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Olaf Götz
Olaf Götz, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 2879
Erfahrung:  Fachanwalt für Sozialrecht
48877684
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Olaf Götz ist jetzt online.

Wir haben über Immobilienscout24 ein Haus zur Miete gefunden.Im

Kundenfrage

Wir haben über Immobilienscout24 ein Haus zur Miete gefunden.Im Expose standen 2MM Kaution und 2MM Courtage.Jetzt mußten wir 3MM Kaution zahlen.Wir haben dem Makler gesagt das er jetzt nur 1MM Kaution bekommt.Er besteht aber auf 2MM Courtage.Wir wohnen jetzt in dem Haus.Jetzt haben wir mitbekommen das unser Vermieter im Gefängnis sitzt und in den letzten Monaten kein Wasser,Abwasser,Strom und Müll bezahlt hat.Wir mußten uns jetzt überall selbst anmelden und Sicherheitskautionen hinterlegen ansonsten hätten wir Weihnachten im dunkeln gesessen.Der Makler hat das gewußt.Hätte er uns nicht im Vorfeld darüber informieren müssen?Jetzt kann passieren das unser gemietetes Haus zwangsversteigert wird.Wir wollen dem Makler gar keine Courtage bezahlen aufgrund der falschen Aussagen bzw. den verschwiegenen Aussagen von ihm.Wir haben keinen Courtagevertrag mit ihm.Was können wir tun?
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Olaf Götz hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte/r Ratsuchende/r,

 

grundsätzlich sind Sie dazu verpfichtet, die im Expose ausgewiesene Maklercourtage zahlen. Das wären hier 2 MM.

 

Die Kaution wiederum ist Teil des Mietvertrages und hier festgelegt. Bis zu 3 Monatsmieten sind möglich. Insofern trifft dieser Schaden den Vermieter und nicht den Makler.

 

Die von Ihnen genannten Informationen insbesondere zu nicht bezahlten Rechnungen, sofern dem Makler bekannt, könnten Nebenpflichtverletzungen aus dem Maklervertrag darstellen, die einen Schadensersatzanspruch begründet.

 

Hinsichtlich der unbezahlten Rechnung dürfte das nur problematisch sein, wenn im Mietvertrag andere Regelungen trifft, d.h.z.B. Wasser oder Müll über den Vermieter angemeldet sein soll und über die Betriebskosten an den Vermieter abgegolten wird.

Ferner ist es erforderlich, dass der Makler von diesen Dingen auch Kenntnis hatte oder sie für ihn offensichtlich waren. Hier könnte es im Streitfall zu Beweisproblemen Ihrerseits kommen. Im Zweifel wird der Makler sagen, er wußte von nichts, denn allgemeine Nachforschungspflichten hinsichtlich der Richtigkeit der Angaben treffen den Makler nicht, das gilt insbesondere, wenn der Makler im Expose sich ausdrücklich auf Angaben des Eigentümers beruft. Ein solcher Verweis ist nämlich nach dem BGH (Az. IVa ZR 85/80) zulässig.

 

In Fällen besonders schwerwiegender Pflichtverletzungen des Maklers, kann der Anspruch auf die Courtage gem § 654 BGB ganz verwirkt sein. Dies gilt nach der Rechtsprechung nicht nur für den im § genannten Einzelfall. Dazu können z.B. auch finanzielle Schwierigkeiten des Vermieters zählen. Entschieden ist dies z.B. für den Fall beim Verkauf für das Verschweigen dem Makler bekannter finanzieller Schwierigkeiten des Bauträgers. Dies ließe sich meines Erachtens durchaus auf den Fall finanzieller Schwierigkeiten des Vermieters übertragen, wenn über dessen Konto wichtige Vorauszahlungen zu gehen haben (Wasser, Müll, Strom, etc.).

 

Letztlich muss aber immer unstreitig oder nachgewiesen sein, dass der Makler hiervon auch Kenntnis hatte.

 

Im konkreten Fall würde ich den Mietvertrag überprüfen und ggü. der Maklercourtage die Mehrkosten aufrechnen, die Ihnen dadurch entstanden sind, dass Sie Dienstleistungen neu anmelden mussten, die laut Mietvertrag über den Vermieter hätten abgewickelt werden sollen. Auf dieser Basis sollten Sie sich mit dem Makler einigen und im Hinterkopf behalten, dass Sie, wenn Sie es auf einen gerichtlichen Streit ankommen lassen, im Zweifel beweisen müssen, dass der Makler von den entsprechenden Problemen beim Vermieter Kenntnis hatte.

 

Ich hoffe, ich konnte Ihnen helfen und einen Einstieg geben.


Bitte vergessen Sie nicht, die Antwort zu akzeptieren. Kostenlose Rechtsberatung ist in Deutschland verboten.


Mit freundlichen Grüßen

 

 

Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Wir müssen den Makler bezahlen obwohl wir keinen schriftlichen Vertrag mit ihm haben?
Experte:  Olaf Götz hat geantwortet vor 5 Jahren.

Ich dachte, dass der Vertragsschluss unstreitig war.

Ein Vertrag muss nach deutschem Recht nicht schriftlich geschlossen werden, kann sogar konkludent durch entsprechdes Handeln geschlossen werden.

 

Letzteres ist im Verhältnis zu einem gewerblichen Makler sehr häufig der Fall.

Nach der Rechtsprechung reicht es, wenn Sie auf ein Expose reagieren, in dem der Anfall der Maklercourtage ausgewiesen ist und Maklerdienste in Anspruch nehmen. Vorliegend war nach Ihren Angaben der Makler sogar einmal zu einer Hausbesichtigung anwesend.

 

In der Praxis kommt es leider häufig vor, dass Verbraucher sich nicht darüber im Klaren sind, dass ein Vertrag mit dem Makler geschlossen wird, wenn Sie auf ein bestimmtes hinreichend gekennzeichnetes Expose reagieren.

 

Es gibt zwar den Einwand der Vorkenntnis. Hier müssen Sie aber nachweisen, dass das Exposé nicht kausal für den Vertragsschluss war. Dies ist in der Regel sehr schwierig.

 

Gruß

Olaf Götz und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Experte:  Olaf Götz hat geantwortet vor 5 Jahren.

Eine Ergänzung noch:

 

Im Zweifel sollten Sie sich aber noch einmal genau das Exposé anschauen.

Nach einigen Gerichten ist eine bloße Angabe der Courtage im Exposé nicht mehr zwingend ausreichend, um einen Courtageverpflichtung zu begründen. Das kann insbesondere dann der Fall sein, wenn man die Courtageverpflichtung als bloße Angabe der Verpflichtung des Verkäufers/Vermieters missverstehen könnte.

Eine solche Auslegung kommt aber schon dann sicher nicht mehr in Betracht, wenn eine Klausel zur Vorkenntnis im Exposé vorhanden ist, denn die würde gar keinen Sinn machen, wenn es um die Zahlungspflicht der Gegenseite gehe.

 

Wenn Sie wider Erwarten keinen Vertrag mit dem Makler geschlossen haben sollten, wäre die Courtage dann allerdings als Teil des Kaufpreises an den Vermieter zu zahlen, wenn Sie dies mit ihm so im Mietvertrag vereinbart haben. Hier wären Sie dann ggf. noch problematischer, Schadensersatzansprüche gegen den Makler geltend zu machen.

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