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Claudia Schiessl
Claudia Schiessl, Rechtsanwältin und Fachanwältin
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 15731
Erfahrung:  Zwei Fachanwaltstitel; Korrespondenz in deutsch, englisch,französisch;Anwältin seit 1994;1996 Mitarbeit am Lehrstuhl für Strafrecht Universität Regensburg;1996-2010 Ausbildung von Referendaren
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Claudia Schiessl ist jetzt online.

Hallo! Unser Mitarbeiter ist krankgeschrieben und ist mit

Kundenfrage

Hallo!

Unser Mitarbeiter ist krankgeschrieben und ist mit seiner Familie in Urlaub gefahren. Er hat weder uns Bescheid gesagt, noch der Krankenkasse, noch hat er ein Attest vom Arzt, daß dieser Urlaub seiner Genesung beiträgt. Er hat sich wegen schweren Rückenschmerzen, die bis ins Bein ziehen (seine Aussage uns gegenüber) krankschreiben lassen. Es ist nur so, daß er wohl vor Kollegen schon vor der Krankschreibung erwähnt hat, daß er an Ostern wegfahren möchte. Als er die Krankmeldung gebracht hat, hat er kaum laufen können und das Bein nachgezogen. Kurze Zeit später wurde er gesehen, wie er ganz normal gelaufen ist. Wir haben den Verdacht, daß er diese Krankmeldung (genau die 2 wochen der Osterferien) nutzt um auf unsere Kosten Urlaub zu machen und seine Urlaubstage einzusparen. Da er sehr oft krank ist, hatten wir schon öfters den Verdacht. Wir sind ein Kleinbetrieb unter 10 Mitarbeitern und so ein Mitarbeiter ist für uns auf lange Sicht leider nicht tragbar. Wie können wir nun vorgehen? Danke XXXXX XXXXX Antwort.
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Andreas Scholz hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

grundsätzlich ist es zulässig, nach der Krankschreibung in den Urlaub zu fahren, wenn der Urlaub auch vorher mit dem AG abgesprochen gewesen ist.

Das Vortäuschen von Krankheit ist ein Kündigungsgrund. wäre aber von Ihnen zu beweisen. Der Nachweis dürfte ohne Zeugenbeweis schwer zu führen sein.

Wenn Sie aber Bedenken haben, können Sie den medizinischen Dienst einschalten und von der Krankenkasse die unabhängige Begutachtung einfordern. Das Recht hierzu gibt Ihnen § 275 Abs. 1 Nr. 3 i. V. m. Abs. 1a SGB V. Das sollten Sie dann machen.

Ich hoffe, weitergeholfen zu haben, bei Unklarheiten fragen Sie nach. Wenn Ihre Frage beantwortet ist, bitte ich, die Antwort gemäß den Vorgaben dieser Plattform zu akzeptieren. Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Scholz
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Der Urlaub wurde aber vorher nicht mit uns abgesprochen. Daß er die Absicht hatte an Ostern wegzufahren wissen wir nur durch unseren anderen Mitarbeiter. Er hat nicht ween Urlaub gefragt, sondern uns gleich die Krankmeldung gebracht.

Habe vorhin schon etwas rumgegoogelt und oft gelesen, daß der Urlaub während der Krankschreibung zumindest vom Arzt mit Attest empfohlen sein sollte und der Mitarbeiter dies auch der Krankenkasse mitteilen sollte. Gibt es hierfür eine gesetzliche Grundlage?

Solange er nicht wieder zuhause ist, kann er ja nicht zu dieser Begutachtung gehen. Oder anders herum gefragt, wie schnell muß so eine Begutachtung erfolgen? Wenn die Krankenkasse nicht weiß, daß er ihm Urlaub ist, kann sie ihn ja gar nicht erreichen, um einen Termin zu vereinbaren.

Klar gesprochen, geht es uns momentan darum, daß wir für uns beschlossen haben uns von diesem Mitarbeiter zu trennen. Allein die 2 Wochen, die er jetzt vertreten werden muß kosten uns schon sehr viel Geld. Wenn wir ihn aber fristgerecht kündigen wollen, müssen wir ja warten bis er wieder bei der Arbeit erscheint und wir haben aus Erfahrung bei ihm eher den Verdacht, daß er seine Krankmeldung nochmal verlängert.

Was passiert bei der Begutachtung des medizinischen Dienstes? Können die Fachleute dort erkennen, ob jemand wirklich Schmerzen hat oder nur simuliert?

Danke für Ihre Antwort.



Experte:  Andreas Scholz hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

der AN darf während der AU nichts unternehmen, was seine AU möglicherweise verlängern könnte. Während der Krankschreibung in den Urlaub zu fahren, hinterlässt freilich immer einen grenzwertigen Eindruck, per se unzulässig ist das aber nicht und der AN muss sich hier auch keine Erlaubnis abholen, weder von der Kasse noch vom AG.

Was Sie machen könnten, wäre die Kasse zu informieren und so den AN zunächst ggü. der Kasse begründen zu lassen, dass der Urlaub seinen Genesungsprozess nicht in die Länge gezogen hat.

Der medizinische Dienst ist mit unabhängigen Ärzten besetzt und ist beauftragt, den Gesundheitszustand des Patienten zu erforschen. Von daher kann erwartet werden, dass dort Leute mit Erfahrung sind, die jedenfalls Auskunft darüber geben können, ob die Symptomatik, die der AN haben will, zumindest wahrscheinlich ist oder eher unwahrscheinlich.

Wenn Sie unter 10 MA sind, gilt das KSchG für Sie grundsätzlich nicht. Von daher können Sie kündigen, und auch dann wenn der MA krank ist.

Ich hoffe, weitergeholfen zu haben, bei Unklarheiten fragen Sie nach. Wenn Ihre Frage beantwortet ist, bitte ich, die Antwort gemäß den Vorgaben dieser Plattform zu akzeptieren. Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Scholz
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

D.h., wenn wir die Kündigung z.B. am Samstag zur Post bringen würden, könnte der Mitarbeiter arbeitsrechtlich nichts unternehmen, da wir unter 10 Mitarbeiter sind? Hätte er dann das Recht nach dem Grund der Kündigung zu fragen? Wäre es dann falsch ihm zu sagen, daß er für uns als Kleinbetrieb nicht mehr tragbar ist? Oder lieber auf keine Begründungen einlassen?

Da er im Urlaub ist, wird er die Kündigung dann erst nach seiner Rückkehr vorfinden. Läuft die Kündigungsfrist dann trotzdem schon ab dem Datum, wann wir sie ihm ausgestellt haben?

Falls er sich dann aus Ärger auf uns weiterhin krankschreiben lassen würde, könnten wir dann unsere Zweifel auch der Krankenkasse melden?

Im Prinzip brauchen wir seine Arbeitskraft dann trotzdem noch bis er geht, da uns jeder Tag, den wir für seine Vertretung bezahlen müssen doppelt Geld kostet. Dies ist für uns eine Doppelbelastung, die nicht sein müßte.

Falls der medizinische Dienst tatsächlich feststellen würde, daß er nicht rechtens krankgeschrieben ist, wäre das dann ein Grund für eine fristlose Kündigung? Könnten wir dann für die Krankheitvertretungskosten auch Schadenersatz verlangen?

Danke für Ihre Antwort.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sind Sie noch online?
Experte:  Claudia Schiessl hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Sie können den Arbeitnehmer fristgerecht kündigen.

Dagegen kann er , wenn Sie ein Kleinbetrieb sind, nichts unternehmen , wenn Sie Form und Frist der Kündigung einhalten und ihm diese nachweislich zugeht.

Den Grund brauchen Sie ihm nur auf Verlangen mitzuteilen.

Die Kündigung geht ihm dann zu, wenn sie so in seinen Empfangsbereich gelangt, dass unter normalen Umständen mit einer Kenntnisnahme zu rechnen ist.
Wenn Sie sie ihm heute einwerfen, geht sie ihm morgen zu , zu den normalen Zeiten an denen Post kommt.





Wenn Sie sie ihm heute einwerfen, geht sie ihm morgen zu , zu den normalen Zeiten an denen Post kommt.

Die urlaubsbedingte Abwesenheit ändert daran nichts.



Ist er nicht rechtens krankgeschrieben ist das ein Grund für eine fristlose Kündigung, die dann aber unweigerlich wegen der nicht eingehaltenen Frist zu einem Arbeitsgerichtsprozeß führt.


Sie können Ihren Verdacht der Krankenkasse mitteilen, dann wird der medizinische Dienst ggf. tätig.

Das wäre ein Grund für eine fristlose Kündigung und dafür Schadensersatz in Form der Rückzahlung des unberechtigt gezahlten Gehalts zu verlangen.







Mit freundlichen Grüßen

Claudia Marie Schiessl
Rechtsanwältin und
Fachanwältin für Arbeitsrecht



wenn ich Ihre Frage beantwortet habe bitte ich um Akzeptierung

danke
Experte:  Claudia Schiessl hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,


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