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Danjel Newerla
Danjel Newerla, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 9380
Erfahrung:  Rechtsanwalt und Diplom Jurist
26039601
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Danjel Newerla ist jetzt online.

Unsere Tochter 16 Jahre hat während unserer Abwesenheit, mit

Kundenfrage

Unsere Tochter 16 Jahre hat während unserer Abwesenheit, mit unserer Erlaubnis eine Party für ihre Freunde gegeben.

Dabei hat sie einer Freundin aus Unwissenheit erlaubt, unsere Wohnung mit Pfennigabsätzen zu betreten. Diese hat nun mit den Absätzen unser relativ weichen Dielenfussboden komplett beim Tanzen stark beschädigt.

Muss die Haftpflicht der Eltern der Freundin für diesen Schadenfall eintreten?

Wie beantworte ich die Anfrage der Haftpflichtversicherung:

hatten sie in Kenntnis derAnfälligkeit des Bodenbelages Ihre Gäste und insbesondere Frau ... darum gebeten, die Wohnung ohne Schuhe zu betreten? Wenn nein, warum nicht?
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Danjel Newerla hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,


vielen Dank für Ihre Anfrage .
Diese möchte ich sehr gerne wie folgt beantworten:

Grundsätzlich muss die Haftpflichtversicherung für den Schaden eintreten.

Etwas anderes würde nur dann gelten, wenn der Schaden vorsätzlich verursacht worden ist (oder je nach Versicherungsbedingungen) grobe Fahrlässigkeit vorliegt.

Dieses ist hier aber nicht ersichtlich, so dass hier von einer fahrlässigen Verursachung auszugehen ist.

Natürlich müssen Sie diese Frage wahrheitsgemäß beantworten.

Sofern in den Versicherungsbedingungen eine Haftung für grob fahrlässig verursachte Schäden ausgeschlossen ist (das kann ich ohne Kenntnis der Vertragsbedingungen leider nicht abschließend beurteilen , es sollte noch einmal in die Vertragsbedingungen geschaut werden), wird die Versicherung hier offenbar versuchen herauszufinden, welcher Grad der Fahrlässigkeit vorliegt.

Sollte beispielsweise eine Kenntnis von der Anfälligkeit des Bodenbelages bei ihrer Tochter vorgelegen haben und sie nicht darauf hingewiesen haben, so ließe sich eine grobe Fahrlässigkeit bejahen.

Wie bereits gesagt muss hier wahrheitsgemäß geantwortet werden.

Sollte ihre Tochter aber keine Kenntnis davon gehabt haben, wäre die Angelegenheit relativ unkompliziert.




Ich hoffe Ihnen eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und wünsche Ihnen viel Erfolg und alles Gute!

Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann. So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.

Sofern Sie mit meiner Antwort zufrieden sind möchte ich Sie höflich bitten meine Antwort gemäß den allgemeinen Geschäftsbedingungen dieser Plattform zu akzeptieren.

Sie akzeptieren meine Antwort, indem Sie unter meiner Antwort einmal auf das grüne Feld „akzeptieren“ klicken.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben. Sie können natürlich gerne über die Nachfrageoption mit mir Verbindung aufnehmen.

Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Mittwochnachmittag!

Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt
Danjel Newerla und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Bisheriger Sachverhalt:

Unsere Tochter 16 Jahre hat während unserer Abwesenheit, mit unserer Erlaubnis eine Party für ihre Freunde gegeben.

Dabei hat sie einer Freundin aus Unwissenheit erlaubt, unsere Wohnung mit Pfennigabsätzen zu betreten. Diese hat nun mit den Absätzen unser relativ weichen Dielenfussboden komplett beim Tanzen stark beschädigt.

Muss die Haftpflicht der Eltern der Freundin für diesen Schadenfall eintreten?

Wie beantworte ich die Anfrage der Haftpflichtversicherung:

hatten sie in Kenntnis derAnfälligkeit des Bodenbelages Ihre Gäste und insbesondere Frau ... darum gebeten, die Wohnung ohne Schuhe zu betreten? Wenn nein, warum nicht?

Ihre Antwort:

Grundsätzlich muss die Haftpflichtversicherung für den Schaden eintreten.

Etwas anderes würde nur dann gelten, wenn der Schaden vorsätzlich verursacht worden ist (oder je nach Versicherungsbedingungen) grobe Fahrlässigkeit vorliegt.

Dieses ist hier aber nicht ersichtlich, so dass hier von einer fahrlässigen Verursachung auszugehen ist.

Natürlich müssen Sie diese Frage wahrheitsgemäß beantworten.

Sofern in den Versicherungsbedingungen eine Haftung für grob fahrlässig verursachte Schäden ausgeschlossen ist (das kann ich ohne Kenntnis der Vertragsbedingungen leider nicht abschließend beurteilen , es sollte noch einmal in die Vertragsbedingungen geschaut werden), wird die Versicherung hier offenbar versuchen herauszufinden, welcher Grad der Fahrlässigkeit vorliegt.

Sollte beispielsweise eine Kenntnis von der Anfälligkeit des Bodenbelages bei ihrer Tochter vorgelegen haben und sie nicht darauf hingewiesen haben, so ließe sich eine grobe Fahrlässigkeit bejahen.

Wie bereits gesagt muss hier wahrheitsgemäß geantwortet werden.

Sollte ihre Tochter aber keine Kenntnis davon gehabt haben, wäre die Angelegenheit relativ unkompliziert.

Nunmehr meldet sich die Versicherung der Verursacherin und meint:

Da unsere Tochter nicht davon in Kenntnis gewesen sei, das man mit diesen Schuhen diesen Schaden verursachen kann, konnte auch die Verursacherin davon ausgehen den Fußboden zu betreten ohne Schaden zu hinterlassen. Somit trifft die Verursacherin kein Verschulden und somit keine Haftung.

Wie ist hier die Rechtslage????
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Erneut posten: Antwort kam zu spät.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Bisheriger Sachverhalt:

Unsere Tochter 16 Jahre hat während unserer Abwesenheit, mit unserer Erlaubnis eine Party für ihre Freunde gegeben.

Dabei hat sie einer Freundin aus Unwissenheit erlaubt, unsere Wohnung mit Pfennigabsätzen zu betreten. Diese hat nun mit den Absätzen unser relativ weichen Dielenfussboden komplett beim Tanzen stark beschädigt.

Muss die Haftpflicht der Eltern der Freundin für diesen Schadenfall eintreten?

Wie beantworte ich die Anfrage der Haftpflichtversicherung:

hatten sie in Kenntnis derAnfälligkeit des Bodenbelages Ihre Gäste und insbesondere Frau ... darum gebeten, die Wohnung ohne Schuhe zu betreten? Wenn nein, warum nicht?

Ihre Antwort:

Grundsätzlich muss die Haftpflichtversicherung für den Schaden eintreten.

Etwas anderes würde nur dann gelten, wenn der Schaden vorsätzlich verursacht worden ist (oder je nach Versicherungsbedingungen) grobe Fahrlässigkeit vorliegt.

Dieses ist hier aber nicht ersichtlich, so dass hier von einer fahrlässigen Verursachung auszugehen ist.

Natürlich müssen Sie diese Frage wahrheitsgemäß beantworten.

Sofern in den Versicherungsbedingungen eine Haftung für grob fahrlässig verursachte Schäden ausgeschlossen ist (das kann ich ohne Kenntnis der Vertragsbedingungen leider nicht abschließend beurteilen , es sollte noch einmal in die Vertragsbedingungen geschaut werden), wird die Versicherung hier offenbar versuchen herauszufinden, welcher Grad der Fahrlässigkeit vorliegt.

Sollte beispielsweise eine Kenntnis von der Anfälligkeit des Bodenbelages bei ihrer Tochter vorgelegen haben und sie nicht darauf hingewiesen haben, so ließe sich eine grobe Fahrlässigkeit bejahen.

Wie bereits gesagt muss hier wahrheitsgemäß geantwortet werden.

Sollte ihre Tochter aber keine Kenntnis davon gehabt haben, wäre die Angelegenheit relativ unkompliziert.

Nunmehr meldet sich die Versicherung der Verursacherin und meint:

Da unsere Tochter nicht davon in Kenntnis gewesen sei, das man mit diesen Schuhen diesen Schaden verursachen kann, konnte auch die Verursacherin davon ausgehen den Fußboden zu betreten ohne Schaden zu hinterlassen. Somit trifft die Verursacherin kein Verschulden und somit keine Haftung.

Wie ist hier die Rechtslage????
Experte:  Danjel Newerla hat geantwortet vor 5 Jahren.
Vielen Dank für den Nachtrag.

Die Frage ist, ob hier zumindest eine Fahrlässigkeit vorliegt.

Dieses ist eine juristische Wertungsfrage, die im Streitfall durch den zuständigen Richter zu entscheiden wäre.

Meiner Einschätzung nach nicht zumindest leichte Fahrlässigkeit vor,da es nichtunwahrscheinlich ist, dass auf einem empfindlichen Boden durch Pfennigabsätze Schäden verursacht werden können.

Mein Erachtens lässt sich hier zumindest ein Mitverschulden der Freundin (aber leider auch ihrer Tochter) argumentieren.

Wie bereits gesagt handelt es sich aber letztendlich um eine Wertungsfrage,ob hier zumindest leichte Fahrlässigkeit vorliegt (dieses würde genügen) oder nicht.

Diese Frage muss im Streitfall der zuständige Richter entscheiden.

Da der Schaden voraussichtlich nicht extrem hoch sein wird, würde ich ihnen grundsätzlich nur dann zu einem gerichtlichen Vorgehen raten, sofern Sie eine Rechtsschutzversicherung haben.

Aufgrund des eben dargestellten Ermessensspielraums des Richters gibt es hier nämlich auch für beide Seiten eine gewisse Rechtsunsicherheit.


Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Danke für ihre Antwort.

Leider war nach meiner ersten Schilderung ihre Einschätzung, das ein absoluter Haftpflichtschaden vorläge, welchen sie im zweiten Beratungsansatz nicht mehr argumentieren, sondern sich der Interpretation der Versicherung anschließen und als Ausweichargument der leichten Fahrlässigkeit plädieren???

Ich verstehe ihre weitere Auslegung des wahrscheinlichen richterlichen Verfahrens, nicht jedoch, das sie die Situation in der ersten Schilderung anders interpretieren, als im zweiten Nachtrag bei unverändertem Sachverhalt?
Experte:  Danjel Newerla hat geantwortet vor 5 Jahren.
Vielen Dank für den Nachtrag.

Hier muss man differenzieren. Bei genauer Betrachtung schließe ich mich nach wie vor nicht der Interpretation des Versicherers an. Der Versicherer geht nämlich davon aus, dass kein Verschulden vorliegt.

Ein Verschulden im juristischen Sinne liegt gemäß § 276 BGB aber dann vor, wenn entweder Vorsatz oder Fahrlässigkeit (auch leichte Fahrlässigkeit genügt!) vorliegt.

Ich wollte nur noch mal auf die allgemeinen Risiken wegen dem Ermessensspielraum eines Richters im Hinblick auf die Bewertung eines Verschuldens eingehen.

Um es also noch einmal festzustellen: meiner Einschätzung nach liegt hier mitnichten kein Verschulden vor,so wie es die Versicherung argumentiert,sondern es lässt sich gut zumindest eine leichte Fahrlässigkeit argumentieren, die für ein Verschulden im Sinne von § 276 BGB Abs. 1 grundsätzlich ausreicht.


Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

§ 276 BGB
Verantwortlichkeit des Schuldners

(1) Der Schuldner hat Vorsatz und Fahrlässigkeit zu vertreten, wenn eine strengere oder mildere Haftung weder bestimmt noch aus dem sonstigen Inhalt des Schuldverhältnisses, insbesondere aus der Übernahme einer Garantie oder eines Beschaffungsrisikos, zu entnehmen ist. Die Vorschriften der §§ 827 und 828 finden entsprechende Anwendung.

(2) Fahrlässig handelt, wer die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht lässt.

(3) Die Haftung wegen Vorsatzes kann dem Schuldner nicht im Voraus erlassen werden.

 

 

Für ein Verschulden genügt also grundsätzlich auch leichte Fahrlässigkeit, wovon ich zumindest vorliegend ausgehen würde und was ich auch der Versicherung so schreiben würde an ihrer Stelle.

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