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Claudia Schiessl
Claudia Schiessl, Rechtsanwältin und Fachanwältin
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 15725
Erfahrung:  Zwei Fachanwaltstitel; Korrespondenz in deutsch, englisch,französisch;Anwältin seit 1994;1996 Mitarbeit am Lehrstuhl für Strafrecht Universität Regensburg;1996-2010 Ausbildung von Referendaren
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Claudia Schiessl ist jetzt online.

Im Testament meiner Eltern bin ich mit einem Vermächtnis bedacht.

Kundenfrage

Im Testament meiner Eltern bin ich mit einem Vermächtnis bedacht. Mein Vater ist schon mehrere Jahre tot und meine Mutter ist sehr alt. Lt. Testament ist die älteste Schwester Alleinerbin bzw. die Abkömmlinge und die jüngste abgefunden durch ein zu Lebzeiten übertragenes Wohnhaus. Jetzt frage ich mich, ob mir im Todesfall der Mutter ein Pflichtteil + das Vermächtnis zusteht oder ob das Vermächtnis den Pflichtteil ersetzen sollte, der doppelt so hoch liegen würde wie das Vermächtnis. Das Testament ist schon vor 30 Jahren gemacht worden und die Summe ist noch in DM ausgewiesen. Das Erbe der älteren Schwester beinhaltet ein schuldenfreies 3-Fam.-Haus auf 1000 qm Grund. Beide Schwestern hatten ihr Leben lang mietfreies Wohnen in den Häusern und bekamen vom Vater die Renovierungen bezahlt. Als schwarzes Schaf der Familie habe ich keinen Kontakt und die ältere Schwester ist verstorben, bevor sie ihr Erbe antreten konnte. Ich weiß nicht, ob sie als Nacherbin die Möglichkeit gehabt hat, ihren Mann als Erben einzusetzen, ansonsten müssten die Kinder der Schwester mich im Fall des Falles auszahlen. Ich frage mich auch, ob die jüngste Schwester das Testament anfechten könnte, weil ihr Anteil weniger als die Hälfte des 3-Fam.-Hauses beträgt, wogegen mein Vermächtnis nur ein Zehntel vom Wert des 3-Fam.Hauses beträgt. Während die Häuser im Wert gestiegen sind, ist mein Geldbetrag stehen geblieben.

Was sollte ich also tun, sobald der Erbfall eintritt?

Das ich das Vermächtnis ausschlagen kann, habe ich schon gelesen.

Das Testament ist vom Notar handschriftlich abgeändert worden, dass das Vermächtnis erst 1 Jahr nach dem Tod der Mutter ausbezahlt werden soll. Muss ich das anerkennen?

Das Haus der jüngsten Schester war zuvor vom Vater auf alle 3 Töchter übertragen worden, so dass ich und die ältere Schwester zu Gunsten der jüngeren unsere Anteile übertragen haben. In diesem Vertrag stand, dass wir in dem zukünftigen Testament entsprechend abgefunden würden. Ich finde mich in dem Testament aber im Hinblick auf diese Aussage nicht wieder. Es sei denn, es wäre ein Vorausvermächtnis gemeint gewesen als Abfindung für den Anteil, auf den ich verzichtet habe. Leider geht nichts derartiges aus dem Testament hervor.

 

Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Claudia Schiessl hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Zunächst einmal sind Sie als Kind Ihrer Eltern Pflichtteils berechtigter.

Mit einem Vermächtnis kann kein Pflichtteilsrecht außer Kraft gesetzt werden.

Wenn der Erbteil aufgrund des Vermächtnisses den Pflichtteil unterschreitet haben Sie gegenüber dem Erben einen Pflichtteilsergänzungsanspruch.

Ist der Wert des Erbteils höher als der des Pflichtteils
ist der Erbe verpflichtet, Ihnen das Vermächtnis auszuzahlen.




Ist ein Pflichtteilserechtigter mit einem Vermächtnis bedacht kann er den Pflichtteil dann verlangen, wenn er das Vermächtnis ausschlägt.

Schlägt er nicht aus muss er sich den Wert des Pflichtteils auf das Vermächtnis anrechnen lassen.


nach dem Gesetz haben Sie also zwei Möglichkeiten:

Sie schlagen das Vermächtnis aus und verlangen den vollen Pflicht teil

Sie nehmen das Vermächtnis an und verlangen die Differenz zum Erbe als Pflichtteilsergänzungsanspruch


Leider müssen Sie es sich wenn die Erblasser bestimmt haben, dass es Vermächtnis das später ausbezahlt wird daran halten, denn maßgeblich ist der Wille der Erblasser


ich hoffe, dass ich Ihnen helfen konnte. Sehr gerne können Sie nachfragen.







Mit freundlichen Grüßen

Claudia Marie Schiessl
Rechtsanwältin


Wenn ich Ihre Frage beantwortet habe bitte ich Sie höflich um Akzeptierung und stehe Ihnen auch noch sehr gern zur Verfügung
Claudia Schiessl, Rechtsanwältin und Fachanwältin
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 15725
Erfahrung: Zwei Fachanwaltstitel; Korrespondenz in deutsch, englisch,französisch;Anwältin seit 1994;1996 Mitarbeit am Lehrstuhl für Strafrecht Universität Regensburg;1996-2010 Ausbildung von Referendaren
Claudia Schiessl und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Hallo Frau Schiessl,

danke für Ihre schnelle Antwort.

 

Welche der beiden Möglichkeiten würden Sie denn selbst bevorzugen?

 

Es gibt ja hauptsächlich das 3-Fam.Hs., das geschätzt werden müsste. Wie sieht es denn aus mit dem Bargeld, was mal da war, bevor meine Mutter es an die anderen Schwestern und Enkel für Urlaube etc. verteilte? Ich denke, dass war ihr Recht, das zu tun?

Ist der Vertrag, in dem ich auf meinen Anteil an dem Haus zugunsten der jüngsten Schwester verzichtet habe, und in dem steht, dass ich im Testament dafür abgefunden weden sollte, eine rechtliche Grundlage, um den Verzichtsanteil zu bekommen, weil ja keine Summe genannt wurde. Könnte man das so auslegen, dass das Vermächtnis hierfür gewesen sein soll?

Vielen Dank für die Antwort

 

 

Experte:  Claudia Schiessl hat geantwortet vor 4 Jahren.
sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihren Nachtrag.

Beide Alternativen dürften auf das gleiche herauskommen.

Das Haus muss auf jeden Fall geschätzt werden, da es die Grundlage für Ihre Ansprüche bildet.

Die Kosten hierfür haben die Erben zu tragen allerdings dürften diese dann vom Erbe abzuziehen sein als Nachlassverbindlichkeiten.

Geschenke des Erblassers, die nicht der so genannten Ausstattung also zum Beispiel für Existenzgründung dienen werden nur dann auf das Erbe angerechnet, wenn es der Erblasser so bestimmt.

Die kleineren Geldgeschenke führen auch nicht zu einem Pflichtteilsergänzungsanspruch


In Ihrem Fall ist in der Tat fraglich ob das so genannte Vermächtnis nicht nur den Verlust ausgleichen sollte, den Sie dadurch erlitten haben dass das Haus ihrer Schwester geschenkt wurde und ob sie nicht zugleich zu diesem so genannten Vermächtnis noch Ihren Pflichtteil beanspruchen können


Dies ist eine Frage der Auslegung des Testaments

.Bei einer Auslegung des Testaments wird allein auf den reinen willen des Erblassers abgestellt, der sich in dem Testament angedeutet finden muss.


Es muss also der Wille ermittelt werden ob das Vermächtnis ihrem Verlust am Haus ausgleichen sollte und daher zusätzlich bezahlt werden soll oder nicht.

Dafür spricht der Wortlaut im Vertrag, dass Sie entsprechend abgefunden werden sollen.


Es spricht also vieles dafür dass sie nicht nur das Vermächtnis sondern zusätzlich auch noch ihrem Pflichtteil bekommen



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin

Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Hallo Frau Schiessl,

vielen Dank für die ausführliche zusätzliche Antwort.

Brisant an der Geschichte ist noch, dass mein Vater blind war und mir zu Lebzeiten seine Briefmarkensammlúng schon gegeben hat mit den Worten: Die da oben müssen ja nicht alles haben (womit meine verst. Schwester mit Mann gemeint waren). Der Zwist bestand zwischen meiner Mutter und mir vom Babyalter an und sie hat mich regelrecht gehasst.

Meine Schwester und ihr Mann haben mit meinem Vater die Bankgeschäfte erledigt und er hat blind unterschrieben, das konnte er. Und genau dieser Mann meiner verst. Schwester hat nicht nur Versicherungen und meine Schwester betrogen und wohnt mit meiner Mutter unter einem Dach und nutzt auch noch die Einliegerwohnung. Mein Gedanke ist, dass er die "Geschäfte lenkte" und evtl. von meiner Schwester vor ihrem Krebstod noch als ihr Erbe hat eingesetzt werden können, und ich es dann im Erbfall nicht mit ihren 3 Kindern, sondern mit ihm zu tun bekomme. Das ist auch der Grund, warum ich mich schon im Vorfeld erkundige. Ich hab von dem Begriff Vorausmermächtnis gehört und es könnte ja sein, dass mein Vater dieses "verkauft" bekommen hat und arglos das Testament unterschrieben hat, in der Annahme es wäre Vorausvermächtnis. Wo ist denn genau der Unterschied?

Lb. Gruß

 

Experte:  Claudia Schiessl hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,


vielen Dank für Ihre Nachfrage.



Ein Vorausvermächtnis bekommt der Erbe zusätzlich zu seinem Erbteil.

Er hat gegen die Miterben einen entsprechenden Anspruch darauf, es zu erhalten.

Erst nachdem das Vermächtnis erfüllt ist wird das Erbe aufgeteilt.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Danke für die Antwort.

Bleibt die Frage, ob der Vertrag, in dem ich auf meinen Anteil verzichtet habe, Beweis genug ist, und die Tatsache, dass mein Vater blind war, dass vermutlich ein Vorausvermächtnis gemeint war, denn mein Vater hätte mich von sich aus nicht schlechter gestellt als die jüngere Schwester. Da er aber wegen seiner Blindheit sehr abhängig von Frau und Familie war, und meine Schwester die Eltern mal pflegen sollte,

kann er sich auch beeinflusst haben lassen gegen mich, was die Mutter sowieso ein Leben lang so gehalten hat.

Lb. Gruß

Experte:  Claudia Schiessl hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Ratsuchende,wenn der Inhalt des Testaments aktuell werden sollte, rate ich Ihnen dringend, einen Fachanwalt für Erbrecht aufzusuchen.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
o. k. danke
Experte:  Claudia Schiessl hat geantwortet vor 4 Jahren.
sehr gerne

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