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Danjel Newerla
Danjel Newerla, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 9380
Erfahrung:  Rechtsanwalt und Diplom Jurist
26039601
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Recht & Justiz hier ein
Danjel Newerla ist jetzt online.

Hallo, Mein Vater ist gestorben; die Mutter lebt noch.

Kundenfrage

Hallo,

Mein Vater ist gestorben; die Mutter lebt noch. Das handschriftliche Testament nennt einen meiner Brüder (nennen wir ihn T) als Hauserben. Das Haus ist ca. 60-70% des Vermögens. Wir (alle 5 Kinder) und die Mutter haben beschlossen, das Testament auszuschlagen (offensichtlich ungerecht) und alles bei meiner Mutter zu belassen. T ist auch dabei.

Nun schert ein anderer Brüder (S) aus. Er (S) ist Rechtsanwalt und der Ansicht, das Testament berücksichtige den Pflichtteil nicht und sei deshalb (?) ungültig. S setzt damit meine Mutter unter Druck. Ziel ist eine gesetzkiche Erbfolge.

Das Testament ist handschriftlich, von Vater und Mutter unterschrieben (jeweils getrennt mit Ort und Datum).

Wie ist die Lage zu beurteilen? Ich bevorzuge die Ausschlagung, Verfügung durch die Mutter zu ihrer Lebenszeit, und Neuverteilung in ihrem Testament.

Mit freundlichen Grüßen,

Heike C. Zimmerer
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Danjel Newerla hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrte Frau Zimmerer,

Vielen Dank XXXXX XXXXX Anfrage.

Sie schrieben, dass das Testament von Ihren beiden Eltern unterschrieben worden ist.

Handelt es sich um ein gemeinschaftliches Testament, in dem beide Elternteile Verfügungen getroffen haben?

Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla,Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Es beginnt mit:

Wir, die Eheleute O und P, geboren am ... im ... usw ... bestimmen für den Fall unseres Todes folgendes:

1. Der erststerbende Ehegatte ...
2. Der erststerbende Ehegatte ...
3. Die Kinder (wir 4, inklusive S) ....
4. Der Sohn T .... (Haus)

Bei nochmaliger Durchsicht wird mir nicht klar, ob 3 und 4 für den Fall des Erststerbenden gelten. Fällt mir erst jetzt auf.

Ich kann Ihnen das Testament gerne als JPG zukommen lassen, es ist nur eine lesbar geschriebene DIN A4 - Seite. Ich benötige dann eine E-Mail-Adresse.

mfg,

Heike C. Zimmerer

Experte:  Danjel Newerla hat geantwortet vor 6 Jahren.
Vielen Dank XXXXX XXXXX Nachtrag.

Eine Testamentsprüfung ist hier meines Erachtens weitergehend nicht erforderlich.

Hierbei handelt es sich wie von mir vermutet um ein gemeinschaftliches Testament.

Da Ihr Vater leider verstorben ist,ist eine einseitige Änderung dieses Testaments durch Ihre Mutter leider nicht möglich.

Das Testament ist also inhaltlich zu befolgen.

Sofern hier Pflichtteilsberechtigte benachteiligt werden, führt dieses nicht zu einer Unwirksamkeit des Testaments,sondern lediglich zu Pflichtteilsansprüchen, die gegen die Erben zu richten wären von den Pflichtteilsberechtigten,also den Personen,die aufgrund des Testaments weniger erhalten, als das gesetzliche Erbrecht für diese Personen bedeuten würde.

Eine Ausschlagung würde dazu führen,dass derjenige, der ausschlägt, nicht Erbe werden würde. dann würde derjenige Erben, der ansonsten nach der gesetzlichen Erbfolge als Erbe berufen wäre. Ihr Vorhaben wird im Ergebnis also voraussichtlich leider nicht funktionieren.

Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur. Daniel-Philippe Newerla,Rechtsanwalt
Danjel Newerla und 2 weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Vielen Dank für die Antwort.

Zwei Nachfagen noch: Zwei Punkte beginnen mit "Der erststerbende Ehegatte" und regulieren dann die Erbschaft des verbliebenen Gatten. Hier lassen sich von S möglicherweise Kollisionen mit den anderen 2 Punkten festellen. Gehe ich richtig, dass damit nicht das Testament insgesamt angefochten werden kann?

Und zweitens: Die anderen Punkte, die diese Einschränkung nicht haben: gelten die jetzt schon oder erst wenn die zweite Unterschreiberin (meine Mutter) stirbt?

Vielen Dank,

Heike C. Zimmerer
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Vielen Dank für die Antwort.

Zwei Nachfragen:

1. die ersten zwei Punkte regeln das Erbe des verbleibenden Ehegatten. Möglicherweise lassen sich daraus Widersprüche zu den anderen 2 Testamentspunkten konstruieren. Gehe ich richtig, dass dadurch das Testament nicht insgesamt ungültig wird?

2. Im Gegensatz zu den ersten beiden Punkten beginnen die anderen 2 nicht mit "Der erststerbende Ehegatte ...". Es ist für mich als Laie nicht ersichtlich, ob sie erst nach dem Tod beider Eltern gelten oder jetzt schon. Was gilt?

Vielen Dank,

Heike C. Zimmerer
Experte:  Danjel Newerla hat geantwortet vor 6 Jahren.
Vielen Dank XXXXX XXXXX Nachtrag.

Sofern es Unklarheiten gibt müsste das Testament im Streitfall notfalls ausgelegt werden.Zu einer generellen Anfechtbarkeit oder Unwiksamkeit führt dieser Umstand aber grundsätzlich nicht.

Auch hinsichtlich Ihrer zweiten Frage müsste das Testament dahingehend ausgelegt werden,was die Erblasser/Ihre Eltern zum Zeitpunkt der Errichtung des Testaments gewollt hätten.

Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur.Danjel-Philippe Newerla,Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Herr Newerla,

vielen Dank.

Eine letzte Frage habe ich noch, dann bin ich mit der Beratung sehr zufrieden: Das Testement legt für den noch lebenden Ehegatten den Nießbrauch des Hauses fest, und übergibt dem Sohn T ohne Angabe, ob nach dem ersten Tod oder dem beider, das Haus. Lässt sich daraus nicht schließen, das T das Haus nach dem Tod des ersten Partners erhält? Oder halten Sie das für nicht zwingend?

Mit freundlichen Grüßen,

Heike C. Zimmerer
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Erneut posten: Antwort kam zu spät.
Experte:  Danjel Newerla hat geantwortet vor 6 Jahren.
vielen Dank für den Nachtrag. Ja, dieses halte auch ich für ein Indiz dafür, dass der Sohn das Haus nach dem Tod des ersten erhalten soll.

MfG
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Hallo Herr Newerla,

und doch noch was: Sie schreiben weiter oben "Eine Ausschlagung würde dazu führen,dass derjenige, der ausschlägt, nicht Erbe werden würde. dann würde derjenige Erben, der ansonsten nach der gesetzlichen Erbfolge als Erbe berufen wäre. Ihr Vorhaben wird im Ergebnis also voraussichtlich leider nicht funktionieren."

Ist nun die Mutter als nächste Angehörige diejenige, die die Ausschlagung erhält, oder vergrößert sich der Kuchen für alle verbliebenen Erben?

Vielen Dank für Ihre Geduld. Ich denke, nach Ihrer Antwort können wir wirklich abschließen.

Heike C. Zimmerer
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Erneut posten: Antwort kam zu spät.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Siehe oben (mene letzte Antwort). Übereine Beantwortung würde ich mich freuen (auch wenn ich vermutlich schon versehentlich akzeptiert habe).

Mit freundlichen Grüßen,

Heike C. Zimmerer
Experte:  Danjel Newerla hat geantwortet vor 6 Jahren.
Vielen Dank für den Nachtrag.

Sie hatten noch folgendes geschrieben:

"und doch noch was: Sie schreiben weiter oben "Eine Ausschlagung würde dazu führen,dass derjenige, der ausschlägt, nicht Erbe werden würde. dann würde derjenige Erben, der ansonsten nach der gesetzlichen Erbfolge als Erbe berufen wäre. Ihr Vorhaben wird im Ergebnis also voraussichtlich leider nicht funktionieren."

Ist nun die Mutter als nächste Angehörige diejenige, die die Ausschlagung erhält, oder vergrößert sich der Kuchen für alle verbliebenen Erben?"


Ausschlagen kann grundsätzlich nur der Erbe. Wenn ich Sie richtig verstanden habe ist die Mutter ihrer nach dem Testament zunächst Erbin mit sowie auch den Bruder mit dem Haus.

Wie bereits gesagt führt die Ausschlagung eines Erben nicht dazu,dass das Erbe automatisch für alle ausgeschlagen wird, sondern nur für diesen Erben.

Dieses bedeutet, dass wenn ihre Mutter ausschlägt,die Kinder ihrer Mutter (also auch sie) als nächstes in der Erbfolge berufen werden.


Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur.Danjel-Philippe Newerla,Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Hallo Herr Newerla,

Vielen Dank. Ich habe keine weiteren Fragen mehr.

Mit freundlichen Grüßen,

Heike C. Zimmerer
Experte:  Danjel Newerla hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr gern geschehen. Dann wünsche ich Ihnen noch einen angenehmen Montagnachmittag und alles Gute!


Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur.Danjel-Philippe Newerla,Rechtsanwalt