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Andreas Scholz
Andreas Scholz, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 1982
Erfahrung:  Rechtsanwalt
33130353
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Andreas Scholz ist jetzt online.

Wir haben einen Verlust von 250 000€ durch einen Betrüger gehabt.

Kundenfrage

Wir haben einen Verlust von 250 000€ durch einen Betrüger gehabt. Bei einem Anwalt baten wir um ein Informationsgespräch, ob es sinnvoll ist, weiteres Geld in diesen Fall zu stecken. Der Anwalt bestätigte uns in unserer Einschätzung, dass das Geld verloren wäre und es auch keine sinnvollen Aktionen gäbe, die man noch unternehmen könnte. Wir führten zwei Gespräche von jeweils ca 3/4 Std. Außerdem übergab ich dem Anwalt ca. 25 Seiten die an Korrespodenz (internet)während dieses Vorgangs angefallen war. Der Anwalt berechnete uns für diese Beratung 2465,68 € auf Grund des Gegegnstandswertes von 250000 €. Uns erscheint dieser Wert sehr hoch. Wie ich inzwischen erfahren habe, ist der Anwalt verpflichtet auf die unterschiedlichen Abrechnungsmöglichkeiten hinzuweisen. Wir bitte um Stellungnahme.
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Andreas Scholz hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

ich gehe davon aus, dass die Gebühren der Nr. 2300 des Vergütungsverzeichnisses entnommen worden sind.

Hier darf der Anwalt eine Gebühr nach dem Gegenstandswert berechnen, die zwischen dem Faktor 0,5 und 2,5 aus der Gebühr für den entsprechenden Gegenstandswert liegt.

Die Gebühr bei Ihrem Streitwert liegt bei 2052,-Euro.

Normalerweise wird bei durchschnittlichem Arbeitsanfall diese entsprechende Gebühr mit dem Faktor 1,3 multipliziert. Das kann der Anwalt immer machen, solange die Tätigkeit nicht besonders schwierig oder umfangreich war.

Diese Gebühr hat Ihr RA nicht angesetzt, denn dann lägen Sie über dem Betrag, der von Ihnen gefordert wird.

Ich vermute, Ihr RA hat eine Gebühr von 1,0 angesetzt haben.

Diese Gebühr dürfte nicht zu beanstanden sein, zumal die Befassung mit einer Korrespondenz von 25 Seiten nicht mehr als unwesentlich zu bezeichnen sein dürfte.

Grundsätzlich ist daher die Gebührenrechnung, solange der Faktor 1,3 nicht überschritten ist, zunächst nicht zu beanstanden.

Nach § 49b Abs. 5 BRAO besteht eine Hinweispflicht, wenn nach dem Gegenstandsewert abzurechnen ist.

Der Hinweis kann auch nur mündlich erfolgen. Sofern Sie Ihrem RA ein schriftliches Mandat erteilt haben, kann der Hinweis auf die Abrechnung nach dem Gegenstandswert auch hierin enthalten gewesen sein. Wenn es also eine schriftliche Beauftragung gab, sollten Sie diese nochmal auf eine entsprechende Klausel kontrollieren.

Verletzte Ihr Rechtsanwalt seine gesetzliche Belehrungspflicht, wonach er Sie vor Aufragsübernahme darauf hinzuweisen hatte, daß sich die zu erhebenden Gebühren nach dem Gegenstandswert richten, haben Sie einen Schadensersatzanspruch gegen Ihren RA. Der Anspruch richtet sich danach, was nach Sie ggf. bei einem anderen RA im Rahmen eines Stundenhonorars hätten zahlen müssen und auch gezahlt hätten, wenn Ihnen die Abrechnung nach dem Gegenstandswert bekannt gewesen wäre. Notfalls hätten Sie den Anspruch auf dem Gerichtsweg geltend zu machen.

Im Ergebnis haben Sie dann die Möglichkeit, sich von dem Gebührenanspruch Ihre RA zu lösen, wenn Sie nicht auf die Abrechnung nach dem Gegenstandswert hingewiesen worden sind. Dann haben Sie einen Schadensersatzanspruch.

Ich hoffe, weitergeholfen zu haben, bei Unklarheiten fragen Sie nach. Wenn Ihre Frage beantwortet ist, bitte ich, die Antwort gemäß den Vorgaben dieser Plattform zu akzeptieren. Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Scholz
Rechtsanwalt
Experte:  Andreas Scholz hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller, und lassen Sie mich zur Beweislast folgendes ergänzen: Sie als Mandanten trifft die Beweislast dafür, dass Ihr Rechtsanwalt seiner Hinweispflicht aus § 49b Abs. 5 BRAO nicht nachgekommen ist. Ihr Rechtsanwalt muss allerdings konkret darlegen, in welcher Weise er belehrt haben will. Mit freundlichen Grüßen Scholz Rechtsanwalt
Experte:  Andreas Scholz hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

wenn Ihnen die Antwort weitergeholfen hat, bitte ich, durch Anklicken des Buttons "Antwort akzeptieren" meine Antwort zu akzeptieren, denn nur so kann der von Ihnen für die Beantwortung Ihrer Frage versprochene Betrag auch abgerechnet werden. Vielen Dank und

freundlichen Grüße

Scholz
Rechtsanwalt