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Tobias Rösemeier
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 16816
Erfahrung:  seit 1995 als selbständiger Rechsanwalt tätig.
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Tobias Rösemeier ist jetzt online.

Meine große Tochter 19 Jahre hat eine Ausbildung als Zahnarthelferin

Kundenfrage

Meine große Tochter 19 Jahre hat eine Ausbildung als Zahnarthelferin geschmissen hat dann
erst einmal nichts gemacht und befindet sich zur Zeit im 2. Ausbildungsjahr als Friseurin. Hat
eine Wohnung und zahlt 300 Euro dafür. Einkommen 397 Euro Netto bereinigt. Sie wohnte
sonst bei meiner wiederverheirateten Frau (Rentnerin Einkommen 595 Euro) wobei sich der Ausbildungsplatz in ca.17 km gelegenem Nachbarort befindet. Als meine zweite Tochter am
24.09 2011 18 Jahre alt wurde habe ich die Zahlungen für beide eingestellt. Meine jüngste Tochter befindet sich in einer Ausbildung als Hotelfachfrau und hat ein Einkommen von 424 Euro
und hat eine Wohnung mit Nebenkosten von 418 Euro im Monat. Auch Sie hat vorher bei der
Mutter gewohnt. Der Ausbildugsplatz ist ca.30 km entfernt. Ich selbst habe ca 1550 Euro Netto.
Nun bekomme ich ein Schreiben vom Anwalt der Kinder das ich Unterhaltspflichtig bin und
fordert von mir einen fast gleichen Unterhalt wie zuvor obwohl ich zu meinen kindern seit ca.10 Jahren fast keinen Kontakt mehr hatte. Das es nur ums liebe Geld geht ist doch wohl klar genug geworden.
Meine Frage: Muss ich überhaupt zahlen und wenn Ja wie lange denn noch !!!!
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,


Ihre Frage beantworte ich unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung wie folgt:

Grundsätzlich sind Sie Ihren Töchtern gegenüber solange zum Unterhalt verpflichtet, solange sie sich in einer Ausbildung befinden.

Da jedes Kind einen eigenen Hausstand begründet hat, hat jedes Kind einen festen Unterhaltsbedarf von 670 €. Hiervon wird das gesamte staatliche Kindergeld in Abzug gebracht, so dass für jedes Kind ein Restbedarf in Höhe von 486,00 € verbleibt.

Bei der 19 jährigen Tochter würde dann von der Ausbildungsvergütung 90 € ausbildungsbedingter Aufwand abgezogen und 307 € auf den Bedarf von 486,00 € angerechnet, so dass ein Unterhaltsanspruch von 179 € verbleibt.

Bei der 2. Tochter berechnet sich der Unterhaltsbedarf nach Abzug des Kindergeldes ebenso mit 486,00 €, hiervon wird dann die bereinigte Ausbildungsvergütung in Höhe von 328 € abgezogen, so dass dann noch ein Unterhaltsanspruch von 158 € bestünde.

Für beide Kinder ergäbe sich also ein Gesamtunterhalt von 337,00 € zusammen.

Jetzt kommt es bei Ihnen darauf an, wie weit sich Ihr durchschnittliches Einkommen durch Abzug von berufsbedingten Aufwendungen bereinigen lässt. Bei Abzug von 5 % Pauschal, ergäbe sich hier ein Betrag von rund 77 € und somit ein unterhaltsrechtliches Einkommen von 1.473 €. Unter Umständen haben Sie aber berufsbedingte Fahrten zur Arbeit zurückzulegen, die höher sind. Hier können Sie je Entfernungskilometer 0,30 € in Ansatz bringen.

Im Ergebnis haben Sie auch einen Selbstbehalt von 1.150 € gegenüber den volljährigen Kindern, so dass Sie über den oben errechneten Betrag selbst bei Abzug von lediglich 5 % pauschaler berufsbedingter Aufwendungen nicht leistungsfähihg wären. Es ergäbe sich dann eine maximale Leistungsfähigkeit von 323 €.

Darüber hinaus ließe sich auch argumentieren, dass die Kinder weiterhin hätten bei der Mutter leben können. Dann nämlich hätte sich der Unterhaltsbedarf nach der Altersgruppe 4 der Düsseldorfer Tabelle und hier der Einkommensgruppe 1 ermittelt. Der Unterhaltsbedarf ist nämlich dann lediglich 488 €, hiervon wird wiederum das gesamte staatliche Kindergeld in Abzug gebracht, verbleibt also jeweils ein Betrag von 304 €, den Ihre Töchter durch eigenes Einkommen decken würden.

Ich empfehle Ihnen daher sich umgehend in die Vertretung eines Fachanwaltes für Familienrecht zu begeben, damit Ihre Rechte gewahrt werden können.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Ich habe irgendwo gelesen: Wenn eine Ausbildung abgebrochen wird hat er oder Sie keinen Unterhaltsanspruch mehr. Auch für die eigene Wohnung müssten Sie dochdann Ausbildungsbeihilfe beantragen. Weil es so nah ist oder nicht ?
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrter Fragesteller,

ein einmaliger Abbruch einer Ausbildung führt nicht zwingend zum Verlust des Unterhaltsanspruches. Vielmehr wird Kinder nach der Rechtsprechung eine sogenannte Orientierungsphase eingeräumt.

Grundsätzlich kann auf BAB verwiesen werden. Aber auch hier wird Elterneinkommen berücksichtigt.

Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Haben Sie eine Nachfrage oder weiteren Klärungsbedarf? Wenn nicht, bitte ich um Akzeptanz meiner Antwort. Vielen Dank!