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Claudia Schiessl
Claudia Schiessl, Rechtsanwältin und Fachanwältin
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 17028
Erfahrung:  Zwei Fachanwaltstitel; Korrespondenz in deutsch, englisch,französisch;Anwältin seit 1994;1996 Mitarbeit am Lehrstuhl für Strafrecht Universität Regensburg;1996-2010 Ausbildung von Referendaren
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Claudia Schiessl ist jetzt online.

Guten Tag, ich habe eine Frage zum Baurecht. In 2002 haben

Kundenfrage

Guten Tag,
ich habe eine Frage zum Baurecht.
In 2002 haben wir umgebaut und ein komplett neues Dach bekommen.
In Dezember 2011 und Januar 2012 hatten wir Sturmschäden am Dach, die von einem gelernten, angestellten Dachdecker beseitigt wurden. Dieser hat uns auf einige Mängel hingewiesen.
Daraufhin haben wir eine Dachdeckerfirma befragt, nach deren Auskunft die Ziegel angenommen, die Lattung abgenommen und erneuert und einige zusätzliche Reparaturen (Ortgänge) ausgeführt werden müssen. Wir bekamen ein Angebot in Höhe von ca. 30.000,-- Euro.
Die damalige Baufirma beruft sich auf den Ablauf der Gewährleistungsfrist, das Dach sei
ordnungsgemäß gebaut worden.
Gibt es eine Chance, zumindest einen Teil der Kosten von der Baufirma zurückzubekommen?
Mit freundlichem Gruß
I. Visser
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Claudia Schiessl hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:


Handelte es sich um einen Bauvertrag nach BGB verjähren Gewährleistungsansprüche grundsätzlich fünf Jahre ab Abnahme des Bauwerks.

Eine Ausnahme liegt dann vor, wenn der Bauunternehmer die Mängel arglistig verschwiegen hat.

Dies ist bereits gegeben,wenn nur ein Umstand verschwiegen wurde, der zu einem Mangel geführt hat.

Ist dies der Fall, so verjähren Gewährleistungsansprüche drei Jahre ab Kenntnis.


Liegt ein Bauvertrag nach VOB vor so muss innerhalb einer Gewährleistungsfrist von fünf Jahren eine Mängelanzeige erfolgen.

Danach läuft dann noch eine Frist von zwei Jahren.

Fazit:

sowohl nach BGB als auch nach VOB sind Ansprüche gegen den Bauunternehmer leider verjährt, es sei denn dieser hat arglistig einen Umstand verschwiegen, der zu einem Mangel geführt hat.


Ich hoffe, dass ich Ihnen helfen konnte


gerne können Sie weitere Nachfragen stellen.

Mit freundlichen Grüßen Rechtsanwälte

wenn ich Ihre Frage beantwortet habe bitte ich Sie höflich darum, meine Antwort zu akzeptieren

ich bedanke mich




Mit freundlichen Grüßen

Claudia Marie S
Claudia Schiessl und 4 weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Vielen Dank für die rasche Antwort, zur " Arglist" habe ich in einem Aufsatz gelesen, daß auch mangelnde Kontrolle dem Unternehmer angelastet werden kann.
Hintergrund hierzu: der zuständige Vorarbeiter, der zumindest die Hälfte der Zeit allein gearbeitet hat, hat - vorsichtig ausgedrückt - sehr viel Alkohol getrunken.
Diese Erkenntnis bekamen wir, als wir nach Abschluß der Bauarbeiten die als Frühstücksraum zur Verfügung gestellte Gartenlaube aufräumten und jede Menge Schnapsflaschen entsorgen mußten.
Mit freundlichem Gruß
I.V.
Experte:  Claudia Schiessl hat geantwortet vor 5 Jahren.
sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihren Nachtrag.

Sie sollten hier unbedingt versuchen mit Arglist zu argumentieren.

Anderenfalls wären ihre Ansprüche verjährt.

Das Verschulden des Vorarbeiter ist dem Bauunternehmer zuzurechnen, da dieser Erfüllungsgehilfe des Bauunternehmers ist.

Wenn der Bauunternehmer vom Alkoholproblem des Vorarbeiters weiß und seine Arbeit dennoch nicht kontrolliert und damit rechnet, dass dieser nicht ordentlich arbeitet, sondern ins Blaue hinein behauptet, alles sei in Ordnung kann gegebenenfalls ablöst vorliegen.

Lassen Sie sich von der Firma die Ihr Dach repariert hat die Mängel schriftlich bestätigen und schreiben Sie den Bauunternehmer, der das Dach errichtet hat an und konfrontieren sie ihn mit diesen Tatsachen.


Ich wünsche Ihnen hierbei viel Erfolg.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin