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ra-huettemann
ra-huettemann, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 21354
Erfahrung:  Staatsexamen Zulassung als Rechtsanwalt
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ra-huettemann ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren, mein 17 jähriger Sohn hat am

Kundenfrage

Sehr geehrte Damen und Herren,
mein 17 jähriger Sohn hat am 4.2.2012 mit einem Bekannten zusammen eine körperliche Auseinandersetzung mit 4 anderen Jugendlichen gehabt. Mein Sohn ist nun vorgeladen bei der Polizei, jedoch nicht als Haupttäter angeklagt. Da er erst 17 Jahre ist, sagte mir der zuständige Polizeibeamter am Telefon, dass im Höchstfalle ein paar Sozialstunden auf meinen Sohn zukämen.
Nun meine Frage:
Heute bekam ich ein Schreiben von einem Rechtsanwalt, bzgl. einer der Jugendlichen fordert darin Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche an meinen Sohn und dessen Freund. Wir werden aufgefordert bis spätestens 15.3. uns zu erklären, bzw. die Haftung dem Grunde nach anzuerkennen.
Am kommenden Montag, dem 5.3. haben wir (mein Sohn und ich) einen Termin auf dem Polizeipräsidium um den Tathergang und die Schuldfrage zu klären.

Wie reagiere ich jetzt am besten auf das Schreiben von dem Rechtsanwalt? Die Schuldfrage ist ja noch nicht geklärt. Mache ich darauf aufmerksam?

Vielen Dank XXXXX XXXXX Hilfe. Leider haben wir keine Rechtsschutzversicherung.
ganz liebe grüsse
M. Warnke
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der ich gern wie folgt Stellung nehme.

Solange die Schudfrage nicht abschließend geklärt ist, sollten Sie sämtliche gegen Ihren Sohn erhobene Schadensersatzforderungen unmissverständlich zurückweisen.

Eine Schadensersatzpflicht Ihres Sohnes (hier aus § 823 BGB) kommt nur in Betracht, wenn ihm auch ein entsprechendes Verschulden - also eine schuldhafte Verletzung des Körpers oder der Gesundheit der anderen Beteiligten - nachzuweisen ist.

Weisen Sie den Anwalt auf diese Rechtslage hin, und weisen Sie die geltend gemachten Forderungen zurück.

Teilen Sie zudem mit, dass sich Ihr Sohn - in Anbetracht der völlig ungeklärten Frage zum Verschulden und zum Tathergang - seinerseits die Geltendmachung etwaiger Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche gegen den von dem Anwalt vertretenen Jugendlichen vorbehält.


Ich hoffe, Ihnen behilflich gewesen zu sein. Machen Sie bei Unklarheiten gerne von Ihrem Nachfragerecht Gebrauch. Haben Sie keine Nachfrage, darf ich höflichst um Akzeptierung bitten. Beachten Sie bitte, dass kostenlose Rechtsberatung nach zwingendem Recht nicht gestattet ist. Sie akzeptieren, indem Sie das grüne Feld „Akzeptieren“ anklicken.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
ra-huettemann und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Vielen Dank,
kann im Falle einer Mitschuld meines Sohnes (und durch sein Alter, er wurde in dieser Nacht 17) und der evtl. Strafe von Sozialstunden eine Geltendmachung von Schmerzensgeld oder Schadensersatz erfolgen von seitens des Jugendlichen?
Mein Sohn teilte mir u.a. mit, dass es -in seinen Augen- gar nicht so schlimm war und er letztendlich nur seinem Freund helfen wollte, der auch als Hauttäter gilt.

Mein Sohn hatte in dieser Nacht Geburtstag und hatte auch einen höheren Alkoholpegel... ist dies tatmindernd?

Vielen Dank
M. Warnke
Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 5 Jahren.
Vielen Dank für Ihre freundliche Akzeptierung.

Es handelt sich um eine jugendtypische Verfehlung, bei der entsprechende Nachsicht geübt wird - soweit es sich (wovon ich ausgehe) um eine Erstbegehung handelt.

Nach Ihren Schilderungen halte ich eine Haftung Ihres Sohnes für unwahrscheinlich. Es ist zu vermuten, dass sich Tathergang und Verschulden nicht mehr aufklären lassen. Dann gilt aber die Bestimmung des § 830 BGB:

(1) Haben mehrere durch eine gemeinschaftlich begangene unerlaubte Handlung einen Schaden verursacht, so ist jeder für den Schaden verantwortlich. Das Gleiche gilt, wenn sich nicht ermitteln lässt, wer von mehreren Beteiligten den Schaden durch seine Handlung verursacht hat.
(2) Anstifter und Gehilfen stehen Mittätern gleich.

Wenn es sich zugetragen hat, wie Ihr Sohn es Ihnen geschildert hat, können die anderen Jugendlichen daher von ihm auch nichts fordern.

Auch der (ebenfalls jugendtypische) Alkoholkonsum wird hier strafmindernd zu berücksichtigen sein.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Vielen lieben Dank Herr Hüttemann, für Ihre schnelle und fundierte Antwort. Falls noch etwas kommen sollte vom ReA kann ich mich ja nochmal mit Ihnen in Verbindung setzen, oder? Es würde mir sehr helfen...
und ja, es ist eine Erstbegehung.

ein schönes WE
mfG
M. Warnke
Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 5 Jahren.
Selbstverständlich können Sie sich bei weiterem Klärungsbedarf jederzeit an mich wenden.

Auch Ihnen wünsche ich ein schönes Wochenende.


Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

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