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RA_UJSCHWERIN, Rechtsanwältin
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 2625
Erfahrung:  Rechtsanwältin
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RA_UJSCHWERIN ist jetzt online.

Guten Tag, ich bin vor 2 Wochen Opfer häuslicher Gewalt geworden.

Kundenfrage

Guten Tag, ich bin vor 2 Wochen Opfer häuslicher Gewalt geworden. Gegen meinen Verlobten läuft nun eine Anzeige, wegen schwerem Raub (er hat mir das Portemonai aus der Handtasche entwendet und 25 € aus dem Portemaonai, wurde beides bei ihm sicher gestellt), schwerer Körperverletzung (diverse Verletzungen, u.a. leichte Würgemale, aber keine bleibenden Schäden), Trunkenheitsfahrt (laut Pustetest vor Ort 2,0 Promille) und Besitzt von BTM (Mariuahana). Ich habe eine EV erwirkt, laut der er keinerlei Kontakt zu mir auf nehmen darf etc. und einen Strafantrag gestellt. Da ich jedoch der Meinung bin, dass er nicht ins Gefängnis gehört, sondern in eine anständige Therapie, hier nun meine Fragen: laut StPO muss für einen schweren Raub nicht die Gewalteinwirkung zur Erlangung des Gegenstandes bestehen und ist es nicht ansonsten Diebstahl? Liegt bei der KV eine schwere oder nicht doch eher eine gefährliche Körperverletzung vor? Kann ich die EV irgendwie zurück nehmen? Ist es, um eine Strafmilderung zu erwirken, möglich und ratsam den Strafantrag zurück zu nehmen? LG
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  RA_UJSCHWERIN hat geantwortet vor 5 Jahren.
Werter Fragesteller,

zu Ihrem Anliegen möchte ich gern wie folgt ausführen:

Eine einmal erstattete Strafanzeige kann in diesem Fall nicht zurückgenommen werden, weil es sich hier nicht mehr um Antragsdelikte, sondern um Offizialdelikte handelt, die dann von der Staatsanwaltschaft weiterverfolgt werden müssen, wenn es hier zu einer Anzeige gekommen ist.

In § 250 StGB (schwerer Raub) heißt es:

eine andere Person durch die Tat in die Gefahr einer schweren Gesundheitsschädigung bringt

Das Würgen dürfte hier ausreichend sein, um zunächst den Anfangsverdacht eines schweren Raubes zu begründen. Abschließend lässt sich dies aber nur anhand der Ermittlungsakte feststellen.

Eine schwere Körperverletzung kann ich aufgrund Ihrer Schilderung nicht erkennen, dennoch ein Anfangsverdacht einer gefährlichen Körperverletzung nach § 224 StGB, denn das Würgen hätte zum Tod führen können.

Ihr Verlobter sollte sich daher in die Vertretung eines Fachanwaltes für Strafrecht begeben. Die Anzeige können Sie nicht zurücknehmen und auch die Rücknahme der EV, die ich Ihnen nicht anraten würde, wird hier zu keiner Strafmilderung führen. Zu berücksichtigen wird sein, dass er erheblich alkoholisiert gewesen ist zum Tatzeitpunkt.