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Kategorie: Recht & Justiz
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Scheidung - der richtige Weg?

Kundenfrage

Scheidung - der richtige Weg?
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre vertrauensvoll gestellte Frage. Sie beschreiben eine schwierige Situation. Sie haben Schwierigkeiten in Ihrer Ehe und fragen sich, ob Scheidung die richtige Loesung ist. Sie geben ansonsten keine weiteren Details, was in Ihrer Ehe passiert ist, ob ein Partner eine Affaere hatte, wie lange Sie schon verheiratet sind, ob es Kinder gibt usw, darum kann ich nur eine sehr allgemeine Antwort geben. Wenn Sie eine detailiertere Antwort moechten, waere es hilfreich, wenn Sie mir die Situation etwas genauer schildern koennten.

 

Langfristige Beziehungen durchlaufen verschiedene Phasen. Wie lange eine Phase der Partnerschaft jeweils dauert, und in welcher Sie sich gerade befinden, das wissen nur Sie.

Phase 1: Die „Übereinander-Herfall-Phase“

Das ist die Phase, in der sich zwei Menschen kennen lernen und ein Paar bilden, egal, ob es die viel zitierte Liebe auf den ersten Blick ist oder nur die pure Lust, die ja oft am Anfang einer vielleicht langjährigen Beziehung steht. Es ist die Phase, die für die Liebe steht (Schmetterlinge im Bauch) und in der viel mehr als sonst "geliebt" wird – körperlich, aber vielleicht auch schon im Ansatz mit dem Herzen. Es ist die Phase des ganz großen Gefühls, des Verrücktseins nach dem anderen, der Sehnsucht, des Glühens und des puren Genusses. Es ist die wunderschöne Zeit, aus der sich – hoffentlich – alles andere entwickelt.

Phase 2: Das satte Glücksgefühl

Die zweite Phase beginnt mit den Worten „Den / die wollte ich schon immer haben!“. Nach spätestens einem Jahr hat sich das Verliebtheitsgefühl gefestigt, ein sattes Glücksgefühl setzt ein und der Gedanke XXXXX XXXXX fest, mit diesem Mann / dieser Frau das Leben verbringen zu können.

Phase 3: Der Alltag

In Phase 3 sind wir als Paar schon fast auf dem Boden der Realität angekommen. Wir lernen den Partner / die Partnerin auch im Alltag kennen. Erste Fragen kommen auf: Habe ich mir das so vorgestellt oder vielleicht doch nicht? Es ist die sensibelste Phase einer Beziehung, wenn wir beim Partneri bemerken, wie und wer er wirklich ist. Und es ist die Phase, in der unsere Vorstellungen fürs gemeinsame Leben langsam Gestalt annehmen.

Phase 4: Die Stress- und Streitphase

Die vierte Phase ist die Stress- und Streitphase, in der wir anfangen - berechtigt oder unberechtigt - Kritik am Partner / der Partnerin zu üben. Die vierte Phase ist in jeder Beziehung die schwierigste Phase – es ist die Zeit der Festigung. Wenn jetzt die Reibereien beginnen, müssen wir sehr genau beobachten, ob der / die andere uns ernst nimmt und unsere Wünsche respektiert. Richtig schwierig wird es am Ende der vierten Phase: Jetzt wird klar, ob sich ein Paar trennt oder womöglich für immer zusammenbleibt. Die vierte Phase ist der Zeitraum, der am zermürbendsten ist – und dennoch halten Paare gerade diese Phase am längsten aus. Vermutlich, weil es eine schwierige Frage ist, ob wir unser Leben mit der / dem anderen wirklich teilen wollen oder doch besser auseinander gehen sollten.

Phase 5: Entweder Trennung oder Ruhepol

Die fünfte Phase ist entweder die Trennungs- oder die Ruhephase. Entschliessen wir uns innerlich dazu, ein gemeinsames Leben zu versuchen, wird es in der Beziehung ruhiger. In dieser Phase finden wir als "Partner" wieder zu uns selbst. Dem / der Anderen werden jeweils weitere Freiräume gestattet, in der Beziehung bildet sich ein Kernleben. Langsam aber sicher festigen sich die Voraussetzungen für die letzte, die sechste Phase der Partnerschaft.

Phase 6: Liebe fürs Leben

Die letzte Phase ist hoffentlich die längste: Sie ist die Zeit des satten Glücks, in der sich so viel Sicherheit in der Beziehung gebildet hat, dass nun eigentlich nichts mehr schief gehen kann. Zwischen den Partnern herrscht unbedingtes Vertrauen, die vielen Stürme sind vorbei. Gefühle des sich Liebens, der Toleranz, des Respekts stellen sich ein. Und dennoch sind wir auch in dieser letzten Phase als Paar ständig in Bewegung – alles andere wäre ja auch langweilig.

Jede Liebesbeziehung lebt von der Erfüllung der Bedürfnisse des anderen - also von gegenseitigem Respekt und liebevollen Kompromissen. Es geht darum, gemeinsam daran zu arbeiten, dass die Beduerfnisse beider Partner erfuellt sind. Dann kann die Partnerschaft funktionieren, was ja anscheinend in Ihrer Beziehung gerade nicht der Fall zu sein scheint.


Das Schluesselelement, um zu entscheiden, ob Ihre Ehe noch eine Chance hat, ist oft die Frage, ob sich die Partner vorstellen koennen, einander zu vergeben fuer all die schmerzhaften Erfahrungen und all den Konflikt. Oft muss man sich auch selbst vergeben fuer die Dinge, die man getan hat und dadurch der anderen Person weh getan hat.

 

Manchmal macht alleine die Erinnerung an bestimmte Menschen wütend. Das bedeutet normalerweise, dass diese Menschen einem in der Vergangenheit ein Unrecht angetan oder einem wehgetan haben. Die Erfahrung, dass der Gedanke XXXXX XXXXX Menschen einen wütend macht, bedeutet, dass diese Menschen immer noch eine gewisse Macht über jemanden und seine Gefühle ausüben. Diese Macht kann man einem Menschen nur wieder wegnehmen, wenn man ihm vergibt. „Moment,“ sagen Sie jetzt wahrscheinlich, „Ich will diesen Menschen aber gar nicht vergeben. Sie haben mir weh getan. Warum sollte ich ihnen vergeben?“ Natürlich musst man einem Menschen, der einem ein Unrecht antut nicht vergeben, aber wenn man ihm nicht vergibt, dann gibt man ihm Macht über die eigenen Gefühle und damit über das eigene Leben. Viele Menschen denken, dass Vergebung ein Gefühl ist, und dass man nicht vergeben kann, wenn man dieses Gefühl nicht hat. Diese Annahme stimmt aber so nicht. Vergebung ist zwar auch ein Gefühl, aber vor allem ist Vergebung eine Entscheidung. Und die Entscheidung zu vergeben hilft demjenigen, der vergibt, sehr viel mehr als demjenigen, dem vergeben wird. Nicht möglich? Lassen Sie uns den Vergebungsprozess einmal genauer anschauen.

Als erstes ist da die verletzende Tat oder das Vergehen. Es wurde einem etwas angetan, das falsch, ungerecht und schmerzhaft war. Dabei ist es unwichtig, wie schwerwiegend die Tat war. Die erste Reaktion des Verletzten ist es, den Schuldigen zur Verantwortung ziehen zu wollen. Die meisten Menschen haben ein tiefes Bedürfnis nach Gerechtigkeit und Wiedergutmachung. Darum widerstrebt Vergebung dem gesunden Menschenverstand erst einmal. Redensarten wie „Vergeben und vergessen“ helfen da wenig, denn sie bestätigen (zu Unrecht), dass Vergeben gleichzusetzen ist mit dem Ignorieren eines Unrechts. Wenn man vergibt, tut man so als ob das Unrecht nie passiert wäre. Warum sollte man da vergeben? Weil Vergeben in keinster Weise bedeutet, dass man die Tat vergisst oder einfach über sie hinwegsieht. Das menschliche Gehirn ist ohnehin nicht in der Lage, ein erlebtes Unrecht zu vergessen, und damit ist diese Redensart unsinnig.

Manchmal wird ein Täter bestraft und dadurch das Bedürfnis des Verletzten nach Gerechtigkeit zumindest teilweise gestillt. Ein Gerichtsprozess, eine Haftstrafe oder ein Urteil, das das geschehene Unrecht öffentlich macht, helfen da oft ein bisschen. Aber letztendlich fühlt der Täter weder den Schmerz, den er einem anderen zugefügt hat, noch kann er die Tat zurücknehmen. Der Schmerz und die Verletzung bleiben und beeinflussen das Leben, das Verhalten und die Entscheidungen des betroffenen Menschen oft noch jahrelang. Eine Frau, die vor ihrer Ehe vergewaltigt wurde, kann manchmal 20 Jahre später ihrem Mann immer noch nicht vertrauen, obwohl er sie nie schlecht behandelt hat. Ein Kind, das den Unfalltod eines Freundes beobachtet hat, wird auch als junger Mensch noch mit der Angst leben, dass alle Menschen, die ihm nahestehen, ständig in Gefahr sind und sich darum vielleicht nicht auf eine intime Beziehung einlassen. Ein Mann, der in der Armut der Nachkriegszeit aufwuchs, wird niemals verstehen, wie andere so unbedacht mit Lebensmitteln umgehen oder Dinge wegschmeissen, die vielleicht noch benutzt werden können. Diese Erlebnisse prägen einen Menschen und machen Vergebung damit zu einem wichtigen Thema.

Wenn man ein Unrecht erlebt, spürt man als erstes Schmerz. Von einem leichten Ziehen im Brustbereich bis hin zur rohen Verzweiflung. Je nach Art des Vergehens spürt man diesen Schmerz nur, wenn man sich an die Tat erinnert, oder er ist so überwältigend, dass er zum Teil des täglichen Lebens wird. Vielen Menschen wird dieses Gefühl des Verletztseins zu viel, und sie werden wütend. Diese Wut ist angebracht und oft hilfreich. Sie beschützt einen davor, sich wieder in eine ähnliche Situation zu begeben und nochmals verletzt zu werden. Sie erlaubt es einem sich gegen den lähmenden Schmerz zu wehren und im täglichen Leben zu funktionieren. Die Wut macht stark genug, den Täter zu konfrontieren, die Polizei zu rufen, oder während der Gerichtsverhandlung etwas zu sagen.

Und dann? Dann bleibt man entweder im Schmerz oder in der Wut stecken. Diese Gefühle prägen dann das Leben. Sie beeinflussen alle Erlebnisse und Beziehungen. Oft scheint sich die Person gar nicht mehr erinnern zu können, dass das Leben einmal anders aussah und sich vor allem anders anfühlte. Sind Sie schon einmal jemandem begegnet, der in der Wut steckengeblieben war? Wollten Sie Zeit mit diesem Menschen verbringen? Wahrscheinlich nicht. Diese Menschen sind normalerweise bitter und pessimistisch. Sie sehen nur das schlechte im Leben und in anderen Menschen. Sie kritisieren alles und jeden und finden auch an einem wunderschönen sonnigen Sommertag etwas auszusetzen. Sie haben keine wirklichen Freunde und können sich über nichts von Herzen freuen. Sie hegen ständig Rachegedanken und sehen auch in unschuldigen Missverständnissen böse Absichten. Aus Menschen, für deren Schicksal man Mitleid empfand, sind Menschen geworden, die keiner wirklich mag. Kennen Sie einen solchen Menschen? Sind Sie es vielleicht sogar selbst?

Dann gibt es diejenigen, die nach der Verletzung im Schmerz stecken bleiben. Sind Sie da schon einmal jemandem begegnet? Diese Menschen sind normalerweise deprimiert, depressiv, müde, und erschöpft. Und wenn man Zeit mit ihnen verbringen, fühlt man sich danach genauso. Sie sehen sich als ständige Opfer und haben das Gefühl, dass die Welt darauf aus ist, ihnen wehzutun oder ihnen weiteres Unrecht zuzufügen. Jedesmal wenn man ihnen vorschlägt, wie sie ihr Leben verbessern oder sich einfach nur besser fühlen könnten, dann antworten sie: „Ja, aber....“ Und beschreiben ausführlich, warum der Vorschlag sowieso nicht umsetzbar ist, warum deine Idee von Anfang an unsinnig war, und warum alle Versuche, etwas Freude in ihr Leben zu bringen, ganz sicher fehlschlagen werden. Nach einem solchen Gespräch fühlt man sich hilflos, frustriert, entmutigt und ausgelaugt und man hat das Gefühl im Bauch, dass diese Menschen sich nicht wirklich besser fühlen wollen, dass sie irgendwie ganz zufrieden sind in ihrer Misere. Kennen Sie einen solchen Menschen? Erkennen Sie sich in dieser Beschreibung?

Wenn jemand bitter, wütend und unglücklich ist und sich dann entscheiden würde, seine Rachegedanken loszulassen und zu vergeben, würde er damit demjenigen helfen, der ihm wehgetan hat oder sich selbst? Und jemand, der traurig, unzufrieden, einsam und erschöpft ist – wenn er sich dazu entscheiden würde, die Opferrolle aufzugeben, würde er damit demjenigen helfen, der ihn zum Opfer gemacht hat oder sich selbst? Normalerweise weiss der Täter nicht einmal, dass die verletzte Person wütend oder traurig ist und falls er es weiss, dann betrifft es ihn oft wenig. Ein weiser Mensch sagte einmal, dass Rachegedanken wie ein Gift sind, das man selbst trinkt, in der Hoffnung, dass es den anderen umbringt. Leider vergiftet man damit nur sich selbst und sein Leben.

Um vergeben zu können, muss man sich erlauben, das Vergehen in einem größeren Zusammenhang zu betrachten. Was bewegte den Täter? Hat man selbst in irgendeiner Art und Weise zu der Tat beigetragen? Könnte ein Missverständnis zu der Tat beigetragen haben? Gibt es mildernde Umstände? Wiederholte der Täter etwas, das ihm angetan wurde? Diese Fragen und die entsprechenden Antworten entschuldigen weder den Täter noch die Tat. Was geschah, ist auch weiterhin falsch, ungerecht und schmerzhaft. Vergebung bedeutet weder, dass man die Tat vergisst noch dass man so tut, als ob sie nie geschehen sei. Man versucht auch nicht, die entsprechenden Reaktionen und Gefühle „wegzuerklären.“ Wenn man vergibt, dann trifft man die Entscheidung, sein Recht auf Rache nicht länger einzufordern. Man entscheidet sich lediglich, die verständlichen und gerechtfertigten Rachegedanken loszulassen, damit man nicht länger im Schmerz oder in der Wut steckenbleibt. Das eigene Leben wird dadurch besser. Dabei ist es eigentlich unwichtig, ob man dem Täter mitteilt, dass man ihm vergeben hat oder nicht. Vergebung ist ein einseitiger Prozess, eine Einbahnstrasse. Die Beziehung zum Täter wird durch das Vergeben nicht automatisch repariert. Wenn der Täter eine Strafe ableistet, bedeutet Vergebung nicht, dass die Strafe erlassen wird. Wenn es ein Urteil gab, dass den Täter schuldig sprach, dann bedeutet Vergebung nicht, dass er freigesprochen wird. Vergebung bedeutet, dass das Leben des Verletzten nicht mehr ausschliesslich von dem Bedürfnis bestimmt wird, dass der Täter den gleichen Schmerz empfindet, den der Verletzte spüren muss.

Manchmal ist Versöhnung möglich und wünschenswert. Zur Versöhnung gehören aber zwei. Im Idealfall entschuldigt sich der Täter und bittet um Vergebung. Dann vergibt der Betroffene und die Beziehung kann repariert und erneuert werden. Manchmal ist Versöhnung nicht möglich oder vielleicht sogar unklug. Wenn der Täter die Tat nicht bereut oder gar die Tat rechtfertigt, dann ist Versöhnung nicht wirklich möglich. In diesem Fall ist es ausserdem wahrscheinlich, dass die Person in Zukunft die gleiche oder eine ähnliche Tat begehen wird. Je nach Tat kann es darum unklug sein, sich mit dem Täter zu versöhnen und sich damit einer erneuten Verletzung auszusetzen. Frauen, die von ihren Partnern geschlagen werden, vergeben oft schnell und wollen sich sofort wieder versöhnen. Nur um dann wieder geschlagen zu werden. Vergebung ist nötig, damit das Leben für den Verletzten weitergehen kann. Versöhnung ist ein möglicher nächster Schritt, wenn alle betroffenen Personen bereit sind, sich und ihr Verhalten zu ändern, um eine gesunde Beziehung zu schaffen, in der es nicht regelmässig zu Verletzungen kommt.



Sich selbst vergeben


Und wenn mann sich selbst vergeben muss, weil man selbst der- oder diejenige ist, dem man am meisten wehgetan hat? Der Prozess ist genau der gleiche. Als erstes muss man aufhören, sich selbst bestrafen zu wollen. Menschen werden sehr kreativ, wenn es darum geht, sich selbst zu bestrafen. Manche sind eher offensichtlich, sie ritzen sich, sprechen über Selbstmord, gönnen sich nichts gutes, machen sich alle positiven Beziehungen kaputt und umgeben sich mit negativen und gemeinen Menschen. Andere sind schwerer zu erkennen. Da ist die Mutter, die darin aufgeht, dass sie für andere sorgt, sich aber ständig die eigenen Bedürfnisse untersagt. Sie wird für ihre Selbstaufopferung bewundert. Da ist der harte Arbeiter, der von allen respektiert wird. Er ist morgens da bevor die Kollegen kommen und geht abends als letzter nach Hause. Aber eigentlich tut er das alles nur damit er keine Zeit hat, darüber nachzudenken, was für ein schlechter Mensch er seiner Meinung nach wirklich ist. Selbstbestrafung ist sehr viel weiter verbreitet als man oft annimmt. Manchmal können Menschen nicht annehmen, dass ihnen vergeben worden ist. Auch wenn andere keine Rachegedanken mehr hegen, können sie sich selbst ihr Verhalten nicht vergeben. In diesem Fall kann man die Vergebung eines anderen erst akzeptieren, wenn man sich selbst vergeben hat.

Wie vergibt man sich also selbst? Als erstes gibt man zu, dass das eigene Verhalten falsch war. Dann spürt man den Schmerz, die Trauer, die Wut und die Frustration, die das eigene Verhalten hervorgerufen hat. Danach entscheidet man, sich zu vergeben. Dazu muss man sich die Umstände der Tat genauer anschauen und verstehen, was passierte. Was waren die Beweggründe? Die mildernden Umstände? Wenn man sich dann entscheidet zu vergeben, muss man gleichzeitig akzeptieren, dass einem vergeben wurde. Dazu gehört oft auch, dass man akzeptiert, dass man ein Mensch ist, der es Wert ist und es verdient hat, dass ihm vergeben wird. Gibt es Menschen, denen nicht vergeben werden kann? Bedenken Sie dabei, dass Vergebung nicht wirklich demjenigen hilft, dem vergeben wird, sondern demjenigen, der vergibt. Wenn es Menschen gibt, denen nicht vergeben werden kann, gibt es Menschen, die niemals vergeben dürfen und damit keinen Ausweg haben aus der Misere ihrer Wut oder ihres Opferdaseins. Wenn sie nicht vergeben dürfen, sind sie dazu verurteilt, zu bitteren oder hilflosen Menschen zu werden – und das alles nur weil ihnen wehgetan wurde. Falls Sie an dieser Stelle das Gefühl haben, steckengeblieben zu sein und nicht weiterzukommen, sollten Sie das Thema der Vergebung und vor allem der Selbstvergebung wahrscheinlich mit Hilfe eines Therapeuten oder Seelsorgers durcharbeiten.

Falls Sie entscheiden, dass Vergebung tatsächlich die beste Lösung ist, dann sollten Sie im Fall der Selbstvergebung immer auch auf Versöhnung hinarbeiten. Sie sollten sich darum bei sich selbst entschuldigen und diese Entschuldigung natürlich auch annehmen. Danach koennen Sie dann mit sich selbst aussöhnen, mit sich selbst Frieden schliessen und letztendlich mit sich selbst ins Reine kommen. Fehler sind menschlich. Wenn Sie sich für Fehler nicht vergeben koennen, werden Sie wahrscheinlich in Ihrem Schmerz oder Ihrer Wut steckenbleiben und Ihr Leben (und das Leben der Menschen in Ihrer Umwelt) wird wahrscheinlich frustrierend sein.


Wenn Sie sich nicht vorstellen koennen, einander zu vergeben, dann ist eine Scheidung wahrscheinlich die bessere Loesung. Wenn Sie sich vorstellen koennen, einander zu vergeben, dann wuerde ich eine Paartherapie oder Mediation vorschlagen.

 


 

In einer Partnerschaft kann man schnell über das stolpern, was unter den Teppich gekehrt wurde. Paare haben die Tendenz bei Konflikten Dynamiken in Gang zu setzen, die zur Eskalation führen. Ist bei einem Paar die Destruktivität weit fortgeschritten, verlieren häufig alle am Konflikt Beteiligten. Irgendwann scheint für manche Paare eine Scheidung unausweichlich zu sein. Rechtzeitige Maßnahmen zur De-eskalation bewirken Einhalt. Hierfür haben sich in den letzten Jahren vor allem Coaching, Therapie und Mediation etabliert. Ein professioneller Mediator schafft Vertrauen bei einem Paar im Streit und bewirkt, dass statt Eskalationen Lösungen gefunden werden. Die Methode der Mediation basiert einerseits auf einer inhaltlichen Sachkenntnis des Moderators, andererseits auf Methoden der Kommunikationspsychologie, der Anthroposophie, des Coaching, des NLP, den Hypnose-Therapien von Milton Erickson, der humanistischen Beratung und dem Konfliktmanagement.

Grundlegendes Ziel der Mediation bei einem Paar ist eine verbindliche, in die Zukunft weisende Vereinbarung.
Die Mediation dient der gütlichen Einigung eines Paares, fragt nicht nach der "Schuld", sondern danach, wie das Paar in Zukunft miteinander umgehen will (lösungs- und zukunftsorientiert). Die Freiwilligkeit zur Teilnahme ist unbedingte Voraussetzung einer Mediation für Paare.

http://www.mediator-finden.de/

http://www.centrale-fuer-mediation.de/cfmsuche2/erweitert.jsp

www.bmev.de.



Paartherapeuten finden Sie hier:

http://www.netzwerk-paartherapie.de/http://www.selbsthilfenetz.de

www.paartherapie.de



 






Ich hoffe, dass Ihnen meine Antwort in ihrer Kürze geholfen hat und beantworte auch gerne eine Anschlussfrage. Ich wünsche Ihnen viel Mut und Erfolg bei den nächsten Schritten.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze.

Wenn meine Antwort Ihren Vorstellungen entspricht, bitte ich Sie, nicht zu vergessen das Honorar (durch Anklicken von "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank.

InternetCoach,
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 1449
Erfahrung: 
InternetCoach und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte Expertin!

Ich bedanke XXXXX XXXXXür ihre promte Antwort. Leider war das nicht die Richtung, in die ich dachte. Ich lebe seit 25 Jahren mit diesem Mann zusammen und bin seit 8 Jahren verheiratet. Im Sommer 2011 kam mein Mann mit der, von mir schon lange vermuteten Wahrheit heraus, dass er seit drei Jahren ein Doppelleben führte. Diese Frau war nur für die angenehmen Stunden, wenn immer er etwas brauchte (4 Monate Pflege nach einer nicht gelungenen Operation) verschwand sie nach Hause (Rumänien). Im Sommer machte sie endgültig Schluss, und mein Mann drehte durch (verschwand für eine Woche). Bei dieser Aussprache sagte er, er wolle zurück. Ich räumte uns bis Ostern Zeit ein. Wir hatten einen schönen Weihnachtsurlaub und eine schöne Woche im Februar. Aber kaum ist er zu Hause, hält er es nicht aus. Er belügt mich, schließt mich aus seinem Leben aus, fährt zu seiner Schwester....

Ich denke: Es ist aus. Daher wollte ich eine rechtliche Auskunft, um nicht auch noch finanziell (er bracht dahigehend nichts ein), oder wegen formaler Fehler noch die Blöde zu sein.

Ich akzeptiere ihre Leistung und bin natürlich bereit, ihr Honorar freizugeben.

Vielleicht könnten sie mich an einen Juristen weiterleiten. Dass ich dor wieder ein Honorar zu zahlen habe, ist selbsverständlich,

 

Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,
vielen Dank, XXXXX XXXXX meine Antwort trotzdem akzeptiert haben. Natuerlich leite ich Sie gerne an das JA Juristen-Team weiter.
Mit freundlichem Gruss,
Annegret Noble

Bekannt aus:

 
 
 
„[...]mehr als Zehntausend Experten weltweit; 1500 davon in Deutschland. Acht Jahre nach dem Start ist das [...] Online-Unternehmen mit seinen 90 Mitarbeitern die größte Web-Seite für das Vermitteln von Experten von Anwälten über Ärzte bis hin zu Universitätsprofessoren.“
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