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Tobias Rösemeier
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 16816
Erfahrung:  seit 1995 als selbständiger Rechsanwalt tätig.
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Tobias Rösemeier ist jetzt online.

Wie ist die Forderung nach sexueller Abstinenz in der Psychotherapie

Kundenfrage

Wie ist die Forderung nach sexueller Abstinenz in der Psychotherapie geregelt?
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Frage beantworte ich wie folgt:

Seinen gesetzlichen Niederschlag findet diese "Forderung" in der Regelung des § 174 c Strafgesetzbuch. Einshclägig ist hier insbesondere der Absatz 2.

§ 174c
Sexueller Mißbrauch unter Ausnutzung eines Beratungs-, Behandlungs- oder Betreuungsverhältnisses

(1) Wer sexuelle Handlungen an einer Person, die ihm wegen einer geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung einschließlich einer Suchtkrankheit oder wegen einer körperlichen Krankheit oder Behinderung zur Beratung, Behandlung oder Betreuung anvertraut ist, unter Mißbrauch des Beratungs-, Behandlungs- oder Betreuungsverhältnisses vornimmt oder an sich von ihr vornehmen läßt, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

(2) Ebenso wird bestraft, wer sexuelle Handlungen an einer Person, die ihm zur psychotherapeutischen Behandlung anvertraut ist, unter Mißbrauch des Behandlungsverhältnisses vornimmt oder an sich von ihr vornehmen läßt.

(3) Der Versuch ist strafbar.




Bitte fragen Sie nach, wenn hierzu weiterer Klärungsbedarf besteht.






Tobias Rösemeier und 2 weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Ich möchte wissen, inwieweit eine sexuelle Beziehung nach offiziellem Abschluss einer analytischen Psychotherpie statthaft ist und wenn nicht, welche juristischen Folgen das haben würde.
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

gerne nehme ich zu Ihrer Nachfrage wie folgt Stellung.

Auch in den Berufsordnungen finden sich hierzu Regelungen.

Danach gilt:

Die Verpflichtung zur sexuellen Abstinenz gilt auch für die Zeit nach Beendigung der Therapie solange noch eine Behandlungsnotwendigkeit oder eine Abhängigkeitsbeziehung des Patienten zum Psychotherapeuten gegeben ist. Innerhalb einer Dreijahresfrist nach Abschluss der Behandlung ist das Fortbestehen einer Abhängigkeitsbeziehung unwiderleglich zu vermuten.

Im einzelnen wäre nachzuweisen, dass die Behandlung abgeschlossen wurde, kein weiterer Behandlungsbedarf besteht und keine Abhängigkeitsbeziehung, wenn Sie eine sexuelle Beziehung vor Ablauf von 3 Jahren nach dem Ende der Behandlung aufnehmen wollen.

Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
In dem Fall, der mich beschäftigt, handelt es sich darum, daß unmittelbar nach dem offiziellen Abschluss der analytischen Therapie eine intime Beziehung aufgenommen, wenn nicht weitergeführt wurde und der Analyiker, der auch Lehranalytiker ist, diese Beziehung als unproblematisch sieht.
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

aus strafrechtlicher Sicht erscheint dies überhaupt nicht unproblematisch und aus (berufs-) ethischer Sicht erst recht nicht.

Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Herr Rösemeier, ich teile Ihre Meinung, dass die Geschichte absolut nicht unproblematisch ist. ich selbst bin Psychoanalytiker, der sich mit der psychoanalytischen Seite seit Jahren beschäftigt. Was mir nicht kalr ist, ist die Frage, wozu das Institut, bei welchem der Kollege Mitglied war, er ist inzwischen ausgetreten, verpflichtet wäre und welche angemessenen Handhaben es hätte, damit umzugehen.
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,


theoretisch hätte der Vorfall zur Anzeige gebracht werden können, aber jedenfalls wäre ein berufsrechtliches Vorgehen möglich gewesen.

Problem dürfte sein, dass zwar ein sogenanntes Abhängigkeitsverhältnis unterstellt werden könnte, aber im Zweifel durch Sachverständigengutachten nachgewiesen werden müsste oder eben widerlegt werden könnte.

Die Regelung in der Berufsordnung ist im Ergebnis dann auch wieder wage formuliert, wenn es denn dort heißt:

Diese Abstinenzverpflichtung gilt auch für die Zeit nach Beendigung der
Therapie, in jedem Fall solange noch eine Behandlungsnotwendigkeit oder eine
Abhängigkeitsbeziehung des Patienten zum Psychologischen Psychotherapeuten von dritter,
sachverständiger Seite festgestellt werden kann.




Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Herr Rösemeier, vielen Dank für Ihre Information. Ich gehe dann wohl richtig in der Annahme, dass das Institut den Fall zwar zur Anzeige bringen könnte, dazu aber nicht verpflichtet ist.
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

dies kann man wohl so feststellen.

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