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S. Grass
S. Grass, Rechtsanwältin
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 6459
Erfahrung:  Mehrjährige Berufserfahrung
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S. Grass ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren, eigentlich haben wir eine gute

Kundenfrage

Sehr geehrte Damen und Herren,
eigentlich haben wir eine gute Nachbarschaft. Überraschend kam eine Forderung eines Nachbarn: Unser Baum muss weg, weil die Nadelentfernung aus dem bei ihm neu verlegten Rasen schwere Arbeit sei.
Es ist Tatbestand, dass Äste dieser Fichte in ca 6 Metern Höhe bis zu 2,5 Metern in das Grundstück des agierenden Nachbarn hineinragen. Das war immer so in den letzten 20 Jahren.
Es handelt sich um eine "mediterrane" Rotfichte, die seit 52 Jahren an gleicher Stelle in der unmittelbaren Nähe zu unserem Nachbarn steht. Wir möchten gemeinsam mit 2 anderen direkten Nachbarn diesen Baum als positiven Blickfang erhalten.
Es ist richtig, diese Fichte "nadelt" pro Jahr drei Mal ca. 20 Tage lang.
Als Kompromiss haben wir beim "agierenden" Nachbarn mit seinem Einverständnis jeweils zwei Mal in diesen 20 Tagen die Nadeln vom seinem Rasen zusammengerecht und entfernt.
Jetzt hat er diese Nadeln zusammengerecht und in zwei Eimern auf unser Grundstück gestellt und zwei weitere Eimer auf unserer Einfahrt ausgeschüttet.
Drei Nachbarn wollen diesen urwüchsigen Baum erhalten, wir auch.
Welche Kompromisse sind möglich ?
Kann die Entfernung dieses alten Baumes eingefordert werden?
Wir würden auch zwei große Äste, die in das Grundstück des Nachbarn hineinragen absägen lassen. Das Grünflächenamt Bonn sagt: Fichten beschneidet man nicht.
Welche Vorschlägen machen Sie zur Erhaltung einer einigermaßen guten Nachbarschaft ?
Was sagt das Nachbarschaftsrecht zu dieser Situation ?
Mit freundlichen Grüßen Manfred Gillner RD a.D. 0228 335375 XXX@XXXXXX.XXX
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  S. Grass hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

sofern die Grenzabstände eingehalten wurden, kann Ihr Nachbar von Ihnen nicht das Zurückschneiden verlangen, gleiches auch, wenn die Abstände zwar nicht eingehalten wurden, aber die sog. Ausschlussfrist abgelaufen ist.

Es besteht aber unter Umständen ein Anspruch des Nachbarn auf Entschädigung in Geld, wenn der Befall die Benutzung eines Grundstücks "wesentlich" beeinträchtigt und nicht ortsüblich ist.

Zur Erhaltung der Nachbarschaft könnte, unabhängig, ob eine rechtliche Verpflichtung besteht, der Vorschlag unterbreitet werden, dass Sie als Baumbesitzer die herabfallenden Nadeln vom Grundstück des Nachbar beseitigen.

Ich hoffe, Ihnen mit den Ausführungen behilflich zu sein und darf Sie bitten, die Antwort gemäß den Nutzungsbedingungen zu akzeptieren und zu bewerten. Bei Unklarheiten oder weiterem Klärungsbedarf nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.

Mit freundlichen Grüßen
RA Grass
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Was ist eine "wesentliche" Beeinträchtigung ?
Ist ein "Nadeln" 3 x Mal im Jahr für knapp 3 Wochen eine wesentliche Beeinträchtigung ?
Beim "alten" Rasen war das kein Problem. Der vor 1 Monat neu verlegte Rollrasen auf dem Grundstück des Nachbarn ist recht dicht und kreiert das Problem, weil dort die Nadeln schwierig zu entfernen sind.
Ortsüblich sind Laub- und Nadelbäume.
Hätte ich dann auch Anspruch auf eine Entschädigung in Geld, wenn ich die Blätter der Nachbarn im Herbst entsorge ?
Ihre obige Antwort ist mir zu allgemein. Manfred Gillner
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Was ist eine "wesentliche" Beeinträchtigung ?
Ist ein "Nadeln" 3 x Mal im Jahr für knapp 3 Wochen eine wesentliche Beeinträchtigung ?
Beim "alten" Rasen war das kein Problem. Der vor 1 Monat neu verlegte Rollrasen auf dem Grundstück des Nachbarn ist recht dicht und kreiert das Problem, weil dort die Nadeln schwierig zu entfernen sind.
Ortsüblich sind Laub- und Nadelbäume.
Hätte ich dann auch Anspruch auf eine Entschädigung in Geld, wenn ich die Blätter der Nachbarn im Herbst entsorge ?
Ihre obige Antwort ist mir zu allgemein. Manfred Gillner
Experte:  S. Grass hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

als Beispiel für eine wesentliche Beeinträchtigung wird z.B. das öftere Verstopfen der Dachrinne durch herabfallendes Laub oder Nadeln genannt.

Das herabfallende Laub überhängender Bäume muss der Nachbar ohne eine Entschädigung zu erhalten beseitigen. Dabei handelt es sich um eine zumutbare Immission. Dies gilt gleichermaßen bei den herabfallenden nadeln. Eine Entschädigung kann eben nur bei einer wesentlichen Beeinträchtigung verlangt werden.

Mit freundlichen Grüßen
RA Grass