kann die Hausverwaltung bei vorliegender Statik dies in eigener Zuständigkeit entscheiden.
M.f.G.
Rainer Stiegelmair
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  RA Schröter hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte/r Ratsuchende/r,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt beantworte:

In der Tat gibt es hierzu unterschiedliche Auffassung seitens der Gerichte. So hat das OLG Frankfurt in 2003 einen einstimmigen Beschluss der WEG für einen Druchbruch vorausgesetzt. Unter Bezugnahme auf die angeführte BGH Entscheidung, die die Abänderung der bisherigen Rechtsprechung untermauert, ist eine Zustimmung der übrigen Miteigentümer nicht erforderlich. Zwar hebt der Durchbruch die Abgeschlossenheit der Wohnungen auf. Allerdings stellt dies keinen Nachteil für die übrigen WEG eigentümer dar.

Ausreichend ist, dass die betroffenen Eigentümer mit der Verbindung einverstanden sind, wenn kein Nachteil für die anderen Eigentümer besteht, z.B. durch einen wesentlichen Eingriff in die Substanz des gemeinschaftlichen Eigentums.

Handelt es sich nicht um eine tragende Wand scheidet ein Eingriff aus. (BGH V ZB 45/00). Steht die Wand jeweils im Sondereigentum der betroffenenen Eigentümer bedarf es keiner Zustimmung der nicht betroffenen Eigentümer.

Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen und Ihnen einen ersten Überblick verschaffen. Ich darf Sie bitten meine Antwort durch das Anklicken des grünen Feldes zu akzeptieren.

Die Beantwortung erfolgte unter der Voraussetzung, dass Sie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Plattformbetreibers gelesen haben und die Antwort akzeptieren.

Mit besten Grüßen

Marcus Schröter, MBA
Rechtsanwalt & Immobilienökonom

Zertifizierter Zwangsverwalter

Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrter Herr Schröter,

verstehe ich das richtig, wenn eine Stahlbetondecke, ob im Sondereigentum oder Gemeinschaftseigentum, zum Einbau einer Treppe, welche als Verbindung zwischen zwei übereinander liegenden und ursprünglich getrennten Wohnungen, durchbrochen werden soll, sind in jedem Fall die betroffenen Eigentümer ( z.B. Wohnungsnachbar) zu verständigen und deren Einverständnis einzuholen. Auf keinen Fall kann die Hausverwaltung, auch bei Vorlage einer Statik, ohne Beteiligung bzw. Zustimmung der betroffenen Eigentümer, eine Genehmigung für den Durchbruch erteilen und den Vollzug erlauben.

Sollte keine Unterrichtung und Zustimmung der betroffenen Eigentümer erforderlich sein, frage ich, wie diese Wohnungsnachbarn ihre Rechte bezüglich Baulärm und Staubentwicklung wahren können.

M.f.G

Rainer Stiegelmair

 

Experte:  RA Schröter hat geantwortet vor 5 Jahren.
Vielen Dank für die Nachfrage. Nach der BGH Rechtsprechnung bedarf es keiner Zustimmung, der übrigen Eigentümer und Wohnungsnachbarn, wenn der Durchbruch lediglich im Sondereigentum erfolgt und kein Nachteil für die WEG zu erwarten ist.

Soweit hier Gemeinschaftseigentum betroffen ist, ein neues Brandschutzgutachten für das Wohnhaus erforderlich ist und eine statischen Berechnung vorgelegt werden muss, ist in der Tat die Zustimmung der Miteigentümer erforderlich.

Hinsichtlich der Entwicklung von Baulärm und Staubentwicklung besteht ein Unterlassungsanspruch, wenn die Beeinträchtigung über das hinzunehmende Maß hinausgeht.

Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen.

Viele Grüße
Experte:  hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrter Ratsuchender,

gibt es noch Nachfragen? Wenn dies nicht der Fall ist, darf ich Sie höflich bitten, meine Antwort auf Ihre Frage zu akzeptieren.

 

Vielen Dank!

RA Schröter und 2 weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.