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RASchiessl
RASchiessl, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 26190
Erfahrung:  Vertragsanwalt des Bayerischen Wohnungs- und Grundeigentümerverbandes Regensburg
32916861
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RASchiessl ist jetzt online.

Die Außenwand einer ETG ist feucht, die Bauträgergarantie abgelaufen.

Kundenfrage

Die Außenwand einer ETG ist feucht, die Bauträgergarantie abgelaufen. In 2011 hat eine Eigentümerin vom Bauträger die letzte leer stehende Wohnung gekauft und somit Garantieansprüche für Sonder- und Gemeinschaftseigentum gegenüber dem Bauträger. Jetzt ist in ihrer Wohnung Feuchtigkeit an der Außenwand aufgetreten. Sind die Kosten für die Sanierung der Feuchtigkeit der Außenwand vom Bauträger oder von der WEG zu tragen?
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

In der Sache nehme ich Stellung wie folgt:

Ob die Käuferin gegen den Bauträger als Verkäufer Gewährleistungsansprüche geltend machen kann, hängt vom Inhalt des Kaufvertrages ab.

Ist dort die Gewährleistung ausgeschlossen gegenüber dem Verkäufer ausgeschlossen worden, so kann die Käuferin in der Tat nur Ansprüche gegen die Eigentümergemeinschaft auf Sanierung des Gemeinschaftseigentums stellen.

Ist die Gewährleistung im Kaufvertrag dagegen nicht ausgeschlossen worden, so hat die Käuferin nach wie vor einen Anspruch gegen den Bauträger auf Beseitigung des Mangels am Gemeinschaftseigentum.

Dem steht auch nicht entgegen, dass die Gewährleistungsfrist des Bauträgers bereits abgelaufen sein soll. Dies ist in Ihrer Fallgestalltung nämlich gerade nicht anzunehmen.

Der BGH hat bereits frühzeitig klargestellt, dass der Käufer die (frühere) Abnahme des Gemeinschaftseigentums und damit die Verjährung nicht gegen sich gelten lassen muss.

Der BGH führt aus:

"Jeder Wohnungseigentümer habe aus seinem Erwerbsvertrag einen eigenen Anspruch auf mangelfreie Herstellung des gesamten Gemeinschaftseigentums ; es liege hier keine Teilgläubigerschaft im Sinne von § 420 BGB vor (mit den übrigen Wohnungseigentümern vor).

Der BGH stellte heraus, dass die Belange der einzelnen Wohnungseigentümer keine gemeinschaftliche Abnahme erforderten; vielmehr sei die Abnahme zu verschiedenen Zeiten für die Gemeinschaft eher günstig, weil dadurch die Gewährleistungsfrist zu Lasten des Veräußerers verlängert werden könne, insbesondere wenn es diesem nicht bereits während der Bauzeit gelinge, alle Wohnungen zu veräußern. Der Bauträger bleibe dann dem Anspruch auf mangelfreie Herstellung des Gemeinschaftseigentums ausgesetzt, solange dies auch nur ein Erwerber verlangen könne. (BGH Urteil vom 21.02.1985).

Dies hat zur Folge, dass die Gewährleistungsfrist nicht abgelaufen ist und somit der Bauträger die Fäuschtigkeitsschäden beseitigen muss (sofern er die Gewährleistung nicht im notariellen Kaufvertrag ausgeschlossen hat).

Ich hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen einen ersten Überblick verschafft zu haben und bitte meine Antwort zu akzeptieren.

Sie akzeptieren in dem Sie auf das grüne Feld "Akzeptieren" klicken.


Falls Sie Rückfragen haben stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Ich bin auch gerne bereit, Ihnen in anderen Angelegenheiten zur Seite zu stehen.

Beachten Sie bitte, dass das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen zu einer völlig anderen Beurteilung des Sachverhalts führen kann. Die Frage wurde beantwortet unter der Maßgabe, dass Sie die AGB (Allgemeinen Geschäftsbedingungen) gelesen haben und bereit sind, meine Antwort nach den gesetzlichen Vorgaben zu akzeptieren.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt

RASchiessl und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

Ich hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen weitergeholfen zu haben. Soweit Sie keine weiteren Nachfragen haben, bitte ich höflich meine Antwort zu akzeptieren indem Sie auf das grüne Feld "Akzeptieren" klicken.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Wenn ich Ihre Antwort richtig verstanden habe, muss hier umgehend die Eigentümerin ihre Gewährleistungsansprüche geltend machen und die Gemeinschaft (Verwalter) braucht vorerst nicht zu handeln, zumal wegen des Frostes keine Aufgrabungen stattfinden können, um die Wand freizulegen!?
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Nachricht.

Ja, das haben Sie richtig verstanden. Die Eigentümerin kann und muss Ihre Gewährleistungsansprüche gegen den Bauträger geltend machen. Die Eigentümergemeinschaft braucht hier nicht tätig zu werden.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt

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