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ra-fork
ra-fork, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 1729
Erfahrung:  Selbständiger Rechtsanwalt in Dortmund
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ra-fork ist jetzt online.

Ich, André Dörfler, bin im Jahre 2009 am 31. August, von einer

Kundenfrage

Ich, André Dörfler, bin im Jahre 2009 am 31. August, von einer Firma entlassen worden.

Wenige Monate zuvor hatte unser damaliger Chef noch von unserem Kollegenkreis Gruppenfotos für die Firmen-Website gemacht.

Auch von mir und meinem Freund und Kollegen.

Heute sind wir immer noch auf dieser Website in alter Gruppe abgebildet, möchten dies aber nicht mehr.

Was können wir tun? Rechtliche Schritte?

Mit freundlichen Grüßen
André Dörfler
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  ra-fork hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, welche ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes im Rahmen einer ersten rechtlichen Einschätzung wie folgt beantworte:



Zunächst einmal ist festzuhalten, dass Sie im Jahre 2009 Ihre Zustimmung zur Veröffentlichung des betreffenden Gruppenfotos gegeben haben, sodass die damalige Veröffentlichung von § 22 Satz 1 KunstUrhG gedeckt ist.


Ihr Wunsch nach Entfernung des Bildes ist nach der Entlassung sicherlich verständlich - vor allem nach fast 3 Jahren. Allerdings kann eine Einwilligung nach § 22 KUG nur aus wichtigem Grund widerrufen werden (OLG Düsseldorf, Urteil v. 24.05.2011, Az. I-20 U 39/11 ). Frage wäre, inwieweit Sie einen solchen wichtigen grund darlegen können.


Das Problem an der Sache ist nämlich hier, dass es sich um ein Gruppenfoto handelt. Müsste ein solches Gruppenfoto immer dann entfernt werden, wenn es eine einzelne dort abgelichtete Person verlangt, wäre dies auf dauer für den Arbeitgeber sehr kosteninstensiv, da er ständig neue Gruppenbilder anfertigen müsste.


Ein Einverständnis eines Arbeitnehmers damit, dass der Arbeitgeber auf seiner Homepage ein gezielt und gemeinschaftlich aufgenommenes Foto des Arbeitnehmers veröffentlicht, erlischt nicht ohne Weiteres automatisch im Zeitpunkt der Beendigung des Arbeitsverhältnisses, sofern der Arbeitnehmer nicht ausdrücklich Gegenteiliges erklärt (LAG Schleswig-Holstein , Urteil v. 20.06.2010, Az. 3 Sa 72/10).


Dieser letzte Satz ist auch die Lösung für Ihr Problem, denn Ihr Recht am eigenen Bild geht natürlich nicht völlig verloren. Sie haben vielmehr einen Anspruch darauf, dass der Arbeitgeber Sie als Einzelperson unkenntlich macht (z.B. Verpixelung Ihres Bildes und Entfernung Ihres Namens).


Sie sollten daher Ihren ehemaligen Arbeitgeber anschreiben und um Unkenntlichmachung Ihres Bildes auf dem Gruppenfoto bitten. Setzen Sie Ihm dazu eine angemessene Frist von z.B. 4 Wochen innerhalb derer er Ihrem Anspruch nachkommen kann.

Drohen Sie für den Fall der fruchlosen Fristverstreichung rechtliche Schritte an.


Ihr Freund und Kollege müsste das gleiche Schreiben an den Arbeitgeber schicken.






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Raphael Fork

-Rechtsanwalt-
ra-fork und 2 weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Mit welchen rechtlichen Mitteln kann ich dann drohen??
Experte:  ra-fork hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sie sollten das Ganze höflich und allgemein halten etwa:

"hiermit widerrufe ich meine erteilte Einwilligung zur Veröffentlichung von Fotos meiner Person auf Ihrer Internetpräsenz"




"sollten Sie bis zum .. . .. . .. nicht reagiert haben, sehe ich mich gezwungen meinen Anspruch auf rechtlichem Wege durchzusetzen"




Konkrete Schritte müssen Sie dem Arbeitgeber nämlich nicht androhen.

In der Sache einschlägig wäre ein Zivilprozess gerichtet auf Unkenntlichmachung der von Ihnen gemachten Fotografien auf der Internetpräsenz Ihres ehemaligen Arbeitgebers.



Wichtig ist jetzt lediglich, dass Ihr Widerruf hinreichend genau deutlich wird und dem Arbeitgeber dieses Schreiben nachweisbar zugeht.

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