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Danjel Newerla
Danjel Newerla, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 9380
Erfahrung:  Rechtsanwalt und Diplom Jurist
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Danjel Newerla ist jetzt online.

Hallo Frage Verk ufer V verkauft ber eine sehr bekannte

Kundenfrage

Hallo Frage:
Verkäufer V verkauft über eine sehr bekannte Plattform im Internet ein Kfz an K1. K1 (EU-Ausländer) meldet sich nicht.
1.Frage: Eigentum trotzdem übergegangen?

Daraufhin fackelt V nicht lange und stellt das Angebot noch ein mal ein. (Fehler?) Diesmal werden Bieter aus dem Ausland ausgeschlossen. Das Kfz wird noch ein mal verkauft (Käufer K2).
Daraufhin erscheint K1 und verlangt die Herausgabe. V übereignet an K1, gegen Barzahlung und Kaufvertrag. (Fehler?) Er hält auch keine Rücksprache mit K2.

Natürlich verlangt später auch K2, dass sein Kaufvertrag erfüllt wird.

Welche Konsequenzen hat V zu befürchten? Schadensersatz?
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Danjel Newerla hat geantwortet vor 6 Jahren.

Sehr geehrter Ratsuchender,





vielen Dank für Ihre Anfrage .

Diese möchte ich sehr gerne wie folgt beantworten:







1.Frage: Eigentum trotzdem übergegangen?



Wenn ich Sie richtig verstanden habe, ist über das Internet ein Kaufvertrag geschlossen worden.

Alleine durch den Abschluss eines schuldrechtlichen Kaufvertrages wird aber noch nicht das Eigentum an einer Sache übertragen.



Hierzu ist gemäß § 929 S.1 BGB vielmehr eine so genannte Übereignung erforderlich.



Mit anderen Worten: der Eigentumsübergang findet grundsätzlich erst dann statt, wenn das Fahrzeug von dem Verkäufer an den Käufer in Erfüllung des Kaufvertrages übergeben wird,dem Käufer also der Besitz daran verschafft wird.

2.Daraufhin fackelt V nicht lange und stellt das Angebot noch ein mal ein. (Fehler?) Diesmal werden Bieter aus dem Ausland ausgeschlossen. Das Kfz wird noch ein mal verkauft (Käufer K2).
Daraufhin erscheint K1 und verlangt die Herausgabe. V übereignet an K1, gegen Barzahlung und Kaufvertrag. (Fehler?) Er hält auch keine Rücksprache mit K2.



Durch die Übergabe und aufgrund des vorliegen eines wirksamen Kaufvertrages hat hier eine Übereignung stattgefunden, so dass hierdurch der Eigentumswechsel von V an K1 stattgefunden hat (siehe oben).



3.Natürlich verlangt später auch K2, dass sein Kaufvertrag erfüllt wird.

Welche Konsequenzen hat V zu befürchten? Schadensersatz?



Hier hat V offensichtlich mit K2 einen Kaufvertrag geschlossen, den er nicht erfüllen kann.

 

Dementsprechend liegt eine so genannte Unmöglichkeit im Sinne von § 275 BGB vor.

 

K2 kann hier also vom Kaufvertrag zurücktreten und gleichzeitig (vgl. § 325 BGB) Schadensersatz verlangen,sofern er einen wirtschaftlichen Schaden nachweisen kann.









Ich hoffe Ihnen eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und wünsche Ihnen viel Erfolg und alles Gute!



Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann. So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.



Sofern Sie mit meiner Antwort zufrieden sind möchte ich Sie höflich bitten meine Antwort gemäß den allgemeinen Geschäftsbedingungen dieser Plattform zu akzeptieren.



Sie akzeptieren meine Antwort, indem Sie unter meiner Antwort einmal auf das grüne Feld „akzeptieren“ klicken.



Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben. Sie können natürlich gerne über die Nachfrageoption mit mir Verbindung aufnehmen.

Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Sonntagabend!



Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt


Danjel Newerla und 2 weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Herr Newerla,vielen Dank für Ihre Antwort.
Ich habe noch zwei zusätzliche Fragen: spielt es denn eine Rolle, dass der Verkäufer im zweiten Angebotstext erwähnt hat, dass das Auto zum 2. Mal angeboten wird, aufgrund eines Spassbieters?

Wie hoch kann denn der Schadensersatz ausfallen? Es handelte sich um einen Unfallwagen, der auf dem Hof eines Abschleppnternehmers stand und schnell weg musste. Ich gehe davon aus, dass die Schadenshöhe ist gleich Ersatzbeschaffung minus vereinbarter Kaufpreis fürs Fahrzeug des V.
Experte:  Danjel Newerla hat geantwortet vor 6 Jahren.
vielen Dank für den Nachtrag.

Hier ist mit K1 nach ihrer Schilderung zuerst ein wirksamer Kaufvertrag zu Stande gekommen.

Auf die Wirksamkeit dieses Kaufvertrages hat der Text in der zweiten Anzeige keine Auswirkungen.

Wie hoch der Schadensersatz ausfällt, kann im Rahmen einer ersten Anfrage ohne Kenntnis des genauen Einzelfalles leider nicht abschließend beurteilt werden.

In erster Linie wird es hier um die Kosten für einen Deckungskauf gehen. Sollte beispielsweise bei einem anderen Händler ein vergleichbares Fahrzeug gekauft werden vom K1, könnte dieser die Differenz zwischen dem Angebotspreis um dem tatsächlich gezahlten Preis dem V Grundsätzlich in Rechnung stellen.

Mit anderen Worten: ihre Annahme ist vollkommen richtig.


Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Gut, allerdings hat K1 (der vermeintliche Spassbieter aus dem Ausland), ja letztlich das Auto abgeholt.

Also noch ein mal zum Ablauf:
1. Das 1.Angebot wird eingestellt --> Höchstbieter ist K1, wohnhaft in Litauen, meldet sich aber nicht
2. V. stellt daraufhin das Auto zum 2.Mal ein, weist aber in der ersten Zeile daraufhin, dass es der 2.Versuch ist, aufgrund des vermeintlichen Spassbieters beim 1.Mal. --->Höchstbieter K2
3. K1 holt den Wagen ab
4. K2 verlangt ebenfalls die Herausgabe

Der Hinweis auf den Spassbieter ändert also nichts?
Experte:  Danjel Newerla hat geantwortet vor 6 Jahren.
Nein,dieses ändert nichts.

K1hat ja das Fahrzeug auch abgeholt, und spätestens damit dokumentiert, dass er kein Spassbieter war.

MfG