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raschwerin
raschwerin, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 16996
Erfahrung:  Rechtsanwalt
27582713
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raschwerin ist jetzt online.

zur Hausratversicherung ---------------------- in meinen

Kundenfrage

zur Hausratversicherung
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in meinen Kellerraum ist durch Anwendung von Nachschlüssel (verm. Dietrich) eingedrungen worden. Die Versicherung lehnt eine Schadenerstattung ab, da keine Einbruchsmerkmale
feststellbar waren. Es wurde Weinvorrat e ntwendet.
Bitte um Angabe von Urteilen mit Aktz. die auch wie im vorliegenden Fall die Versicherung
zur Zahlung verpflichten.
Danke!
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für die Nutzung von Justanswer.

Gern beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

In der Hausratversicherung ist Diebstahl nur in bestimmten Fällen mitversichert. Voraussetzung: Es darf kein einfacher Diebstahl vorliegen, sondern es muss sich beispielsweise um Einbruchdiebstahl mit Gewaltanwendung oder -drohung handeln. Das heißt, es muss etwas gestohlen worden sein, das zum Hausrat des Versicherungsnehmers zählt und durch Gewalt genommen wurde.

Einfacher Diebstahl ist also nicht mitversichert. Darunter versteht man einen Diebstahl, der ohne einen vorausgehenden Einbruch stattfand, der ohne Gewaltandrohung oder –ausübung vonstatten gegangen ist. Auch wenn der gestohlene Hausrat weder verschlossen noch gesichert war, ist der Diebstahl nicht durch die Hausratversicherung gedeckt.

Diebstahl mit Einbruch wird hingegen von der Hausratversicherung getragen. Unter Einbruch wird das gewaltsame Eindringen in einen fremden, verschlossenen Raum bezeichnet. Bei einem Einbruch werden meistens leicht zu transportierende Gegenstände gestohlen. Für solche Fälle empfiehlt es sich, als Versicherungsnehmer immer eine Liste parat zu haben, in der der gesamte Hausrat aufgezählt ist. Im Schadensfall macht man es der Polizei und dem Versicherungsunternehmen dadurch leichter, den Schaden zu protokollieren und zu dokumentieren.

OLG Köln
1. Ein Nachschlüsseldiebstahl kann auch in erleichterter Form bewiese werden.
2. Der Versicherungsnehmer genügt seiner Beweislast für einen Nachschlüsseldiebstahl schon dann, wenn er konkrete Umstände beweist, die nach der Lebenserfahrung mit hinreichender Wahrscheinlichkeit darauf schließen lassen, dass ein Nachschlüssel benutzt wurde. Dazu reicht aus, dass die Verwendung richtiger Schlüssel unwahrscheinlich oder von mehreren möglichen Begehungsweisen die Versicherte wahrscheinlicher ist.
3. Wenn ein Schlüssel einmal ein richtiger ist, wird er nicht dadurch falsch, dass seine Verwendung nunmehr, etwa infolge Mieter- oder Eigentümerwechsels, nicht mehr berechtigt ist.

OLG Köln
1. Ein Nachschlüsseldiebstahl kann grundsätzlich auch in erleichterter Form bewiesen werden. Der Versicherungsnehmer muss Umstände nachweisen, wonach die Verwendung richtiger Schlüssel unwahrscheinlich oder von mehreren möglichen Begehungsweisen und die versicherte wahrscheinlich ist.
2. Ein richtiger Schlüssel wird nicht dadurch falsch, dass seine Verwendung nunmehr, z. B. infolge Mieter- oder Eigentümerwechsels, nicht mehr berechtigt ist. Bei Anhaltspunkten über das Vorhandensein von zusätzlich richtigen Schlüsseln muss bewiesen werden, dass auch in der Zeit vor dem Einzug des Versicherungsnehmers kein weiterer Schlüssel gefertigt oder bei der Tat ein solcher nicht verwendet worden sein kann.

LG Hagen
1. Das äußere Bild eines Einbruchdiebstahls muss sowohl die Entwendung als auch das qualifizierte Eindringen in die Wohnung einbeziehen, wenn nicht ein Nachschlüsseldiebstahl in Betracht kommt.
2. Der Nachweis eines versicherten Einbruchdiebstahls ist insbesondere dann nicht geführt, wenn an Fenstern und Wohnungseingangstüren keine Spuren vorhanden sind, die einen erfolgreichen Einbruch erklären können, und nicht geklärt werden kann, wo sich die Original-Schlüssel zur angeblichen Tatzeit befanden.
3. Die Verwendung eines falschen Schlüssels ist auszuschließen, wenn nach den Feststellungen eines Sachverständigen von den 5 Original-Schlüsseln keine Kopien gefertigt worden sind und nach den Angaben des Schlüsselherstellers auch keine Nachbestellungen angefertigt worden sind.
4. Die Öffnung der Wohnung mit einem richtigen Schlüssel, den der Täter mit Hilfe eines Drahts durch den Türspion vom Schlüsselbrett erlangt hat, ist nicht bewiesen, wenn zwar die Erlangung eines richtigen Schlüssels auf diese Weise möglich ist, der Versicherungsnehmer dann nicht bewiesen hat, dass die Täter im konkreten Fall auch so eingedrungen sind.

www.bld.de/fileadmin/bld/txt_pdf/einbruchdiebstahl.doc

Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrter Fragesteller,

ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und darf Sie bitten, meine Antwort zu akzeptieren und zu bewerten.

Durch die Akzeptierung wird meine Tätigkeit Ihnen gegenüber bezahlt. Dies ist insbesondere unter Berücksichtigung berufsrechtlicher Aspekte erforderlich, da eine kostenlose Rechtsberatung in Deutschland nicht erlaubt ist.

Ich danke Ihnen vielmals und stehe für Rückfragen und eine weitergehende Beauftragung natürlich jederzeit gern zur Verfügung.

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