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Andreas Scholz
Andreas Scholz, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 1982
Erfahrung:  Rechtsanwalt
33130353
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Andreas Scholz ist jetzt online.

sehr geehrte damen und herren, morgen den 03.11.2011 findet

Kundenfrage

sehr geehrte damen und herren,
morgen den 03.11.2011 findet eine Hauptverhandlung gegen mich statt.(Strafsache) Der Richter schrieb mir : hiermit teile ich ihnen mit das der termien aufrechterhalten bleibt.Sofern sie nicht zu der hauptverhandlung erscheinen,kann auch eine strafe in ihrer abwesenheit verhängt werden.. Was bedeutet das genau? Ich muss zur Schule und wenn mein Betrieb das mitbekommen würde wäre das die fristlose kündigung für mich. werde ich nun von der polizei aus der schule geholt wenn ich nicht hingehe? vielen dank XXXXX XXXXX für die antwort
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Andreas Scholz hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

sofern Sie noch nicht 21 Jahre alt sind, gilt für Sie das JGG.

Was die Anwesenheitspflicht angeht, regelt § 50 JGG, das ein Fernbleiben von der Hauptverhandlung nur unter den allgemeinen Voraussetzungen der StPO möglich ist, damit namentlich dann, wenn Sie ordnungsgemäß geladen und in der Ladung darauf hingewiesen worden sind, daß Ihrer Abwesenheit verhandelt werden kann.

Nachdem das JGG für Sie anwendbar sein dürfte, bedarf es aber noch der Zustimmung der StA und des Vorliegens besonderer Gründe, damit in Ihrer Abwesenheit verhandelt werden kann.

Wenn Sie dem Gericht mitgeteilt haben, dass Ihre Lehrstelle in Gefahr ist, ist es wohl dieser Gesichtspunkt, der das Gericht besondere Gründe für Ihr Fernbleiben annehmen lässt.

Ohne Genaueres zu wissen, insbesondere darüber, ob eine Zustimmung der StA vorliegt, deute ich das Schreiben des Gerichts dahin, dass der Richter mit dem Schreiben die formellen Voraussetzungen schaffen wollte, auch ohne Ihre Anwesenheit die Sache entscheiden zu können. Hätte das Gericht Ihnen die Ladung samt Hinweis also nicht zukommen lassen, hätten Sie die Vorführung - also schlimmstenfalls das Abholen aus der Schule oder dem Lehrbetrieb - zu befürchten gehabt.

Sollte das vereinfachte Jugendverfahren gegen Sie eröffnet worden sein, so dürften Sie nur dann vorgeführt werden, wenn Ihnen dies in der Ladung angedroht worden wäre § 79 Abs. 3 JGG.

Ich hoffe, weitergeholfen zu haben, bei Unklarheiten fragen Sie nach. Wenn Ihre Frage beantwortet ist, bitte ich, die Antwort gemäß den Vorgaben dieser Plattform zu akzeptieren. Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Scholz
Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
erst mal vielen dank.also ich bin 27 jahre alt und alleinerziehend von zwei klein kindern sowei im dritten ausbildungsjahr also trifft das jugendstrafrecht wohl für mich nicht zu, oder? wie soll ich mich nun verhalten? meine ausbildung riskieren, weil ich nicht in die berufschule gehe? wenn der richter schreibt,das auch ohne meine anwesendheit eine strafe verhängt werden kann muss ich doch eigentlich nichts befürchten oder? denn wenn die polizei mich aus der berufschule abholen würde wäre das ja noch schlimmer. wissen sie es ist so nach meiner ausbildung habe ich ein sehr gutes job angebot bekommen also eine sehr hohe position und das habe ich dem richter auch so geschrieben... hilfe bitte um schnelle antwort
Experte:  Andreas Scholz hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

dann trifft kein Jugendstrafrecht auf Sie zu und es kann unter den Voraussetzungen des § 232 StPO auch in Ihrer Abwesenheit verhandelt werden. Die Norm schreibt vor:

"Die Hauptverhandlung kann ohne den Angeklagten durchgeführt werden, wenn er ordnungsgemäß geladen und in der Ladung darauf hingewiesen worden ist, daß in seiner Abwesenheit verhandelt werden kann, und wenn nur Geldstrafe bis zu einhundertachtzig Tagessätzen, Verwarnung mit Strafvorbehalt, Fahrverbot, Verfall, Einziehung, Vernichtung oder Unbrauchbarmachung, allein oder nebeneinander, zu erwarten ist."

Von daher ist es wohl so, dass der Richter mit dem Schreiben die Voraussetzungen für die Verhandlung in Ihrer Abwesenheit geschaffen hat und auch schaffen wollte.

Zu beachten ist aber, dass die Norm ein sog. "Kann"-Vorschrift ist. Unabhängig davon, dass der Richter Sie im Schreiben auf die Möglichkeit der Verhandlung ohne Sie hingewiesen hat, kann er Sie gleichwohl vorführen lassen, wenn er es für geboten hält.

Es erscheint zwar angesichts des Schriftwechsels und des Hinweises des Gerichts nicht wahrscheinlich, dass eine Vorführung angeordnet wird. Trotzdem sollten Sie sich jedenfalls morgen vor dem Termin notfalls telefonisch vergewissern, dass eine Vorführung nicht angeordnet wird bzw. vom Richter nicht beabsichtigt ist. Setzen Sie sich hierfür am besten gleich morgen früh mit der Geschäftsstelle des Gericht in Verbindung, so dass Sie keine böse Überraschung erleben.

Mit freundlichen Grüßen

Scholz
Rechtsanwalt
Andreas Scholz und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
vielen dank für ihre antwort
ich werde gleich morgen früh dort anrufen um dies ab zuklären.
Experte:  Andreas Scholz hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

das ist Ihnen zu empfehlen. Im Übrigen vielen Dank für die nette Bewertung.

Mit freundlichen Grüßen

Scholz
Rechtsanwalt