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Olaf Götz
Olaf Götz, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 2919
Erfahrung:  Fachanwalt für Sozialrecht
48877684
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Olaf Götz ist jetzt online.

Guten Tag, Ich möchte gerne ein Kleingewerbe anmelden. Der

Kundenfrage

Guten Tag,
Ich möchte gerne ein Kleingewerbe anmelden. Der Bereich ist das Reparieren von Handy´s, Zusammenstellen von PC-Systemen nach Kundenwunsch, Einrichten/Legen von Netzwerken Und Servicedienstleistungen (z.b. Installieren von Software, Betriebssystemen usw.)
Meine Frage nun:
Was ich ich beim Gewährleistungsrecht und den Steuern beachten? Was für Qualifikationen muss ich nachweisen?
Ich bin derzeit 17 Jahre und Besuche ein Informationstechnisches Berufskolleg (HBF) mit erstrebtem Fachabitur und Ausbildung zum Informationstechnischem Assistenten.
Zudem muss ich mir beim Amtsgericht die Erlaubnis zum anmelden eines Gewerbes holen.
Gibt es dabei auch noch etwas zu beachten?
Vielen Dank,XXXXX
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Olaf Götz hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrter Ratsuchender,

 

1.

nach Ihren Schilderungen dürfte für die meisten geplanten Tätigkeiten Werkvertragsrecht anwendbar sein. Hier ist ein bestimmter Erfolg geschuldet, für den Sie auch Gewährleistung (in der Regel 2 Jahre) geben müssen.

 

http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__634a.html

 

Haftungsausschlüsse sind als Unternehmer gegenüber Verbrauchern nicht möglich. Hier sollten Sie sich zu den konkret beraten lassen, wenn Sie sich Vertragsbedingungen zusammenstellen. Dabei sollten Sie auch versuchen, sich bei Nichtzahlung möglichst abzusichern, also z.B. für noch nicht bezahlte Ware einen Eigentumsvorbehalt vereinbaren. Wie viel Aufwand Sie hier betreiben, hängt letztlich auch von dem Risiko ab, dass Sie mit noch unbezahlter Ware haben.

 

Sollten Sie online Dienste anbieten, sind dort aufgeführte Bedingungen um so detaillierter auf Zuslässigkeit zu prüfen, um etwaigen wettbewerbsrechtlichen kostenpflichtigen Abmahnungen von Mitbewerbern vorzubeugen.

 

Einen Einstieg in das nicht ganz banale Thema der allgemeinen Geschäftbedingungen finden Sie hier. Grundsätzlich müssen Sie als Unetrnehmer immer zwischen dem Vertragsverhältnis mit einem Verbraucher und einem Unternehmer unterscheiden. Hierfür gelten unterschiedliche Regeln.

 

http://agb-giftkueche.de/

 

Wenn Sie viel mit selbst beschaffter Hard- und Software arbeiten, und nicht nur an vom Kunden gekauften Systemen kleine Modifikationen vornehmen, kann in vielen Fällen auch Kaufrecht im Hinblick auf die Gewährleistung anwendbar sein. Der Hauptunterschied ist liegt darin, dass es für die Fälligkeit der Vergütung und den Gefahrübergang (bzgl. des Untergangs) nicht mehr auf die Abnahme nach § 640 BGB ankommt sondern auf den Übergabezeitpunkt.

 

http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__651.html

 

2.

Hinsichtlich der Steuern sollten Sie vor allem die umsatzsteuerliche Frage zu Anfang klären und die entsprechenden Anträge beim Finanzamt stellen.

Wählen Sie den von der Umsatzsteuer befreiten Kleinunternehmer, erspart Ihnen das eine Umsatzsteuererklärung und etwaige monatliche Umsatzsteuervoranmeldungen.

Nachteilig ist, dass Sie von Ihrer eingekauften Ware keine Vorsteuer abziehen können (Einkauf wird zunächst dadurch teurer), gleicht sich aber, wenn Sie Gewinn machen wieder aus, da für Ihre Leistungen auch keine Umsatzsteuer anfällt. Aber: Bei gleichen Brutto-Preisen sind Sie für einen Unternehmer als Kunden unter dem Strich 19 % teurer als die Konkurrenz. Wenn Sie also viel für Geschäftskunden arbeiten, sollten Sie überlegen, wie Sie handeln. Wenn Sie sich einmal für eine Variante entschieden haben, sind Sie daran bis zu 5 Jahre gebunden, wenn Sie die maximal für die Kleinunternehmerregelung zulässige Umsatzsteuersumme nicht überschreiten.

 

3.

Bei der Einholung der gerichtlichen Erlaubnis sollten Sie Ihr Vorhaben möglichst detailliert schildern und auch erkennen lassen, dass Sie sich der Risiken bewusst sind. Bei den Prognosezahlen sollten Sie ruhig etwas tiefstapeln und nicht zu goßem Geschäfsterfolg rechnen. Wenn es dann mehr wird, ist es ja schön.

 

Was hiervon frei formuliert werden muss oder ggf. in Formulare eingetragen werden kann, sollten Sie mit der Geschäftsstelle des zuständigen Amstgerichts klären. Ihre Eltern müssen dem Ganzen auch noch (formfrei) zustimmen.

 

Ich rate Ihnen weiterhin dringend, zu einem z.B. von den IHKs angebotenen Existenzgründerseminaren (z.B. über ein Wochende) zu gehen.

Insbesondere müssen Sie insbesondere bei Tätigkeit ggü. Unternehmern darüber nachdenken, ob der Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung erforderlich ist. Immerhin könnten Sie an Unternehmensnetzwerken theoretisch erhebliche Schäden anrichten.

 

Ich hoffe, ich konnte einen Einstieg geben.


Bitte vergessen Sie nicht, die Antwort zu akzeptieren. Kostenlose Rechtsberatung ist in Deutschland verboten.


Mit freundlichen Grüßen

Olaf Götz und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Experte:  Olaf Götz hat geantwortet vor 5 Jahren.

Ergänzung:

 

Eine Einkommenssteuererklärung müssen Sie im nächsten Jahr als Unternehmer jedenfalls erstellen, wenn Ihr Verdienst oberhalb des Grundfreibetrages pro Jahr (2010 war es 8004 Euro) lag. Auch müssten Sie zu Anfang mindestens eine formlose Aufstellung über Einnahmen und Ausgaben (sog. Einnahme Überschussrechnung) abgeben.

Hier gibt aber auch direkt das örtliche Finanzamt die nötigen Tipps.