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Tobias Rösemeier
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 16816
Erfahrung:  seit 1995 als selbständiger Rechsanwalt tätig.
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Tobias Rösemeier ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren, ich wurde am Wochende mit

Kundenfrage

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wurde am Wochende mit erhöhter Promille im Strassenverkehr von der Poilzei angehalten. Die BAK ergab nun einen Wert von 1,07 Promille und mir wird eine Straftat nach Par. 316 StGB vorgeworfen.
Freiwillig habe ich auf dem Revier unter Aufsicht des Arztes die bekannten Trunkenheitstest ausgeführt ohne Ausfallerscheinungen und habe den Führerschein freiwillig abgegeben da Strafe nun mal sein muss und ich es auch eingesehen habe.
Womit kann ich im schlimmsten Fall rechnen (natürlich verstehe ich, dass es von Fall zu Fall unterschiedlich ist)? Wie ist die Rückrechnung zu verstehen da die BAK unter 1,1 Promille liegt doch eine Straftat vorgeworfen wird?

Vielen Dank XXXXX XXXXX
Mike
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,


Ihre Frage beantworte ich unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung wie folgt:

Der sogenannten Rückrechung liegt folgendes zugrunde:

Bei der strafrechtlichen Würdigung der Trunkenheitsfahrt kommt es darauf an, ob beim Fahrer zum Zeitpunkt, als er das Kraftfahrzeug im öffentlichen Straßenverkehr lenkte (Tatzeit), Blutalkoholwerte vorgelegen haben, die die von der Rechtsprechung entwickelten Grenzwerte erreicht oder sogar überschritten haben (Tatzeit-BAK).

Weil zwischen dem Ende der Trunkenheitsfahrt (z. B. dem Zeitpunkt des Verkehrsunfalls oder der Verkehrskontrolle) und dem Moment, in dem die Blutentnahme stattfindet, meistens eine Zeitspanne vergeht, während der der Alkoholabbau im Körper des verdächtigen Kraftfahrers weiter fortschreitet, ist der in der Probe gemessene Wert in der Regel niedriger als der Wert zum Zeitpunkt der Fahrt. Dieser zwischenzeitlich stattgefundene Abbau muss deshalb dem Messwert wieder hinzugerechnet werden, um die ursprüngliche Tatzeit-BAK zu ermitteln. Das nennt man Rückrechnung. Diese ist möglich, weil der Abbau von Alkohol im Körper linear, d. h. mit konstanten Werten erfolgt.

In Ihrem Fall wird bei dem festgestellten BAK-Wert von 1,07 unter Berücksichtigung der Rückrechnung leider davon auszugehen sein, dass zum Zeitpunkt des Führens des Fahrzeugs der Wert über 1,1 Promille lag.

Insofern wäre der Tatbestand des § 316 StGB erfüllt. Es liegt also absolute Fahruntüchtigkeit vor, so dass es auf etwaige Ausfallerscheinungen oder besser deren Fehlen nicht ankommt.

Sie müssen jedenfalls mit einer Geldstrafe und dem Entzug der Fahrerlaubnis für einen Zeitraum von mindestens 6 -9 Monaten rechnen.

Es dürfte angezeigt sein, sich gegebenenfalls anwaltlich vertreten zu lassen.



Tobias Rösemeier und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Vielen Dank XXXXX XXXXX Antwort. Eine MPU ist dann notwendig oder nicht?
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Soweit es sich um eine Erstat handelt und wenn Sie rein vorsorglich freiwillig eine verkehrspsychologische Beratung in Anspruch nehmen und bei Antrag auf Wiedererteilung der Fahrerlaubnis die Teilnahmebescheinigung vorlegen, haben Sie gute Chancen eine MPU zu vermeiden.